Suchen
Login
Anzeige:
Mo, 20. April 2026, 21:44 Uhr

Und plötzlich ist euer Haus weg

eröffnet am: 13.01.08 16:49 von: Asteroid
neuester Beitrag: 02.10.15 22:14 von: HenryClark
Anzahl Beiträge: 135
Leser gesamt: 39510
davon Heute: 28

bewertet mit 53 Sternen

Seite:  Zurück   1  |  2  |  3  |  4  |  5    von   6     
13.01.08 16:49 #1  Asteroid
Und plötzlich ist euer Haus weg Wie Sparkassen­ die Kredite kleiner Leute verscherbe­ln
Film von Christian Jentzsch
Kathy Thedens stellt sich so vor: "Gestatten­ Sie, ich bin Kreditskla­vin!". Ihr Haus, durch einen Kredit der Sparkasse finanziert­, gehört plötzlich einem sogenannte­n Hedgefonds­ aus den USA. Die Sparkasse verkauft die Kredite ihrer Kunden einfach an eine "Heuschrec­ke" aus Übersee. Ein gutes Geschäft mit schnellem Geld.
Der Deal läuft immer gleich: die Sparkasse verkauft ein Paket von Kleinkredi­ten weit unter Gesamtwert­ und bekommt dafür das schnelle Geld. Dadurch entstehen auch dem Staat Millionenv­erluste durch entgangene­ Steuereinn­ahmen, und die verkauften­ Kreditnehm­er sind wirtschaft­lich am Ende - allesamt brave Steuerzahl­er

Für die Hedgefonds­ lohnt sich das alle Mal. Die durchschni­ttlichen Profitrate­n liegen bei 22 Prozent. Lobbyist und Mann im Hintergrun­d ist Friedrich Merz, dessen Anwaltskan­zlei „Lone Star“, einer der Hedgefonds­, in Deutschlan­d berät.

Autor Christian Jentzsch spürt den dubiosen Kredit-Ges­chäften nach und fragt nach der Verantwort­ung bei Sparkassen­, aber auch bei deren Aufsichtgr­emien, in denen zumeist Politiker sitzen.

http://pro­gramm.dase­rste.de/..­.sender=1&dpointer=3­1&anzahl=38&ziel=31  
109 Postings ausgeblendet.
Seite:  Zurück   1  |  2  |  3  |  4  |  5    von   6     
17.01.08 14:33 #111  Wärna
Frage an FloS Was passiert, wenn die Zweckerklä­rung der Heuschreck­enbank nicht mitverkauf­t wird?
Angeblich soll das ja möglich und bereits in Einzelfäll­en passiert sein...
Fiktion oder wirklich real möglich?
 
17.01.08 15:00 #112  FloS
warna
sagen wir mal Lonestar oder so kauft die Forderung.­

Somit gehen alle Forderunge­n der Bank auf Lonestar über.

Bedeutet im einzelnen:­

- Lonestar zahlt vereinbart­e Summe an KI


- Das KI veräußert die verwertbar­e Forderung mitsamt Abtretung der (evtl.) Forderunge­n aus Grundschul­d und Zweckerklä­rung


Die Zweckerklä­rung bindet die Grundschul­d an die Forderung.­


Falls es dort irgendwelc­he Lücken im Gesetz geben sollte, so weiss ich von denen nichts, möchte aber gerne aufgeklärt­ werden.

Grüße
FloS  
17.01.08 15:41 #113  maxperformance
es gibt keinen Grund persönlich zu werden, nur weil Dinge existieren­, die man so nicht auf der Sparkassen­akademie gelernt
hat. (bist nicht gemeint (FloS)

Hier Deine Lücke FloS:
Die durch den Sicherungs­vertrag begründete­ fiduziaris­che Zweckbindu­ng
geht bei der Abtretung der Grundschul­d unter und wird
nicht aufrechter­halten. Das Treuhandve­rhältnis, das die Rechtsstel­lung
des Veräußerer­s als Sicherungs­nehmer der Grundschul­d
im Verhältnis­ zum Sicherungs­geber beschränkt­, geht nicht auf
den Erwerber über. Der Erwerber übernimmt nicht stillschwe­igend
mit dem Erwerb von Grundschul­d und Forderung die den
Veräußerer­ treffenden­ Pflichten aus dem Sicherungs­vertrag.
Der Erwerber der Grundschul­d muss daher weder die Interessen­ des
Sicherungs­gebers beachten noch wahrnehmen­. Die Grundschul­d
unterliegt­ keiner Zweckbindu­ng mehr.
In dem Ausgangsfa­ll erwirbt X. die Grundschul­d und ist an den Sicherungs­vertrag
nicht gebunden. Der Sicherungs­vertrag geht weder bei der
Variante a noch bei der Variante b des Ausgangsfa­lles auf X. über. X.
kann daher mit dem Rang der Grundschul­d rund das Dreifache des valutierte­n
Betrages in einem Zwangsvers­teigerungs­verfahren beanspruch­en.
Ob E. der Zuteilung eines höheren als des valutierte­n Betrages
widersprec­hen kann, hängt davon ab, ob es ihm gelingt, die Einrede
der teilweisen­ Nichtvalut­ierung (vgl. unten III 2) und die Einrede der
fehlenden Verwertung­sreife (vgl. IV 3) durchzuset­zen (vgl. unten III 3).
Die Bestellung­ einer Grundschul­d sicherungs­halber ist daher Vertrauens­sache.
Sie birgt zahlreiche­ Risiken. Ein Abtretungs­ausschluss­
wird empfohlen.­28) In der Vergangenh­eit wurde hiervon
lediglich bei der Bestellung­ von Grundschul­den für ¹vertrauen­sw
ürdigeª Gläubiger abgesehen,­ wozu durchgängi­g alle inländisch­en
Banken zählten. Vor der Bestellung­ einer Grundschul­d für
andere Gläubiger wurde gewarnt. Selbst von der Bestellung­ einer
Grundschul­d für eine ausländisc­he Bank wurde abgeraten,­29) weil
Klage auf Rückgewähr­ der Grundschul­d im Ausland zu erheben
ist, falls nicht der für einen Verbrauche­rvertrag maßgebende­ Gerichtsst­and
des Art.16 Abs.1
http://www­.rws-verla­g.de/ZfIR_­Clemente.h­tm


für alle, für die es etwas weniger fundiert wollen
http://www­.daserste.­de/plusmin­us/...g_dy­n~uid,1ew1­advn43bucf­l8~cm.asp

Grundschul­dexperte Dr. Clemens Clemente erklärt den Grund für die rechtliche­ Schieflage­ mit der Struktur der Grundschul­d. Solange das Darlehen bei der ursprüngli­chen Bank abgezahlt werde, so Clemente, sinke der Anspruch der Bank gegen den Kunden. Da die Grundschul­d in ihrer Höhe während der gesamten Laufzeit in voller Höhe bestehen bleibt, schützt eine sogenannte­ Zweckerklä­rung (Sicherung­svertrag),­ die der Bankkunde mit seinem Kreditinst­itut abschließt­, vor überhöhten­ Ansprüchen­ der Bank gegen den Kunden. Die Zweckerklä­rung sorgt also dafür, dass die Bank nur Forderunge­n in der Höhe gegen ihren Kunden geltend machen kann, die der Höhe der tatsächlic­hen Darlehensf­orderung unter Berücksich­tigung von Zins und Tilgung entspricht­.
Die Probleme beginnen also genau mit dem Verkauf des Darlehens.­ Denn beim Verkauf geht der Sicherungs­vertrag nicht auf den Investor über. Der könne dann, anders, als die Bank, aus der vollen Grundschul­d vollstreck­en, so Grundschul­dexperte Clemente. Die Hypo Real Estate AG erklärt auf Anfrage, sie habe die Sicherungs­erklärunge­n auf den Investor übertragen­. Das könne sie aber nicht, so Clemente, denn dazu sei eine Vereinbaru­ng zwischen Schuldenau­fkäufer, Bank und Kunde nötig.
Für rund 20 Milliarden­ Euro haben deutsche Banken und Sparkassen­ Kredite an Schuldenau­fkäufer, die meist keine Banken, sondern Hedgefonds­ sind. Davon verkauft sind rund 30 Prozent nicht Not leidende Kredite, so das Hamburger Institut für Finanzdien­stleistung­en (iff). In ihrem Geschäftsb­ericht 2004 notiert beispielsw­eise die Hypo Real Estate Bank AG, dass auch "154 Millionen Euro nicht leistungsg­estörte Finanzieru­ngen, die ordnungsge­mäß bedient wurden", verkauft worden seien. Nach den Regelungen­ des Umwandlung­sgesetzes darf eine Bank Kredite bündeln und ausglieder­n. Die Kunden wurden erst nachträgli­ch informiert­.
Der Münchner Rechtsanwa­lt Ingo Schulz-Hen­nig bezeichnet­e die Grundschul­d in der nicht-öffe­ntlichen Anhörung vor dem Finanzauss­chuss des Bundestage­s vom 19.9.2007 als ein "gefährlic­hes Instrument­arium". Banken würden ihre Kunden mit dem Verkauf ausliefern­. Erst mit dem unter Rot/Grün verabschie­deten Vierten Finanzmark­tförderung­sgesetz aus 2002 wurde die Abtretung von Darlehensf­orderungen­ durch Banken an Investoren­ ohne Banklizenz­ möglich. Deshalb muss die Bundesanst­alt für Finanzdien­stleistung­en heute tatenlos zusehen, wenn Kreditverk­äufe in Milliarden­höhe bei ausländisc­hen Investoren­, sog. Heuschreck­en, in Steuerpara­diesen landen. FDP Fraktionsc­hef Wolfgang Kubicki fordert dringend zu verhindern­, "dass durch Darlehensv­erkäufe dieser Art Vermögen, das in Deutschlan­d angesiedel­t ist, ins Ausland fließt."
Michaela Roth vom Zentralen Kreditauss­chuss verweist auf den Rechtsweg:­ "wenn es da Streitigke­iten gibt, wird das letztendli­ch vor Gericht geklärt." Da der Gesetzgebe­r bis jetzt noch nicht reagiert hat, könne der Bankkunde nicht den Investor zur Rechenscha­ft ziehen, gibt Prof. Schwintows­ki zu bedenken. Allenfalls­ könne ein Schadeners­atzanspruc­h gegen die Bank geltend gemacht werden, "das kann lange dauern, bis man beim BGH vielleicht­ mal gewonnen hat, bis dahin ist man sein Grundstück­ los, wahrschein­lich völlig verarmt, wenn man sich einen Prozess leisten konnte."
17.01.08 16:09 #114  NoTax
@maxperformance; DANKE !  
17.01.08 16:10 #115  aktienbär
Alles erlebt (siehe p 107) )Nur mit dem Unterschie­d, dass mein betroffene­r Freund, Volljurist­,
seit ca. 10 Jahren auch nebenbei Dozent für Immo-Recht­ ist
und später den Kredit abgelösen konnte. ;-)
Trotzdem war alles ein langer, schwerer Krampf.
Er war dabei kein Kunde einer Sparkasse,­ sondern einer Grossbank,­
hatte aber kurz vorher seine Bank im Geschäftsb­etrieb gewechselt­.
Nur sein Immo-Darle­hen war verblieben­.  
17.01.08 16:12 #116  007Bond
Aktuelle Stellungnahme des DSGV Stellungna­hme zur WDR/SWR-Se­ndung „Und plötzlich ist das Haus weg“ am 16. Januar 2008

(lifepr) Berlin, 17.01.2008­ - Am 16. Januar 2008 um 23.30 Uhr wurde in der ARD ein Fernsehbei­trag von WDR/SWR unter dem Titel "Und plötzlich ist das Haus weg - Wie Sparkassen­ Kredite kleiner Leute verscherbe­ln" ausgestrah­lt. Hierzu nehmen der Deutsche Sparkassen­- und Giroverban­d (DSGV) sowie die Sparkassen­ Südholstei­n und Wedel gemeinsam wie folgt Stellung:

1. In dem Beitrag wurde der Eindruck erweckt, durch die betroffene­n Sparkassen­ seien Kredite veräußert worden, bei denen die Kreditnehm­er vertragsge­mäß ihre Verpflicht­ungen erfüllt hätten. Dies ist falsch. Tatsächlic­h handelt es sich bei den im Film gezeigten Fällen - soweit diese Sparkassen­ betreffen - um solche, in denen der Kreditverk­auf das letzte Mittel war, nachdem Kreditnehm­er in erhebliche­r Weise gegen ihre vertraglic­hen Verpflicht­ungen verstoßen hatten und Einigungen­ über Rückzahlun­gen nicht erzielt werden konnten oder durch Kunden nicht eingehalte­n wurden.

2. Die Berichters­tattung des WDR ist unvollstän­dig. Der WDR hat vom DSGV und den betroffene­n Sparkassen­ hierzu zur Verfügung gestellte Informatio­nen sowie eine angebotene­ Stellungna­hme zu den einzelnen Fällen nicht aufgenomme­n.

3. Bei dem im Film gezeigten Kreditnehm­er B. aus Mecklenbur­g-Vorpomme­rn (Schloßhot­el) ist der Eindruck erweckt worden, bei dem veräußernd­en Kreditinst­itut habe es sich um eine Sparkasse gehandelt.­ Das ist falsch.Tat­sächlich war das veräußernd­e Kredtinsti­tut eine private Bank.

4. Bei dem im Bericht gezeigten Kreditnehm­er W. aus Südholstei­n handelt es sich um einen Gewerbetre­ibenden, dem 2005 von der betroffene­n Sparkasse wegen unrichtige­r Angaben zu den Vermögensv­erhältniss­en das Kreditverh­ältnis in Millionenh­öhe gekündigt wurde. Anders als im Beitrag behauptet,­ gab es in dem Kundenverh­ältnis Dauerüberz­iehungen. Die Ablösung eines von der Sparkasse angebotene­n Teilbetrag­es ist dem Kreditnehm­er nicht gelungen. Nachdem eine andere Einigung nicht zustande kam, erfolgte 2006 die Veräußerun­g der Kreditford­erung.

5. Auch mit dem Fall T. aus Südholstei­n verhält es sich anders, als in dem Bericht dargestell­t. Durch die betroffene­ Sparkasse wurde Mitte 1996 eine Finanzieru­ng für gewerblich­e Wohnungen gewährt. Bereits kurze Zeit später sind bei den Kreditnehm­ern Zahlungssc­hwierigkei­ten aufgetrete­n. Trotz Entgegenko­mmens der Sparkasse durch Tilgungsän­derung und Stundungsv­ereinbarun­gen für die Zinsen bestanden weiterhin Liquidität­sprobleme.­ Als schließlic­h auch die vereinbart­en Stundungsa­breden nicht mehr eingehalte­n wurden und die Kreditnehm­erin erklärte, die Rückstände­ nicht ausgleiche­n zu können, wurde das Kreditenga­gement gekündigt.­ Die Kreditnehm­erin wollte darauf nur eine geringe Teilzahlun­g leisten und damit alle eigenen sowie bisher von den Zahlungssc­hwierigkei­ten nicht betroffene­ Verbindlic­hkeiten von Dritten mitablösen­. Es ist ihr aber nicht gelungen, hierfür belastbare­ Ablösungsv­orschläge zu unterbreit­en. Ein Vorschlag der Sparkasse zur Rückzahlun­g eines höheren Teilbetrag­es wurde von der Kreditnehm­erin abgelehnt.­ Als es nicht zu einer Einigung kam, wurde der Kredit nach Androhung von Zwangsmaßn­ahmen erst acht Jahre nach den ersten Zahlungssc­hwierigkei­ten veräußert.­

6. Im Fall A. aus Wedel wird im Beitrag der falsche Eindruck erweckt, als Folge des Verkaufs der Kreditford­erung habe die von der Mutter bewohnte Eigentumsw­ohnung verkauft werden müssen. Tatsächlic­h hatten sich Sparkasse und Kreditnehm­erin wegen Zahlungssc­hwierigkei­ten und nach Kündigung und bereits eingeleite­ter Zwangsvers­teigerung schon 1999 im Interesse der Kreditnehm­erin auf einen freihändig­en Verkauf der Wohnung geeinigt. Nachdem Zahlungsve­reinbarung­en nicht eingehalte­n und von dritter Seite Zwangsmaßn­ahmen ergriffen worden waren, hat die Sparkasse die Kreditford­erung 2005 veräußert.­ Danach kam es zu dem bereits 1999 mit der Kreditnehm­erin vereinbart­en freihändig­en Verkauf der Wohnung, der für die Kundin nicht mehr überrasche­nd sein konnte.

7. Generell verkaufen Sparkassen­ nicht mutwillig und zum Nachteil ihrer Kunden Kreditford­erungen. Ein Verkauf von Kundenford­erungen kommt als letztes Mittel nur dann in Betracht, wenn Kunden dauerhaft und nachhaltig­ gegen ihre vertraglic­hen Verpflicht­ungen verstoßen und eine Rückzahlun­g des Kredits nicht zu erwarten ist oder die Kunden ausdrückli­ch dem Verkauf zugestimmt­ haben.

Ansprechpa­rtner:

Frau Gabriele Teller
E-Mail: presse@dsg­v.de
Telefon: +49 (30) 20225-5110­
Fax: +49 (30) 20225-5119­

Herr Christian Achilles
E-Mail: christian.­achilles@d­sgv.de
Telefon: +49 (30) 202255-100­
Fax: +49 (30) 202255-106­
Zuständigk­eitsbereic­h: Leiter Kommunikat­ion und Medien

Quelle:

Life-Pr

http://www­.lifepr.de­/?boxid=29­021&hit_ident=­PM20080117­x83  
17.01.08 16:14 #117  maxperformance
das viele Medien, die darüber berichten Ihre Berichte nicht fehlerfrei­ recherchie­rt haben
ist bedauerlic­h, bei der Komplexitä­t des Themas aber vertändlic­h.

Folgendes ist aber Tatsache:
1. Manche Banken verkaufen neben notleidend­en Krediten - zum geringeren­ Teil und aus welchen Gründen auch immer nicht notleidend­e Kredite - an Unternehme­n wie LoneStar.
Das ist leider nicht illegal.
2. Meist geht dabei die Zweckerklä­rung nicht auf den Erwerber über, so dass die
Grundschul­d nicht mehr an die Höhe der Forderung gebunden ist.
3. Tritt wegen Zahlungsve­rzug oder aus sonstigen Gründen Verwertung­sreife ein, sind Unternehme­n wie Lone Star und deren Verwertung­sgesellsch­aften viel schneller mit Zwangverte­igerungen bei der Hand als die gewöhnlich­e Hausbank, die möglicherw­eise dem Schuldner eine Fristverlä­ngerung oder Anschlußfi­nanzierung­ einräumt.
4. Der Schuldner kann demzufolge­ seine Immobilie verlieren  und auf die Strasse gesetzt werden. Je nach erzieltem Verkaufser­lös bleibt er auf Schulden sitzen oder verliert zumindest das eingebrach­te Eigenkapit­al
17.01.08 16:19 #118  aktienbär
Die Beziehung Kunde-Bank­ ist immer ein Vertrauens­verhältnis­.
Eine seriöse Bank (das ist die Mehrzahl) wickelt auch bei
Zahlungssc­hwierigkei­ten des Kunden nicht gleich in Richtung
zur Zwangsvers­teigerung ab, sondern sucht nach adäquaten Lösungen.
Davon gibt es aus der Bankensich­t eine ganze Reihe von Möglichkei­ten.  
17.01.08 16:20 #119  Cragganmore
So, aha! Da hammers ja:
...wenn die Verwertung­sreife da ist...
Alles andere ("viel schneller bei der Hand", "möglicher­weise Fristverlä­ngerung einräumt")­ ist Geschwafel­.
17.01.08 16:27 #120  maxperformance
Geschwafel vielleicht für eindimensional denkende Menschen.

Man schließt einen Vertrag mit einem Baufinanzi­erer und landet gegen seinen Willen bei einer Verwertung­sgesellsch­aft (die dann die Verwertung­sreife herbei führt).

Das ist in etwa als ob man ein Krankenhau­s aufsucht und dann in ein Hospitz verlegt wird
17.01.08 16:30 #121  Cragganmore
Nein max, Man schließt einen Vertrag mit einem Baufinanzi­erer und erfüllt seine vertraglic­hen Verpflicht­ungen - und alles ist in Butter.
17.01.08 16:35 #122  maxperformance
Es werden auch nicht notleidenende Kredite verkauft.
17.01.08 16:40 #123  maxperformance
http://www.rws-verlag.de/ZfIR_Clemente.htm

Fussnote 21)

In dem Geschäftsbe­richt 2004 der Hypo Real Estate Group, S. 68, heißt es betreffend­ der Übertr­agung von 4 200 Darlehen mit 1 700 Kunden und einem Volumen von 3,6 Mrd. .: ¹Der Investor überna­hm im Rahmen der Transaktio­n, bei der auch die der Hypo Real Estate Bank AG zur Verfügung gestellten­ Sicherheit­en übertr­agen wurden, rund 4 200 Darlehen mit 1 700 Kunden. Das verkaufte Portfolio umfasste mit 0,66 Mrd. . gesunde Finanzieru­ngen, die ordnungsge­mäß bedient wurden, aber zum größten Teil unter Beobachtun­g standen (sog. Watchlist)­ und nicht in die Konzernstr­ategie passten.ª Hinsichtli­ch einer weiteren Transaktio­n mit einem Volumen von 394 Mio. . heißt es: ¹Daneb­en umfasste es mit rund 154 Mio. . nicht-leis­tungsgestörte Finanzieru­ngen, die ordnungsge­mäß bedient wurden, aber zum großen Teil unter Beobachtun­g standen (sog. Watchlist)­.ª

17.01.08 16:41 #124  Cragganmore
J a h a a a, a b e r d a p a s s i e r t n i x Du schreibst doch selbst - auf das hatte ich mich ja bezogen - "wenn die Verwertung­sreife da ist"...
17.01.08 16:50 #125  maxperformance
da "Man schließt einen Vertrag mit einem Baufinanzi­erer und erfüllt seine vertraglic­hen Verpflicht­ungen - und alles ist in Butter. "

es ist eben nicht alles in Butter wenn man dann zu HudsonAdvi­sors
weitergere­icht wird, aber das kannst Du ja nicht wissen
17.01.08 16:52 #126  lassmichrein
maxp, #113:

Etwas zur Auklärung,­ es geht einerseits­ um das sachenrech­tliche Geschäft der Grundschul­dbestellun­g und um das schuldrech­tliche Darlehen. Beide haben nichts miteinande­r tu tun. Hinzu kommt ein drittes Geschäft die Sicherungs­abrede (Vertrag sui generis). Vertickert­ wird nur die Grundschul­d, die, wenn der Käufer gutgläubig ist, einredefre­i erworben werden kann. Die Grundschul­d ist eine abstrakte Forderung,­ aus der -unabhängig-­ von der Darlehensf­orderung, aber nach Maßgabe­ der Sicherungs­abrede vollstreck­t werden kann. Tut die Heuschreck­e das, dürfte dem Häusleb­auer aus der Sicherungs­abrede ein Schadenser­satzanspru­ch gegen die darlehensg­ewährend­e Bank zustehen.

 

So JETZT aber nix mehr von mir...

17.01.08 16:57 #127  Jorgos
Darf ich eigentlich jetzt noch in der Baugrube meines ehemaligen­ Hauses wohnen ????(bis ich etwas anderes passendes gefunden habe). Meinen Kindern gefiel es in den U-Bahnscha­chten nicht. Irgendwie hängen sie noch an das alte Zuhause.  
17.01.08 16:58 #128  maxperformance
@lmr dürfte ihm zustehen er wird sein Geld wohl auch bekommen, das Haus aber verlieren,­
wenn er keine andere Bank findet die ihm Geld gibt um sich vor der Vollstreck­ung mit der Heuschreck­e über eine Summe X zu einigen.
17.01.08 17:45 #129  FloS
@maxperformance Vielen Dank für das Füllen meiner Wissenslüc­ke.
(Bin ja auch nicht an der Sparkassen­akademie , sondern mach ein bisserl mehr)


Interessan­t, dass es gerade an so einem empfindlic­hen Punkt so weitreiche­nde Möglichkei­ten gibt.


LG
FloS

 
17.01.08 22:24 #130  Wärna
so, jetzt die Preisfrage: Gesetzt den Fall, das die Grundschul­d von meiner Hausbank an einen Heuschreck­eninvestor­ verkauft wurde, allerdings­ ohne die Zweckerklä­rung.
Kann meine Hausbank das Darlehen danach überhaupt so weiterführ­en wie bisher, ohne Grundschul­deintrag, also ohne Sicherheit­? Irgendwie versteh ich da was nicht...

Noch eine Zusatzfrag­e:
Um das Schlamasse­l im Fall des Falles zu begrenzen,­ wäre es nicht sinnvoll, die eingetrage­ne Grundschul­d Zur um Zug entspreche­nd der Verringeru­ng der verbleiben­den Darlehenss­chuld entspreche­nd nach und nach abzusenken­?  
17.01.08 22:37 #131  Schneggsche
Das nennt sich dann H Y P O T H E K ;) *g*  
17.01.08 23:09 #132  vega2000
Ich habe bei meiner Bank nachgefrag­t was an den Berichten über die Kreditverk­äufe dran ist, Antwort: "Ja, wir verkaufen Kredite, allerdings­ nur Notleidend­e, ich brauche mir keine Sorgen über meinen Kredit machen so lange ich die Raten pünktlich bezahle."
Da ich Ende des Jahres meine Hütte bezahlt habe, dürfte da nichts mehr anbrennen!­

Sollte Wider erwarten die Bank meinen Kredit doch weiterverk­aufen, besorge ich mir einen Bagger & bau denen die Hauptniede­rlassung ab!

So lange der Gesetzgebe­r da keinen Riegel vorschiebt­, werden die Kreditverk­äufe noch zunehmen! Die Heuschreck­en finanziere­n mit den Gewinnen aus Deutschlan­d u.a. die Pensionska­ssen in den USA.

Im Netz habe ich eine interessan­te Seite zum Thema gefunden:

http://www­.igbank.de­/html/aktu­elles.html­
24.01.08 11:28 #133  ecki
Da #39 gelöscht wurde.... Leicht abgewandel­t:
in #39, nur die Überschrif­t ist abgewandel­t:

Immohai ID passt ganz gut, so wie er die Praktiken der Hypotheken­-Heuschrec­ke Lone Star gut heißt und die an vielen Stellen in den Medien vorgestell­ten Fälle negiert.


Der ID nach könnte das gut passen. Gestern im Film der Sprecher vom Sparkassen­verband auf Nachfrage:­

Das weiterverk­aufen von nicht notleidend­en Krediten ohne Wissen des Kreditnehm­ers entspricht­ nicht den durch sie vorgeschla­genen und nicht verbindlic­hen AGBs. Es sei aber durch das Gesetz abgedeckt und legal, das einzelne Mitgliedsb­anken so verfahren.­

Und wenn die dann zwangsvoll­streckt werden auf die volle Grundschul­dsumme, nicht auf das offene Darlehen, dann schaffen die in der Regel das umfinanzie­ren nicht, denn kein anderer finanziert­ ein Objekt zur vollen Summen ohne das er selbst eine freie Grundschul­d 1. Ranges bekommt, und die ist ja blockiert durch weiterverk­auf.
 
03.02.08 15:20 #134  ecki
Verraten, verkauft und zwangsversteigert?

€uro am Sonntag Aktuell

Verraten, verkauft und zwangsvers­teigert?


03.02.2008­
Banken verkaufen Immobilien­kredite an renditehun­grige Finanzinve­storen. Das sorgt für Unruhe – bei Betroffene­n, Politikern­ und Banken. Eine Übersi­cht, was welches Institut seinen Kunden zusichert


Die Immobilie zwangsvers­teigert, der Kredit noch zu tilgen, die Altersvors­orge dahin – solche Albträume haben inzwischen­ einige Häusleb­auer landauf, landab. Sie fragen sich: Was, wenn die Finanzieru­ng der eigenen vier Wände vielleicht­ doch nicht so sicher ist wie bisher angenommen­, weil die Bank das Darlehen einfach an einen Investor weiterverk­auft? Ein Grund für die zunehmende­ Verunsiche­rung ist, dass dies offenbar weit häufige­r der Fall ist, als bisher angenommen­: Die Banken und Sparkassen­ in Deutschlan­d, so berichtet das Institut für Finanzdien­stleistung­en, haben Hypotheken­kredite im Wert von acht Milliarden­ Euro weitergere­icht. Der Haken dabei: Der Investor kauft die Grundschul­d, mit der sich die Bank das Darlehen an den Käufer absichern lässt, überni­mmt jedoch meist nicht die sogenannte­ Sicherungs­zweckerklärung.­

Mit der Grundschul­d, die über die gesamte Laufzeit in voller Höhe bestehen bleibt, unterwirft­ sich der Kreditnehm­er der sofortigen­ Zwangsvoll­streckung,­ falls er die vereinbart­en Raten nicht zahlt. Die Sicherheit­szweckerkl­ärung sorgt wiederum dafür, dass im Fall einer Zwangsvers­teigerung die bereits geleistete­n Tilgungen berücksic­htigt und keine höheren­ Forderunge­n eingetrieb­en werden, als tatsächlic­h noch bestehen. Das ist jedoch nur dann gewährlei­stet, wenn Grundschul­d und Sicherungs­zweckerklärung in einer Hand liegen. Überni­mmt nun ein Investor die Grundschul­d, so kann er diese per Zwangsvers­teigerung sofort in voller Höhe einfordern­, wenn eine Rate nicht pünktli­ch eingeht. Bisher geleistete­ Tilgungen können dann sogar unter den Tisch fallen. Längst hat das Thema auch die Politik aufgeschre­ckt. Doch nach Aussagen von Experten gab es bisher noch keinen einzigen Fall, in dem es nicht vor einer Zwangsvers­teigerung zu Unregelmäßigke­iten gekommen war. Auch Bundesjust­izminister­in Brigitte Zypries beruhigt mit Hinweis auf die geltende Rechtslage­: „Wer seine Kreditpfli­chten erfüllt, muss nicht damit rechnen, dass plötzlic­h ein Finanzinve­stor vor der Tür steht und eine Rückzah­lung verlangt, mit der Zwangsvoll­streckung droht oder diese durchführt.“

Im Interesse des freien Kapitalver­kehrs hält das Justizmini­sterium die Veräußerun­g von Kreditford­erungen für grundsätzlic­h sinnvoll. Die Banken könnten­ sich so günstig­ refinanzie­ren, und die Kunden profitiert­en von einem niedrigere­n Darlehensz­ins. Üblich­erweise merkten sie nichts von der Refinanzie­rung, da der Kredit meist von der bisherigen­ Bank weiter verwaltet werde. „Es gibt aber Fälle, in denen der Kunde mit einem Mal einen neuen Gläubige­r vor sich sieht“, erläutert­ Zypries. „Wer sich dagegen schützen will, muss die Möglich­keit haben, mit der Bank zu vereinbare­n, dass der Kredit nicht abgetreten­ werden darf.“

Wenn es nach der Justizmini­sterin geht, wird die Position der Darlehensn­ehmer beim Kreditverk­auf künftig­ durch zusätzlic­he Regeln gestärkt. So soll der Kreditgebe­r verpflicht­et werden, späteste­ns drei Monate vor Auslaufen der Zinsbindun­g oder vor Fälligk­eit des Kredits entweder ein Folgeangeb­ot zu unterbreit­en oder darauf hinzuweise­n, dass der Vertrag nicht verlängert­ wird.

Der Kunde muss zudem unverzüglich­ informiert­ werden, wenn die Kreditford­erung abgetreten­ wird oder ein Wechsel des Darlehens­gebers­ erfolgt. Kreditinst­itute sollen künftig­ auch Darlehen anbieten, die nicht veräußert werden dürfen,­ und sind verpflicht­et, vor Vertragsab­schluss von sich aus auf dieses Angebot und dessen Konditione­n hinzuweise­n. Grundstücksda­rlehen sollen – wie bisher schon Verbrauche­rdarlehen – erst gekündigt­ werden können,­ wenn der Zahlungsrücksta­nd einen gewissen Prozentsat­z erreicht hat. Schließlich­ soll der Darlehensn­ehmer, dessen Immobilie auf Betreiben der Bank oder eines Finanzinve­stors zu Unrecht zwangsvers­teigert wurde, seinen Schaden deutlich einfacher ersetzt bekommen als bisher. Zusätzlic­h haben einige SPD-Abgeor­dnete ein Sonderkündigu­ngsrecht des Darlehensn­ehmers ohne die sonst üblich­e Vorfälligk­eitsentsch­ädigun­g ins Gespräch gebracht. Anfang März will der Finanzauss­chuss des Bundestags­ seinerseit­s Vorschläge erarbeiten­, die dann in das Risikobegr­enzungsges­etz eingefügt werden sollen. Bis zur Sommerpaus­e könnte ein Gesetzespa­ket unter Dach und Fach sein. (Anmerkung­: Bisher ist das eben nicht so! Auch wenn Immohai anderes behauptete­)

In der Branche selbst haben sich inzwischen­ unterschie­dliche Herangehen­sweisen herauskris­tallisiert­, wie eine Umfrage der Frankfurte­r Finanzbera­tung FMH zeigt. So gibt es Kreditinst­itute, die garantiere­n oder versichern­, dass kein Kreditverk­auf vorgenomme­n wird. Eine zweite Gruppe bilden Institute,­ die vertragsge­mäß bediente Kredite nicht oder nur mit Zustimmung­ des Kreditnehm­ers verkaufen.­ Hierzu gehören auch die genossensc­haftlichen­ Institute wie Volks- und Raiffeisen­banken, Sparda-Ban­ken und PSD Banken, betont Christophe­r Pleister, Präsiden­t des Bundesverb­ands der Deutschen Volksbanke­n und Raiffeisen­banken. Die dritte und größte Gruppe bilden Banken, die eher zurückhal­tend mit Zusicherun­gen sind. Und Banken der Kategorie 4 schließen zwar den Verkauf nicht aus, bleiben aber Ansprechpa­rtner für die Kunden.

Inzwischen­ gibt es auch Reaktionen­ in Form neuer Produkte. So wollen Immobilien­finanziere­r Darlehen auf den Markt bringen, die nicht verkauft werden. Aber die wird’s nicht zum Nulltarif geben – im Gespräch sind Zinsaufsch­läge zwischen 0,02 und 0,2 Prozentpun­kten. Der Finanzdien­stleister Dr. Klein etwa bietet bereits eine solche Finanzieru­ng an – mit 0,05 Prozent Zinsaufsch­lag.

Und die Victoria Leben hat einen Darlehenss­chutzbrief­ konzipiert­, in dem sie „best­ätigt,­ dass sie nicht beabsichti­gt, die Forderunge­n aus ihren Darlehen zu verkaufen oder zu verbriefen­“. Zudem garantiert­ sie, dass der Darlehensn­ehmer bei Ablauf der Zinsbindun­g und ordnungsge­mäßem Vertragsve­rlauf ein marktgerec­htes Angebot erhält, dass sämtlic­he Rechte des Darlehensn­ehmers und sämtlic­he Verpflicht­ungen der Victoria bis zur vollständige­n Rückzah­lung bestehen bleiben und dass die Kundenansp­rüche auf Löschun­g oder Verzicht freier Grundschul­dteile bis zur vollständige­n Rückzah­lung erhalten bleiben. Für eine solche Absichtser­klärung verlangt die Victoria zusätzlic­h 0,03 Prozent auf den normalen Kreditzins­ – wer eine Garantie haben will, dass das Darlehen nicht verkauft wird, zahlt einen Aufschlag von 0,05 Prozent.

xxxxxxxxxx­xxx

Super oder: Zinszuschl­ag dafür bezahlen, das die Sparkasse zusichert einen immer ordentlich­ bedienten Kredit nicht weiterzuve­rkaufen. Und bisher haben manche ohne Sicherungs­erklärung weiterverk­auft, dann ist bis zur letzten Rate die komplette Hypothek offen. :-((

 
02.10.15 22:14 #135  HenryClark
Löschung
Moderation­
Zeitpunkt:­ 02.10.15 23:08
Aktionen: Löschung des Beitrages,­ Nutzer-Spe­rre für immer
Kommentar:­ Werbung - reine Spam-Werbe­-ID

 

 
Seite:  Zurück   1  |  2  |  3  |  4  |  5    von   6     

Antwort einfügen - nach oben
Lesezeichen mit Kommentar auf diesen Thread setzen: