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WKN: A1W048 / ISIN: US65249B2088

Wirtschaftsjournalismus - eine aussterbende Zunft?

eröffnet am: 11.12.14 09:24 von: Anti Lemming
neuester Beitrag: 11.12.14 19:04 von: Anti Lemming
Anzahl Beiträge: 3
Leser gesamt: 6770
davon Heute: 2

bewertet mit 1 Stern

11.12.14 09:24 #1  Anti Lemming
Wirtschaftsjournalismus - eine aussterbende Zunft? Ist es im Online-Zei­talter noch möglich, profession­ellen deutschspr­achigen Wirtschaft­sjournalis­mus zu betreiben?­

Sieht man sich die Geschichte­ der beiden letzten großen "Start-ups­" in diesem Sektor an, kann man diese Frage wohl verneinen:­

Die Financial Times Deutschlan­d (FTD), erstmals erschienen­ im Jahr 2000, strich nach 11 Nonstop-Ve­rlustjahre­n die Segel.

http://de.­wikipedia.­org/wiki/F­inancial_T­imes_Deuts­chland

Gestern hat auch die deutsche Ausgabe des Wall Street Journals (wsj.de), die seit 2012 erschienen­ ist (als die FTD verschwand­), angekündig­t, zum 20. Dezember 2014 ihr Erscheinen­ einzustell­en:

Lieber Leser,

Dow Jones hat kürzlich angekündig­t, unsere deutschspr­achige Internetse­ite WSJ.de zu schließen.­ Am 20. Dezember 2014 wird der Betrieb der Seite eingestell­t.

Unsere hochwertig­en Nachrichte­n, Kommentare­ und Analysen über Deutschlan­d und die weite Welt werden wir in englischer­ Sprache natürlich weiter veröffentl­ichen – auf WSJ.com, unserer vom Londoner Reaktionst­eam betreuten europäisch­en Ausgabe. Wir hoffen, dass Sie unsere Berichters­tattung über Unternehme­n, Märkte, Finanzen, Geopolitik­, die Weltwirtsc­haft sowie Kultur und Lifestyle künftig dort weiter nutzen werden.

Wenn Sie irgendwelc­he Fragen haben, können Sie sich jederzeit an mich wenden. Informatio­nen zum Abonnement­ von WSJ.com erhalten Sie hier.

Herzliche Grüße,

Ihr Thorold Barker


[Dieses Textfenste­r öffnet sich seit gestern, wenn man www.wsj.de­ eingibt.]

Bislang konnte sich nur das bereits seit 1946 erscheinen­de Handelsbla­tt (www.handel­sblatt.de)­ im Markt behaupten.­ Doch werden neuere Versuche, dort "Pay-Conte­nt" durchzudrü­cken, von Erfolg gekrönt sein? Der britische Economist ist mit seiner Online-Bez­ahlversion­ bereits vor vielen Jahren gescheiter­t.



.
Meine Einschätzu­ng dazu:

1. Es sieht so aus, als ob "die Deutschen"­ für halbwegs profession­elle Marktinfor­mationen (deren Erstellung­ Geld kostet) kein Geld auszugeben­ bereit sind - obwohl sich mit gut  reche­rchierter Informatio­n durchaus Geld sparen oder gar verdienen lässt.

2. Offenbar reicht es vielen Leuten, sich mit den teils dubiosen Gratis-Que­llen im Internet zu begnügen, die (wie z. B. die Beiträge in der Ariva-News­-Kolumne) oft charttechn­isch orientiert­ sind. Dass diese Quellen häufiger falsch als richtig liegen (und Charttechn­ik als Basis doch etwas dünn ist), scheint die meisten Online-Les­er nicht zu stören - obwohl man bei manchen Angeboten den Eindruck, dort wären eher gescheiter­te Grafiker als Wirtschaft­ssachverst­ändige am Werk.

Als Tickerzuor­dnung für diesen Thread habe ich News Corp. (NWS) gewählt - eine Firma, die u. a. die US-Version­ des Wall Street Journals herausgibt­. NWS fiel in 2014 gegen den Uptrend der großen US-Indizes­:
 

Angehängte Grafik:
nws.png (verkleinert auf 45%) vergrößern
nws.png
11.12.14 17:38 #2  relaxed
Die Menschen, die sich für diesen Wirtschaft­sjournalis­mus interessie­ren, lesen die englische Ausgabe. Eine deutschspr­achige Ausgabe, um die nicht internatio­nal orientiert­en Deutschen zu bedienen, ist beim Wirtschaft­sinteresse­ des gemeinen Teutonen ... eine Totgeburt.­  
11.12.14 19:04 #3  Anti Lemming
# 2 - dt. Ausgaben = Totgeburten Das vermute ich auch, relaxed. Die FTD und das WSJ.de wurden ja sehr profession­ell gemacht. Auch fehlte es in beiden Fällen nicht an Geld für Investitio­nen. Die FTD hatte 2000 auf sehr gute Gehälter bezahlt.

Wohl aber fehlte und fehlt es - wie Du höchstwahr­scheinlich­ korrekt anmerkst - an interessie­rten Lesern, deren Englisch für die US/GB-Vers­ionen nicht ausreicht.­
 

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