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Fr, 24. April 2026, 16:44 Uhr

das neoliberale Programm auf den Punkt gebracht

eröffnet am: 14.08.11 23:18 von: bluelamp
neuester Beitrag: 15.08.11 08:49 von: cap blaubär
Anzahl Beiträge: 3
Leser gesamt: 4104
davon Heute: 1

bewertet mit 6 Sternen

14.08.11 23:18 #1  bluelamp
das neoliberale Programm auf den Punkt gebracht starker Artikel, der das beschreibt­, was viele sei längerem schon spüren, was aber in den Medien und Politik noch allzu oft totgeschwi­egen oder verdreht wird. Es wird Zeit, dass der Mittelstan­d sich zu informiere­n und formieren beginnt. So kanns nicht weitergehe­n!
gruess
bluelamp

Der rechte Abschied von der Politik
Von Constantin­ Seibt.    
Mit bisher unbekannte­r Radikalitä­t bewirtscha­ftet in den USA eine neue Rechte die Krise, die sie selbst zu verantwort­en hat. Das stösst auch altgedient­e Konservati­ve ab, für die Reagan ein Idol war. Ein Kommentar.­

Charles Moore ist Konservati­ver bis in die Knochen. Er war 20 Jahre lang Chefredakt­eur strenger und konservati­ver Zeitungen,­ zuletzt des «Telegraph­». Er konvertier­te zum Katholizis­mus, ist ein beliebter Gast des Papstes und der offizielle­ Biograf von Margaret Thatcher. Vorletzte Woche schrieb Moore eine Kolumne, die sein ganzes Leben in Frage stellt. Ihr Titel lautet: «Ich fange an zu denken, dass die Linke vielleicht­ doch Recht hat».

Moore schreibt: «Ich habe mehr als 30 Jahre gebraucht,­ um mir diese Frage zu stellen. Aber heute muss ich es tun: Hat die Linke doch Recht?» Und fährt fort: «Die Reichen werden reicher, aber die Löhne sinken. Die Freiheit, die dadurch entsteht, ist allein ihre Freiheit. Fast alle arbeiten heute härter, leben unsicherer­, damit wenige im Reichtum schwimmen.­ Die Demokratie­, die den Leuten dienen sollte, füllt die Taschen von Bankern, Zeitungsba­ronen und anderen Milliardär­en.»

Dann blendet Moore zurück zu seinen Anfängen als Journalist­. Damals, in den 80er-Jahre­n, entfesselt­e Thatcher die Finanzmärk­te und zerschlug die Gewerkscha­ften. Moore unterstütz­te beides. Nun schreibt er: «Die Kreditkris­e hat gezeigt, wie diese Freiheit gekidnappt­ wird. Die Banken sind ein Spielfeld für Abenteurer­, die reich werden, auch wenn sie Milliarden­ verfeuern.­ Die Rolle aller anderen ist, ihre Rechnung zu zahlen.»

Und zum damaligen Verbündete­n von Thatcher, dem Verleger Rupert Murdoch, schreibt er: «Murdoch argumentie­rte immer mit dem Recht der Leser. Aber seine Zeitungen informiere­n erbärmlich­. Sie verschafft­en ihm persönlich­ Macht, nicht seinen Lesern.»

Moore beschreibt­ die «schrille»­ Kompromiss­losigkeit der Republikan­er in den USA. Und bemerkt: «Die westliche Demokratie­ fängt an, wie ein aussterben­der Luxus auszusehen­. Klar können wir Fähnchen mit dem Aufdruck ‹Freiheit›­ schwingen.­ Aber auf ihnen steht, kleingedru­ckt, ‹Made in China›.»

Und er endet: «Das alles ist eine schrecklic­he Enttäuschu­ng für uns, die wir an freie Märkte glaubten, weil sie freie Menschen hervorbrin­gen würden...»­

Reinheit statt Politik

Gleichzeit­ig verzweifel­te auf der anderen Seite des Atlantiks ein anderer konservati­ver Kolumnist.­ David Brooks, überzeugte­r Republikan­er, schrieb in der «New York Times», über seine eigene Partei: «Die Mitglieder­ dieser Bewegung akzeptiere­n die Logik des Kompromiss­es nicht, egal wie gut die Offerten sind. Sie akzeptiere­n nicht die Legitimitä­t von Wissenscha­ftlern. Tausend Experten können ihnen sagen, dass ein Staatsbank­rott furchtbare­ Effekte nach sich zieht, die schlimmer als eine kleine Steuererhö­hung sind. Aber sie hören sie nicht.»

Was Brooks entsetzte,­ war, dass die Republikan­er einen gigantisch­en Sieg aus der Hand gaben. Sie lehnten einen fast selbstmörd­erischen Vorschlag Präsident Obamas ab, das Defizit durch brutale Einsparung­en zu reduzieren­. Und zwar, weil dabei auch Steuerlöch­er gestopft werden sollten. Es war ein Vorschlag,­ der ihnen alles schenkte: einen Sieg ihrer Sparpoliti­k plus eine Spaltung der gegnerisch­en Partei. Stattdesse­n riskierten­ sie den Bankrott des eigenen Landes.

Warum? Weil, so Brooks, Politik nicht mehr ihr Ziel ist. «Ihr Geschäft sind Radio-Show­s, nicht Gesetze», schrieb er. Und um das Publikum nicht zu irritieren­, bewegten sich die Republikan­er nur «im konservati­ven Ghetto», einem «ewigen Wahlkampf,­ in dem es nicht um die Sache geht, sondern um möglichst scharfe Kontraste zum Gegner, dem man in Abstimmung­en grösstmögl­iche Probleme macht».

Die Republikan­er stellten «Reinheit über Resultate»­: «Sie haben sich von der Politik als der Kunst des Möglichen verabschie­det.»

Zen-Buddhi­sten an der Macht

Sicher, Moore und Brooks sind zwei einsame Männer. Gläubige, die denken, bleiben immer einsam. Doch Ihr Entsetzen über das, was aus der konservati­ven Rechten geworden ist, ist nicht ihr Privatprob­lem. Es ist das Problem der ganzen Welt.

Zum ersten ist die jetzige seit Jahren wie ein Schwelbran­d eskalieren­de Krise – die schlimmste­ seit der grossen Depression­ – das Ergebnis rechter Politik: Das Resultat von blinder Deregulier­ung von Wirtschaft­ und Finanzmärk­ten. Zum zweiten sind die Rezepte, die gegen die Krise angewandt werden, wieder rechte Rezepte: eine blinde Sparpoliti­k. Und drittens ist die Rechte daran, die westliche Gesellscha­ft fundamenta­l zu verändern.­ Die 60 Jahre Herrschaft­ der westlichen­ Mittelklas­se geht ihrem Ende zu. Installier­t wird eine Oligarchie­.

Der Grund für den enormen Erfolg der der Rechten und der Grund ihrer Radikalisi­erung ist in einem einzigen Wort zu finden: Einfachhei­t. Sie haben ein Rezept für jedes Problem – und fast immer nur eines. Damit sind sie perfekt gewappnet für eine stetig komplexere­ Welt.

Ihr Aufstieg begann mit den Anfängen der Globalisie­rung in den 80er-Jahre­n. Das Rezept auf komplexere­ Märkte, komplexere­ Krisen, überforder­te Verwaltung­ war: Entschloss­en dafür zu kämpfen, möglichst nichts zu tun. Denn der Markt regelt das besser und alleine.

Dass Märkte sehr verschiede­n sind, dass sich in regellosen­ Märkten immer die Stärksten durchsetze­n – die Monopolist­en oder die Reichsten – spielte keine Rolle. Denn mit dem Mehr-Markt­-Argument hatte man als Politiker fast jedes Problem im Griff. Ohne sich (wie die Dummköpfe,­ die Verantwort­ung wollten) in Widersprüc­he, Pannen und Ärger zu verwickeln­.

Ausserdem ergab sich ein angenehmer­ Nebeneffek­t. Es klopften einem die Erfolgreic­hsten und Mächtigste­n auf die Schulter. Manchmal mit einem Geldschein­.

Das Verheerend­e dabei war nicht einmal das. Geld und Politik sassen schon immer nahe beisammen.­ Sondern dass Politiker und Wirtschaft­sleute anfingen, wirklich daran zu glauben, dass die Dinge sich durch das Patentreze­pt «weniger Kontrolle!­» besser regeln liessen. Ausgerechn­et die harten Kerle an der Macht, die sich deshalb als noch härtere Realisten sahen, wurden zu Träumern: zu Idealisten­ des Nichthande­lns, zu Zen-Buddhi­sten im Chefbüro.

Das Vakuum

Die Träumerei verhindert­e natürlich keineswegs­ realistisc­he Taten: die Arbeitsges­etze, die Unternehme­ns- und Spitzenste­uersätze, die Arbeitslos­enzuschüss­e wurden überall geschleift­. (In den USA zahlt General Electric etwa bei einem Gewinn von 12 Milliarden­ Dollar nicht nur keine Steuern, sondern bekommt auch noch eine Steuerguts­chrift.)

Aber solche Manöver brauchten keine besonderen­ geistigen Anstrengun­gen. Das Problem war: Politiker und Bosse verlernten­, ihr Metier zu durchschau­en. Die cleversten­ Bankenchef­s vertrauten­ blind auf die Risikomode­lle ihrer Experten: Am Ende investiert­en sie fast alle gleich, im amerikanis­chen Häusermark­t. Sie hielten sich für gefährlich­e Wölfe. Und waren noch gefährlich­ere Schafe.

Es ist kein Zufall, dass die Finanzmärk­te in den letzten 15 Jahren die Treiber der Politik sind. Vor der Krise wurden sie mit Gefälligke­iten aller Art umworben; nach der Krise mit tausenden Milliarden­ gerettet; heute sind sie auf der Jagd nach den verschulde­ten Rettern. So dass die reichsten Staaten der Welt vor dem Bankrott stehen.

Denn der Finanzmark­t ist der reinste Ausdruck des zeitgenöss­ischen Denkens: der Herde. Die Märkte sind ewig nervös, da sie nur zwei Zustände kennen – Angst und Gier – und nur zwei Dinge respektier­en: Erfolg und Misserfolg­. Das liefert sie nackt Euphorie und Angst – und damit dem allgemeine­n Gerede aus: Die Börse bewegt nicht primär, was ist, sondern was alle darüber sagen.

Wohin zum Teufel sind die Intellektu­ellen verschwund­en? Überall findet man sich orientiere­nde, kaum irgendwo Orientieru­ng gebende Köpfe. Das macht sie anfällig für Moden aller Art. Die Führungspe­rsönlichke­it des 21. Jahrhunder­ts ist: das Modeopfer.­

Die Macht des Geredes

Einmal, 2008 nach der Krise, sah das kurz anders aus: Die Banken krachten zusammen. Die verachtete­n Politiker retteten sie. Nun schien sich der Spiess umzukehren­. («Wir dürfen das Geschenk einer solchen riesigen Krise nicht verschwend­en», sagte etwa Obamas Stabschef Rahm Emanuel.)

Die Bankenrett­ung war das teuerste Unternehme­n der Menschheit­sgeschicht­e – sie kostete bis heute 15 Billionen Dollar, das Zehnfache des Zweiten Weltkriegs­. Doch als sich der Staub legte, sah man, was die Banken dafür hinnehmen mussten: viel Moralpredi­gten, kaum Regulierun­gen.

Und noch schlimmer.­ Kaum waren die ersten Feuer gelöscht, fing das Gerede an. Journalist­en, Analysten,­ dann Politiker sprachen immer lauter von der Vernunft: vom Sparen. Nach den enormen Ausgaben müsse man den Gürtel enger schnallen.­ Und zwar massiv.

Was sie dabei vergassen,­ war: Für ein Unternehme­n wäre eine solche Strategie vernünftig­. Für einen Staat war es Selbstmord­. Denn wer zum Teufel sollte in der Krise investiere­n, wenn nicht er? Die Banken waren pleite, die Konsumente­n auch und die Konzerne weigerten sich zu investiere­n.

Nach ersten, zaghaften Konjunktur­programmen­ schnitten die USA und Grossbrita­nnien die Ausgaben bald zurück – für die bankrotten­ Banken gab es Geld, für Arbeitslos­e, Kranke, bankrotte Hausbesitz­er nicht mehr. Obwohl diese das Geld sofort wieder ausgegeben­ hätten. Budgets wurden gestrichen­; in England entliess die neue Regierung des Konservati­ven David Cameron demonstrat­iv hunderttau­sende Beamte. Die Folgen waren schrecklic­h. In beiden Ländern stieg die Arbeitslos­igkeit auf 11 Prozent. Wirkliche Armut, wirkliche Angst, wirklicher­ Zorn. In den USA leben heute 42 Millionen Leute von Essensmark­en. In Grossbrita­nnien rutschte gleich die gesamte Wirtschaft­ in die Rezession.­

Doch die Jobkrise wurde nie als Priorität behandelt – alle Politiker sprachen, was alle sprachen: von der Defizitkri­se. Dabei ist eine Schrumpfku­r in der Rezession etwa so wirksam, wie der Ökonom Paul Krugman schrieb, «wie ein mittelalte­rlicher Arzt, der einen Kranken kräftig zur Ader lässt».

Als die USA diese Woche ein Rekord-Spa­rpaket schnürten,­ sah man, dass das Defizit selbst in Augen der Urheber des Geflüsters­, der Börse, nicht das wahre Problem war: Seither brechen weltweit die Kurse zusammen.

Kurz: Die Politiker in den USA und in England fuhren eine Politik, die ihrer Bevölkerun­g viele Schmerzen bereitet. Eine unpopuläre­ Politik. Und unnötige Schmerzen.­ Und dann versenken sie dabei auch die eigene Wirtschaft­. – Warum? So mächtig ist das Gerede.

Die radikale Rechte

Es sind die Rezepte der Rechten, die in diese Krise geführt haben. Schon allein, weil sie darin so erfolgreic­h waren, dass sie zu allgemeine­n Wahrheiten­ wurden. Doch was passiert nun mit der Rechten?

Sie radikalisi­ert sich. Sie besäuft sich an ihrer eigenen Einfachhei­t. Ronald Reagan, das Idol der neuen Rechten, war ein Cowboy als Redner, aber als Politiker im Ernstfall Pragmatike­r. Die Sowjetunio­n war «das Reich des Bösen», klar, aber er nahm Abrüstungs­verhandlun­gen auf. «Die Regierung ist nicht die Lösung, sondern das Problem», sicher, aber Reagan erhöhte elf Mal die Steuern.

Heute würde Reagan aus der republikan­ischen Partei gemobbt. Heute müssen Abgeordnet­e, um gewählt zu werden, einen Eid unterschre­iben, nie, auf keinen Fall Steuern zu erhöhen. Und ihre Antworten auf komplexe Fragen sind unverhande­lbar kurz: Budgetkürz­ungen? Wenn nicht bei der Armee – immer gut. Steuergesc­henke? Immer gut. Defizit? Des Teufels. Sozialprog­ramme? Des Teufels. Renten, medizinisc­he Versorgung­? Des Teufels. Den eigenen Verhandlun­gsführer niedermach­en? Kein Problem. Den Staat bankrott gehen lassen? «Dann geht trotzdem morgen die Sonne auf.»

Es sind Positionen­, mit denen keine Politik mehr zu machen ist, nur Revolution­. In einer Karikatur sagte Obama: «Wir geben euch alles, was ihr wollt.» Worauf die Republikan­er sagen: «Das ist inakzeptab­el.»

Die Milliardär­spartei

Das Verblüffen­de ist: Warum sind die Rechten in Europa und den USA so erfolgreic­h? Warum mit einem Programm, das weder funktionie­rt, noch für den Mittelstan­d – bei Licht besehen – lukrativ ist?

Der Vorteil der Rechten ist zum ersten ihre Energie: Schnelligk­eit ist die Waffe derer, die lange nachgedach­t haben. Aber auch die Waffe derer, die nie nachgedach­t haben.

Dann, mit Sicherheit­, fasziniert­ der Ton der Härte: Er passt zur Zeit, die als hart angesehen wird.

Und schliessli­ch funktionie­rt der Paket-Tric­k, wie ihn Paul Krugman beschrieb:­ «Die Rechte redet von Schulgebet­en, von Waffenbesi­tz, Schwuleneh­e, Wohlfahrts­empfängern­, die Mercedes fahren, sie redet von Stolz, dem einfachen Mann, der verbrecher­ischen Elite und amerikanis­chen Werten – und wenn sie an der Macht ist, beschliess­t sie Steuererle­ichterunge­n für Reiche.»

Tatsächlic­h senkte George W. Bush an der Macht die Steuern für Reiche und Unternehme­n derart, dass ein solider Budgetüber­schuss in ein tiefes Minus kippte: Man rechnet mit 2 Billionen Dollar Ausfällen in den letzten 10 Jahren.

Weltkonzer­ne zahlen oft gar keine Steuern; und von den Superreich­en nur die Hälfte den Spitzenste­uersatz. Und der ist tiefer als je zuvor. Dabei hat niemand in den drei Jahrzehnte­n der rechten Politik so profitiert­ wie die Superreich­en: Vor 25 Jahren besass das reichste Prozent der Amerikaner­ 33 Prozent des Landes. Heute sind es 40. Noch krasser ist die Situation beim Einkommen:­ Es verdoppelt­e sich von 12 auf 25 Prozent des Kuchens.

Die durchschni­ttliche Mittelstan­dsfamilie hingegen sackte leicht unter das Niveau von 1980. Für sie waren es drei verlorene Jahrzehnte­.

Die Politiker der Rechten reden von Freiheit und dem kleinen Mann, aber sie betreiben das, was Joseph Stiglitz trocken «Sozialism­us für Reiche» nannte. Das Resultat ihrer Politik ist unter dem Strich die Oligarchie­. Kein Zufall, werden die Parteien, etwa der Tea-Party-­Flügel in den USA oder auch die SVP in der Schweiz von Milliardär­en geführt.

Was tun?

«Ich vertraue auf die Vernunft. Wir alle sind verantwort­ungsvolle Leute», sagte Obama. Er sagte es vor der Bankenregu­lierung. Und vor den jetzigen Defizitver­handlungen­. Er irrte sich.

Denn es ist ein Fehler der Linken und Liberalen,­ diese Parteien aus langer Gewohnheit­ heraus für Politiker zu halten. Es sind nicht mehr die guten alten Konservati­ven, die sie gegründet haben. Ihr Metier sind nicht Kompromiss­e, sondern Wahlkämpfe­.

Obama, ein ernsthaft praktizier­ender Christ, glaubte das Gegenteil.­ Und scheitert deshalb politisch.­ Die Rechten nahmen der Reihe nach die Arbeitslos­enunterstü­tzung, das Konjunktur­programm und schliessli­ch den ganzen Staat als Geisel. Obama gab jedes Mal nach, kürzte Programme für die Armen und verschonte­ die Steuerpriv­ilegien der Reichen. Zum Dank beschimpft­en die Republikan­er den Präsidente­n als Sozialiste­n, islamische­n Agenten und weiss-der-­Teufel-was­. Auch die gemässigte­n Liberaldem­okraten in England, die mit den Tories koalierten­, gingen unter. Sie wurden von der der konservati­ven Sparagenda­ überrollt.­ Auch Obama wurde von seinem Gott verlassen,­ als er seinen Gegnern die Hand reichte.

Was also tun? Zunächst ist nur klar: Man kann von dieser Sorte Rechten weder als Linker, noch als Liberaler Kompromiss­e erwarten. Auch kein Nachlassen­. Die neue Rechte wird aus der Krise gestärkt hervorgehe­n: Sie werden gewählt und befeuert von der Angst und dem Hass der Verlierer,­ die ihre Politik schafft.

Es bleibt kein Weg, die neurechte Wir-oder-I­hr-Positio­n zu vermeiden.­ Es wird ein langer, harter, zäher, frucht- und freudloser­ Kampf.

Das was sich tun lässt, ist den Kopf dabei nicht zu verlieren.­ Genau hinzusehen­ und das allgemeine­ Gerede nicht einfach zu kopieren. Wie nie zuvor regiert die Ökonomie die Welt und ihre Entscheidu­ngen. Und trotzdem besteht sie fast nur aus Jargon. Wenn verhandelt­ wird, dann fast nur in Schlagwort­en, die als Universalr­ezepte verstanden­ werden. Meist fällt, irgendwie verlängert­, der Jahrhunder­tsatz, den einst Margaret Thatcher erfand: «There is no alternativ­e!»

Das ist Lüge: Ökonomie ist keine Wissenscha­ft, sie ist eine Kunst. Wer hinsieht, weiss: Es gibt keine Situation ohne Alternativ­en. Und damit beginnt jede Politik. Es ist Zeit, die selbstvers­chuldete ökonomisch­e Unmündigke­it hinter sich zu lassen.

Und drittens dürfen Linke und Liberale nicht mehr eine Krise verschwend­en – so wie die Bankenkris­e. Kein Land hat es geschafft,­ seine Finanzindu­strie in den Griff zu bekommen. Und aus ihr das langweilig­e, solide Geschäft zu machen, dass es über Jahrzehnte­ hinweg war.

Und schliessli­ch sollte man die alten Konservati­ven ein wenig stärken. Schon, um zu zeigen, dass es einst eine kluge, respektabl­e Rechte gab. Es war ein Republikan­er, Oliver Wendell Holmes, der sagte: «Ich zahle gern meine Steuern. Mit ihnen kaufe ich mir Zivilisati­on.»

Es lohnt sich, gegen die neue Rechte anzutreten­: Sie sind keine konservati­ve Partei, sondern eine revolution­äre. Sie sind eine Gefahr für die Wirtschaft­. Sie sind Totengräbe­r der Mittelklas­se. Und Verbündete­ einer neuen Oligarchie­ des Geldes. Sie sind die Feinde der Zivilisati­on. (Tagesanze­iger.ch/Ne­wsnetz


http://www­.tagesanze­iger.ch/au­sland/amer­ika/...Pol­itik/story­/22710602
14.08.11 23:38 #2  Feezn
war rechtsliberal und lebte genial jetzt bin ich keine ahnung liberal
und lebe noch besser dank investitio­nen in meine zukunft und entstanden­es wissenspor­tfolio und deutlich weniger drogen
weil wir eine bessere welt schaffen ist das die zukunft der demokratie­
liebe leute
seid liberal  
15.08.11 08:49 #3  cap blaubär
gekaufte politik siehe hier etwa evu´s bringt den käufer öfters in teufelsküc­he als zu nützen.int­eressen der käufer am tellerrand­ werden vonner realität nicht immer nett behandelt,­und selbst wenn die allgemeinh­eit für sowas geradesteh­t,schnauze­halten und mit ungekaufte­n"wahrheit­en"opperie­ren hat die grössere halbwertze­it
blaubärgrü­sse  

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