against all odds
| eröffnet am: | 22.03.13 19:18 von: | Fillorkill |
| neuester Beitrag: | 08.04.20 16:14 von: | Fillorkill |
| Anzahl Beiträge: | 2905 | |
| Leser gesamt: | 356281 | |
| davon Heute: | 30 | |
bewertet mit 45 Sternen |
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15.08.13 11:35
#26
Fillorkill
'Fachleute'
Der Diskurs darüber, was Geld ist und wie Märkte funktionieren, ist so alt wie der Kapitalismus selbst. Letztlich handelt es sich um die Suche nach einer Kausalität, die erklären kann, warum Menschen tun was sie tun. An dieser Frage haben sich bereits Giganten abgearbeitet, ohne je zu definitiven Diagnosen gelangen zu können - trotz all der kreativen Analyse. Zukunft bleibt weiterhin nicht antizipierbar, weshalb sich der Verdacht erhält, dass 'Unsicherheit' ein konstituierendes Moment ist, welches Menschen und Märkte bewegt ( Dialektisch gedacht : Der Versuch, die Unsicherheit aus dem eigenen oder geselschaftlichem Leben zu verbannen, reproduziert Unsicherheit und wird darüber ein Projekt ohne Ende)..
In der Geldtheorie treten alle möglichen Schulen gegeneinander an, wobei die ideologische Dominanz einer Schule letztlich eine Funktion zyklischer Konjunkturerwartungen sowie der verfügbaren Mittel, diese beeinflussen zu können, ist. Persönlich hänge ich einer Richtung an, welche die sachliche Analyse vom ideologischen Bias zu unterscheiden sucht ('economics without politics'), gerade aufgrund der Annahme, dass es der ideologische Bias ist, der Menschen und Märkten Beine macht. Dessen vulgäre Grundform die ist, den kontroversen Diskurs als solchen zu leugnen und die eigene theoretische Blase in den Rang von Naturwissenschaft zu heben..
In der Geldtheorie treten alle möglichen Schulen gegeneinander an, wobei die ideologische Dominanz einer Schule letztlich eine Funktion zyklischer Konjunkturerwartungen sowie der verfügbaren Mittel, diese beeinflussen zu können, ist. Persönlich hänge ich einer Richtung an, welche die sachliche Analyse vom ideologischen Bias zu unterscheiden sucht ('economics without politics'), gerade aufgrund der Annahme, dass es der ideologische Bias ist, der Menschen und Märkten Beine macht. Dessen vulgäre Grundform die ist, den kontroversen Diskurs als solchen zu leugnen und die eigene theoretische Blase in den Rang von Naturwissenschaft zu heben..
15.08.13 11:54
#27
Fillorkill
'Sentimentanalyse'
Im Gegensatz zu anderen theoretischen Versuchen, Zukunft antizipierbar zu machen, ist Sentimentanalyse weder lehrbar noch sonstwie theoretisch vermittelbar. Denn wäre sie dies, würde sich ihre eigene Vorausetzung herauskürzen. Die Annahme ist daher die, dass es sich hier primär um eine Funktion von Mentalität handelt. Einer Mentalität, die sich dem unbezweifelbaren Herdentrieb an den Märkten entzieht..
Jeder weiss, dass der Herdentrieb zyklisch sein Sentiment zwischen euphorisch und panisch wechselt - dieses Wissen ist jedoch nur dann anwendungsfähig, wenn das eigene Sentiment zumindest mit einem Bein 'outside' gehalten werden kann. IdS erfüllt der Sentimentanalytiker die Funktion des 'teilnehmenden Beobachters', der, um zu aussagefähigen Resultaten kommen zu können, seine intellektuelle Autonomie und Neutralität nicht preisgeben darf...
Jeder weiss, dass der Herdentrieb zyklisch sein Sentiment zwischen euphorisch und panisch wechselt - dieses Wissen ist jedoch nur dann anwendungsfähig, wenn das eigene Sentiment zumindest mit einem Bein 'outside' gehalten werden kann. IdS erfüllt der Sentimentanalytiker die Funktion des 'teilnehmenden Beobachters', der, um zu aussagefähigen Resultaten kommen zu können, seine intellektuelle Autonomie und Neutralität nicht preisgeben darf...
15.08.13 12:13
#28
Fillorkill
Sentimentanalyse bedarf,
um funktionieren zu können, Distanz zum eigenen ideologischen Bias. Ein Sentimentanalytiker beteiligt sich deshalb nicht an einem Vorschlagswesen, wie die äussere Welt fairer oder richtiger Weise auszusehen habe. Vielmehr nimmt er einen ideologisch neutralen Standpunkt ein, der dann auch notwendig seine Einsamkeit begründet. Insofern bleibt der Verdacht nicht aus, besonders verwerfliche Motive zu verfolgen, als 'bezahlter Agent' unterwegs zu sein oder zumindest seinen kaputten Seelenhaushalt durch Dauerspammen von 'Müll' wieder in Ordnung zu bringen...
15.08.13 16:06
#31
Fillorkill
schön locker bleiben
YouTube Video
15.08.13 16:22
#32
Fillorkill
round two
YouTube Video
15.08.13 20:41
#33
Fillorkill
Wer hat's gesagt ?
"At the risk of belabouring the obvious, imagine a patient in the hospital
who takes a drug prescribed by her doctor, but does not react as the doctor
expected and, more importantly, does not get better. When she reports
back to the doctor, he tells her to double the dosage.
But this does not help either. So he orders her to take four times, eight times, and finally a hundred times the original dosage. All to no avail. Under these
circumstances, any normal human being would come to the conclusion
that the doctor's original diagnosis was wrong, and that the patient
suffered from a different disease.
But today's macroeconomics assumes that private sector firms are maximizing profits at all times, meaning that given a low enough interest rate, they should be willing to borrow money to invest.. In reality, however, borrowers – not lenders, as argued by
academic economists – were the primary bottleneck in Japan's Great Recession."
who takes a drug prescribed by her doctor, but does not react as the doctor
expected and, more importantly, does not get better. When she reports
back to the doctor, he tells her to double the dosage.
But this does not help either. So he orders her to take four times, eight times, and finally a hundred times the original dosage. All to no avail. Under these
circumstances, any normal human being would come to the conclusion
that the doctor's original diagnosis was wrong, and that the patient
suffered from a different disease.
But today's macroeconomics assumes that private sector firms are maximizing profits at all times, meaning that given a low enough interest rate, they should be willing to borrow money to invest.. In reality, however, borrowers – not lenders, as argued by
academic economists – were the primary bottleneck in Japan's Great Recession."
16.08.13 00:09
#34
Fillorkill
Börse aktuell
Nicht Tapering, sondern sukzessive prekär werdende Earnings laufen sich wie grundsätzlich erwartet als bearisher Trigger warm - die Deutlichkeit überrascht dann aber doch. Die Frage ist dann die, ob angefressene bullische Narrative (QE, Earnings) vor dem Hintergrund eines vorgelaufen Marktes für einen echten Downtrend hinreichen, ohne dafür eine deutliche Bestätigung vom Sentiment zu erhalten. Ich glaube es nicht, deshalb weiter flat..
16.08.13 08:29
#36
Fillorkill
Housing Sentiment: bearish
'The Housing Market Index (HMI) is based on a monthly survey of NAHB members designed to take the pulse of the single-family housing market. The survey asks respondents to rate market conditions for the sale of new homes at the present time and in the next 6 months as well as the traffic of prospective buyers of new homes.'
Der HMI auf 8 Jahreshoch zeigt die Erwartung steigender Zinsen und damit eine optimistischere Konjunkturerwartung. Das Motiv, jetzt noch billig reinzukommen, legt den Grundstein für eine neue Housingblase..
Der HMI auf 8 Jahreshoch zeigt die Erwartung steigender Zinsen und damit eine optimistischere Konjunkturerwartung. Das Motiv, jetzt noch billig reinzukommen, legt den Grundstein für eine neue Housingblase..
16.08.13 08:37
#37
Fillorkill
Zap, dann intepretier doch mal dein Bildchen
Ich spreche von einem einem echtem Downtrend und nicht von 'weissem Rauschen' innerhalb einer ausgedehnten Seitwärtsbewegung. Der AAII gibt diese Möglichkeit zwar theoretisch her, aber ich verweise auf das krasse Fehlsignal im April...
16.08.13 12:35
#39
Zanoni1
John Koo war's. Jippie
Was habe ich jetzt gewonnen?
Ich gehe auf meine..äh...Deine interessanten Beiträge die Tage noch näher ein. Das ist nicht in 2 Minuten gemacht. Wollte auch noch den Bogen zu Deinen letzten ÖT Beiträgen ziehen.
(BTW. kann Dich natürlich gerade mal wieder nicht mehr bewerten)
Deine Ansätze gefallen mir, dabei haben Economics eigentlich im Grundsatz immer etwas pragmatisches und gewissermaßen ideologiefreies an sich, soweit es darum geht, die Funktionsweise von bestimmten Dingen zu erfassen.
Dass man sich da so wunderbar irren kann, ist in erster Linie m.E. zunächst weniger ein ideologisches denn ein erkenntnistheoretisches Problem.
Wenn es darum geht, bestimmte Dinge in der Wirtschaft oder durch die Wirtschaft steuern zu wollen, so hält das ideologische Moment natürlich durch die Art der Zielsetzung und der Werurteile Einzug.
Dabei kann man hier allerdings wieder völlig unideologisch die Funktionsweisen und möglichen Folgen der dazu gewählten Maßnahmen untersuchen.
Hierbei kommt es dann natürlich auch auf unterschiedliche Zeithorizonte an. Was kurzfristig positive Folgen hat kann sich u.U. langfristig negativ auswirken und anders herum.
Die Ideolgie ist es dann allerdings, die bestimmte Dinge nicht gelten lassen möchte, die bei solchen Untersuchungen zu Tage treten, da sie mit der eigenen Ideologie oder vielmehr deren Legitimation nicht gut vereinbar sind.
Das war dann am Freitag mein Wort zum Sonntag ;)
#31,32 witzige Dinger - nett
Hayek und Keynes haben übrigens tasächlich freundschaftlich miteinander verkehrt.
In der Arena von Forschung und Wissensachft habe sie sich gestritten und haben dann abends gemütlich ihr Bierchen zusammen getrunken und am Wochenende zusammen geangelt - eine Verschwörung? wischiwaschi? oder einfach eine gewisse Größe und das Interesse an intelligenter Unterhaltung?
Ich gehe auf meine..äh...Deine interessanten Beiträge die Tage noch näher ein. Das ist nicht in 2 Minuten gemacht. Wollte auch noch den Bogen zu Deinen letzten ÖT Beiträgen ziehen.
(BTW. kann Dich natürlich gerade mal wieder nicht mehr bewerten)
Deine Ansätze gefallen mir, dabei haben Economics eigentlich im Grundsatz immer etwas pragmatisches und gewissermaßen ideologiefreies an sich, soweit es darum geht, die Funktionsweise von bestimmten Dingen zu erfassen.
Dass man sich da so wunderbar irren kann, ist in erster Linie m.E. zunächst weniger ein ideologisches denn ein erkenntnistheoretisches Problem.
Wenn es darum geht, bestimmte Dinge in der Wirtschaft oder durch die Wirtschaft steuern zu wollen, so hält das ideologische Moment natürlich durch die Art der Zielsetzung und der Werurteile Einzug.
Dabei kann man hier allerdings wieder völlig unideologisch die Funktionsweisen und möglichen Folgen der dazu gewählten Maßnahmen untersuchen.
Hierbei kommt es dann natürlich auch auf unterschiedliche Zeithorizonte an. Was kurzfristig positive Folgen hat kann sich u.U. langfristig negativ auswirken und anders herum.
Die Ideolgie ist es dann allerdings, die bestimmte Dinge nicht gelten lassen möchte, die bei solchen Untersuchungen zu Tage treten, da sie mit der eigenen Ideologie oder vielmehr deren Legitimation nicht gut vereinbar sind.
Das war dann am Freitag mein Wort zum Sonntag ;)
#31,32 witzige Dinger - nett
Hayek und Keynes haben übrigens tasächlich freundschaftlich miteinander verkehrt.
In der Arena von Forschung und Wissensachft habe sie sich gestritten und haben dann abends gemütlich ihr Bierchen zusammen getrunken und am Wochenende zusammen geangelt - eine Verschwörung? wischiwaschi? oder einfach eine gewisse Größe und das Interesse an intelligenter Unterhaltung?
16.08.13 13:06
#40
Fillorkill
Zan, lass es entspannt angehen !
Der nicht wahrgenommene eigene ideologische Bias und nicht der Mangel an Wissen ist die kausale Performancebremse - nicht nur an der Börse. Konkurrierende, aber gut begründete Erklärungsansätze zur Geldtheorie geraten dann schnell zum off topic. Ich denke, es sollte darum gehen, diese konkurrierende Narrative und ihre Weise, sich in Sentiment zu übersetzen, zu verstehen. ..
Hayek + Keynes = Zan + Fill ?
Hayek + Keynes = Zan + Fill ?
16.08.13 17:38
#42
Fillorkill
ein unpopuläres, nicht weiter beachtetes Blog,
in welchem der Autor gemeinsam mit seiner Doppel ID tiefgründig und diskursiv das weite Feld der Sentimentlehre bestellt, sollte Dir nicht ganz unbekannt vorkommen...
16.08.13 17:52
#43
Fillorkill
und 'Crash', Zap
4 Jahre BT sollten Dir eigentlich zeigen, dass Bad News alles andere provozieren. Es sei denn, sie sind wirklich sehr bad. Ansonsten signalisiert ein temporär nochmal bröckelndes Makrosentiment : Kaufgelegenheit !
16.08.13 20:37
#46
zaphod42
Dass Bad News Kaufgelegenheit
impliziert halte ich für ein Gerücht. Die Bad News muss auf einen ausverkauften Markt treffen. Das ist nun wohl kaum der Fall, oder?
fill, du kannst es doch besser....
fill, du kannst es doch besser....
16.08.13 20:43
#47
Fillorkill
Das Narrativ 'Moneyprinting'..
ist Teil des über viele Jahre stabilen pessimistischen Makrosentiments, welches konstitutiv für den gesehenen Bullmarkt war. Der Witz daran ist, dass die Akteure im Verlauf zwar pessimistisch bleiben, aber das (sachlich falsche) Moneyprinting nun invers lesen als 'don't fight the Fed !' - eine für das Stadium III typische Umkehrung im Sentiment. Die Vorbereitung dafür, echte Bullen zu werden...
16.08.13 20:49
#49
Fillorkill
Zap, Dumb Money drängt zum Einstieg,
und kauft entsprechend bei schwächeren News, soweit die Microkorrekturen wie jetzt triggern. Genau deshalb gibt es auch keinen Crash, weil Dumb - anders als 08 - auf der anderen Seite steht....


