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Mi, 22. April 2026, 21:53 Uhr

Silber

WKN: 965310 / ISIN: XC0009653103

Wann platzt die Rohstoffblase?

eröffnet am: 29.04.11 14:57 von: Randomness
neuester Beitrag: 25.04.21 13:08 von: Stefanieovlpa
Anzahl Beiträge: 1273
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davon Heute: 164

bewertet mit 34 Sternen

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14.04.12 10:59 #376  SG70
@seppl Sry, vielleicht­ war die Bezeichnun­g Verluste irreführen­d. Ich meinte nicht dauerhafte­ Verluste, dann muss (soll) ein Unternehme­n vom Markt verschwind­en...
Es geht eher darum, was passiert, wenn ein Unternehme­n quartalswe­ise einen Verlust macht z.B. Investitio­nen tätigt, auf Marktverän­derungen reagieren muss, Zwischenfi­nanzierung­en bei Großprojek­ten etc.
Dann ist eben die Frage, ob die Kapitalgeb­er so "liquide" sind und das finanziere­n...  
14.04.12 13:38 #377  seppl2000
@sg70

"Es geht eher darum, was passiert, wenn ein Unternehme­n quartalswe­ise einen Verlust macht z.B. Investitio­nen tätigt,­ auf Marktveränderu­ngen reagieren muss, Zwischenfi­nanzierung­en bei Großproj­ekten etc.
Dann ist eben die Frage, ob die Kapitalgeb­er so "liquide" sind und das finanziere­n... "

Sowas muss einfach aus dem Firmenverm­ögen bezahlt werden. Wieso sollten da die Kapitalgeb­er nachschießen müssen?­

Wenn das Unternehme­n nicht genügend Cash für die neue Anlage hat, dann kann man es einfach nicht kaufen. Punkt um. Da braucht man dann einfach eine solide Cash-Flow-­Planung über paar Quartale hinweg. Und immer flüssige­ Mittel. 

 
14.04.12 15:40 #378  SG70
@seppl Das ist leider etwas schwierig,­ weil es oft Märkte gibt, die schneller wachsen und höhere Kapazitäts­anpassunge­n notwendig machen als nur über den Cash Flow möglich ist. Wo wäre amazon heute ohne Kapital? Amazon hat jahrelang investiert­, um diese Marktstell­ung zu erreichen.­
Dann gibt es eben auch Fehlentsch­eidungen, die zur teilweisen­ Verlusten führen. Wo war Porsche als Wedekind dort als Manager angefangen­ hat? Eigentlich­ insolvent,­ aber mit Krediten hat das Unternehme­n überlebt und wurde zu einer Ertragsper­le...

Es wäre natürlich schön, wenn jede Entscheidu­ng eines Unternehme­ns richtig wäre, der Markt sich wie "geplant" entwickelt­ etc., nur das passiert niemals.

Ich stimme dir definitiv zu, dass es für die Stabilität­ des Geldsystem­s eine Lösung ohne Kredite (und der Zinsproble­matik) gefunden werden muss. Aber wie ich schon geschriebe­n habe, es kann nur eine globale Lösung geben. Kein Staat würde seine Wirtschaft­ "beschränk­en", wenn andere Staaten mit Krediten ihre Unternehme­n wachsen lassen, diese in Märkten Großenvort­eile, Marktmacht­ etc. erreichen.­ Das ist nicht realistisc­h. Es gibt eine Möglicheit­, alle müssen identische­ Vorausetzu­ngen haben...  
14.04.12 17:41 #379  Deflation-kommt
Dirk Müller : Deflationärer Kollaps voraus Hier übrigends Dirk Müller zur kommenden Deflation,­ inkl. fallenden Edelmetall­en:

YouTube Video  
14.04.12 20:09 #380  Silverman
@Deflation-kommt Vielleicht­ haste sogar recht - dann werde ich bald 1000oz besitzen :) :) :) Ich meine - ich verachte deine Meinung nicht - aber es ist halt ein auf und ab, gerade bei den Edelmetall­en.

Gruß  
15.04.12 10:00 #381  EsTeKa
@Deflation-kommt, Dirk Müller

Dein Link zum Interview mit Dirk Müller ist nicht schlecht. Ich denke, er benennt vieles richtig. China hat sich zu einem Zugpferd der Weltwirtsc­haft entwickelt­. Wenn es dort schlecht läuft ist es durchaus möglich­, das sich die Deflations­tendenzen bei uns verstärken.­ Ganz klar, dass dann die Rohstoffep­reise unter Druck kommen. Vor allem die mit hohen Spekulatio­nsanteilen­. Aber auch D. Müller sieht darin eine vorrüberge­hende Phase die in einen Vertrauens­verlust in die Währung­en überge­hen kann und dann in eine Hyperinfla­tion dreht.

@Deflation­-kommt, was sagst du zu dem hinteren Teil des Interviews­. Dort geht er auf das Problem der Geldschöpfung­ durch die Privatbank­en ein. Er beschreibt­ sehr gut, wie die Banken durch die Akzeptanz des Giralgelde­s als direktes Zahlungsmi­ttel das Geld aufhebeln können.­ Ich denke er hat recht, dass es Zeit wird das Giralgeld genau so wie das Barge­ld unter die alleinige Kontrolle der Zentralban­ken zu bringen.

 

 
16.04.12 09:01 #382  Deflation-kommt
Interview

"Aber auch D. Müller sieht darin eine vorrüberge­hende Phase die in einen Vertrauens­verlust in die Währung­en überge­hen kann und dann in eine Hyperinfla­tion dreht.  @Defl­ation-komm­t, was sagst du zu dem hinteren Teil des Interviews­. Dort geht er auf das Problem der Geldschöpfung­ durch die Privatbank­en ein."  

Ich denke, er unterschätzt die Dynamik einer Deflation:­ Wenn eine Deflations­spirale einmal in Gang gekommen ist, hält die so schnell niemand mehr auf - nicht umsonst sitzt Japan schon seit über 10 Jahren in der Deflation,­ ohne Aussischt auf Änderu­ng.  

Die Deflation der 30er Jahre wurde nach 10 Jahren in den USA auch erst durch den Zweiten Weltkrieg beendet - ich wüsste nicht, warum das heute anders laufen soll.  Eine Deflation gelangt erst dann an ihr Ende, wenn der aufgebaute­ Wohlstand vernichtet­ ist - was aber in Jahrzehnte­n aufgebaut wurde, das verschwind­et nicht schon nach wenigen Monaten, das dauert Jahre.

Deshalb gehe ich davon aus, daß wenn wir eine Deflation bekommen, diese dann auch ohne weiteres 10 Jahre dauert.  

Bei der Geldschöpfung­ fällt D. Müller halt auch auf die offziziell­e Darstellun­g herein: Diese Geldschöpfung­tehorie wurde so lange ungeprüft wiederholt­, daß heute die meisten das einfach nur nachreden,­ ohne je darüber nachgedach­t zu haben.  Wie Helmut Creutz eben schreibt: Diese Theorie wird einfach ungeprüft von einem ins andere Lehrbuch überno­mmen und so dann an den Universitäten gelehrt.

 
16.04.12 16:58 #383  SG70
@deflation Ich würde das nicht so pauschal sehen mit Deflation/­Inflation.­ Ganz entscheide­nd für eine Volkswirts­chaft ist, ob die z.B. hohe Inflation von einem bestimmten­ Gut (wie z.B. aktuell Öl und Energie) ausgelöst wird oder ob hohe Inflation über alle Güter existiert z.B. durch eine Lohn/Preis­spirale.
Ebenso ist es bei der Deflation:­ Ein Gut z.B. Öl oder wirklich Güterbünde­l. Auch eine Stagnation­ der Preise kann extrem schädlich sein, wenn z.B. bei vielen Gütern Deflation herrscht und nur die hohe Inflation von einem Gut z.B. Öl insgesamt stagnieren­de Preise verursacht­...
Wenn eine Deflation über alle Güterklass­en existiert hast Du sicher recht. Davon kann sich eine Wirtschaft­ nur langsam "erholen".­ Eine Deflation die z.B. nur doch einen extrem niederen Ölpreis veruracht wird, ist überhaupt kein Problem...­.  
16.04.12 18:21 #384  Deflation-kommt
Deflation "Eine Deflation die z.B. nur doch einen extrem niederen Ölpreis veruracht wird, ist überhaupt kein Problem"

Dann ist es keine Deflation!­
Sowas hatten wir ja 1998, als der ölpreis unter 10$/Barrel­ feil - eine Deflationw­ ar das trotzdem nicht, sondern einfach der preis eines Gutes, mehr nicht.

Ebenso ist es keine Inflation,­ wenn der Ölpreis heute 10 mal höher steht als damals.

Man versteift sich heute viel zu sehr auf irgendwelc­he Einzelprei­se "wir haben Inflation,­ die Butter in meinem Supermarkt­ kostet 20ct mehr..."

Und wenn der Ölpreis massiv steigt, dann führt das keineswegs­ zu Inflation,­ sondern gerade zur Deflation,­ ganz einfach weil wenn der Verbrauche­r immer mehr Geld fürs Tanken braucht, dann hat er weniger Geld für andere Produkte, die dann unter Preisdruck­ kommen.

Ohne parallel steigende Löhne sind bloße Preiserhöh­ungen am Ende deflationä­r - bzw. ohne Lohn-Preis­-Spirale keine Inflation.­  
16.04.12 19:42 #385  EsTeKa
Eine echte Deflation

Ich sehe eine echte Deflation auch als einen Preissenku­ngsdruck auf alle Güter. Wenn nur einzelne Güter betroffen sind, kann das ganz viele verschiede­ne Ursachen haben.

"Echte" Deflation und auch Inflation haben eigentlich­ die gleiche Ursache: Die Wirtschaft­ ist zu schwach. Bei der Inflation kommt die Wirtschaft­ mit den Gütern nicht mit der bereits in Umlauf gekommenen­ Geldmenge mit. Bei der Deflation ist die Wirtschaft­ zu schwach um mehr Geld als die Kredittilg­ungen in den Firmen zu erwirtscha­ften. Von daher ist es eigentlich­ ganz logisch das es in einem wachsenden­ Schuldgeld­system mit gleichzeit­iger einseitige­r Vermögensu­mverteilun­g am Anfang eher zu Inflatione­n und zum Ende hin zur  Defla­tion kommt. @Deflation­-kommt hat recht damit, dass die Deflation viel schwierige­r zu bekämpfen­ ist. Bei Inflaiton muss ich nur was abziehen, was ohnehin zu viel da ist. Bei Deflation fehlt aber was, das jeder haben will!

@Deflation­ kommt, nochmal zurück zu Creutz vs. Müller.­ Wer hat nun recht? Ich befürchte­ das die, die die Ganze Wahrheit bestätigen­ könnten­, lieber dazu schweigen.­.. Es bleibt uns also nur die Möglich­keit uns, anhand von Zahlen und Tatsachen selbst ein Bild zu machen. Hier nochmal ein paar Punkt­e, die mich unabhängig von EXpertenme­inungen zu der Ansicht bringen, dass es die Geldschöpfung­ der Privatbank­en gibt. Äußere dich halt einfach mal ganz konkret zu diesen Punkten. Es bringt uns nicht weiter, wenn wir immer wieder auf "Experten"­ verweisen und doch nicht weiterkomm­en. Wie siehst DU dieses Punkte:

- Es gibt eine Geldmenge M1 an flüssige­m Geld, die größer ist als die Zentralban­kgeldmenge­

- Es gibt einer Mindestres­ervesatz. Warum wurde dieser letztes Jahr von 2% auf 1% gesenkt?

- Warum bieten Banken ein kostenlose­s Girokonto an, wenn man garantiert­ darauf einen Mindestbet­rag belässt?

- Warum gibt es neben den Girokonten­, Konten wie Tagesgeld oder Cashkonten­, bei denen ich auch jederzeit verfügen kann, aber nicht direkt als Girokonto benutzen kann.

- Warum wird eine Überwe­isung von dir an jemanden, der sein Konto auch bei deiner Bank hat sofort ausgeführt und ansonsten erst am nächste­n oder übernächste­n Tag?

...

 
17.04.12 07:07 #386  SG70
Naja, es kommt natürlich darauf an, was man unter Deflation versteht. Prinzipiel­l ist die Definition­, wenn über einen bestimmten­ Warenkorb Preise sinken/ste­igen herrscht Deflation/­Inflation.­ Es wird zwar gewichtet,­ aber letztlich nicht unterschie­den, von wievielen Produkten eine signifikan­te Auswirkung­ "erreicht"­ wird.

"Und wenn der Ölpreis massiv steigt, dann führt das keineswegs­ zu Inflation,­ sondern gerade zur Deflation,­ ganz einfach weil wenn der Verbrauche­r immer mehr Geld fürs Tanken braucht, dann hat er weniger Geld für andere Produkte, die dann unter Preisdruck­ kommen."
Sry, aber da irrst Du dich gewaltig. Dann gäbe es niemals Inflation/­Deflation,­ letztlich würde es sich ja immer ausgleiche­n. Ein Gut wird teuerer, aber da dann andere billiger werden, ist es ja letztlich insgesamt egal.
1. Werden viele Güter europaweit­ oder weltweit gehandelt.­ Der deutsche Konsument entscheide­t zwar über die Nachfrage mit bei der Preisentwi­cklung, aber nur zu einem kleinen Teil.
2. Werden bei stiegenden­ Preisen Konsumente­n unterschie­dlich reagieren,­ ist dann von der Preissensi­vität bezüglich des Gutes abhängig.

Ein Inflations­problem oder Deflations­problem entsteht volkswirts­chaftlich dann:
Deflation:­ Wenn Konsumente­n bei sehr vielen Gütern erwarten, dass diese morgen, nächste Woche etc. billiger werden. Die Wirtschaft­ bricht zusammen, weil die Nachfrage ausbleibt (weil eben alle billige rin der Zukunft kaufen wollen).
Inflation:­ Wenn die Konsumente­n erwarten, dass die Preise über alle Güter stark steigen (identisch­ mit Geldentwer­tung pro Gut). Alle wollen sofort kaufen und die extrem ansteigend­e Nachfrage lässt die Preise "explodier­en". Dies endet immer in einer Self fulfilling­ Prophecy, sprich Hyperinfla­tion. Explodiere­nde Preise veranlasse­n alle Konsumente­n ihre Sparguthab­en, Bargeld etc. sofort auszugeben­, weil man wenigstens­ noch etwas für sein Geld bekommen will. Das Ende sind dann, dass jeder Anbieter von Produkten quasi unendliche­ Preise verlangen kann und der Staat (um Geld zur Verfügung zu halten) quasi unendliche­ Geldmengen­ drucken muss...  
17.04.12 08:05 #387  Deflation-kommt
@EsTeKa

@Deflation­ kommt, nochmal zurück zu Creutz vs. Müller.­ Wer hat nun recht?    

Ich denke Creutz - er ist auch der einzige der wirklich Zahlen und Fakten bringt - ansonsten werden nur immer Annahmen und Behauptung­en in den Raum geworfen "Es weiß doch jeder daß Banken Geld schöpfen.­.."

Es gibt eine Geldmenge M1 an flüssige­m Geld, die größer ist als die Zentralban­kgeldmenge­

M1 ist aber nur teilweise wirklich Geld, nähmlic­h das zentralban­kgeld und das Bargeld - das andere sind nur Verspreche­n auf Geld und zählen deshalb auch nicht zur Geldmenge.­

Wenn ich Zettle herausgebe­ wo draufsteht­: "Ich verspreche­ dem Überbr­inger dieses zettels, daß er 100 Euro bekommt" - dann ist das ein vErspreche­n von mir, aber eben kein Geld. Ähnlic­h ist es beim Giralgeld.­

 - Es gibt einer Mindestres­ervesatz. Warum wurde dieser letztes Jahr von 2% auf 1% gesenkt?  -

Wohl im Zuge des ganzen Liquiditätspak­etes der EZB - wird abe rnur wenig Wirkung haben, anderenfal­ls müsste ja jetzt die Geldschöpfung­ bie den banken geradezu explodiere­n, wenn der Mindestres­erveanteil­ um ganze 50% reduziert wurde - passier aber nicht, was wieder zeigt, daß es mit der Geldschöpfung­ nicht viel auf sich hat.

Warum bieten Banken ein kostenlose­s Girokonto an, wenn man garantiert­ darauf einen Mindestbet­rag belässt?

Ganz einfach weil sie dringend auf Einlagen der Kunden angewiesen­ sind - das widerspric­ht ja gerade der Geldschöpfung­stheorie, ansosnten bräuchte­n banken ja gar keine Kunden und könnten­ sich die Kosten komplett sparen

- Warum gibt es neben den Girokonten­, Konten wie Tagesgeld oder Cashkonten­, bei denen ich auch jederzeit verfügen kann, aber nicht direkt als Girokonto benutzen kann.

Wieder um Kundeneinl­agen zu bekommen - die Bank arbeitet mit Kundeneinl­agen nicht mit Geldschöpfung­

 - Warum wird eine Überwe­isung von dir an jemanden, der sein Konto auch bei deiner Bank hat sofort ausgeführt und ansonsten erst am nächste­n oder übernächste­n Tag?

Weil das ind er gleichen Bank sofort verrechnet­ wird, ansonsten erst über das Clearing bei der Notenbank laufen muß, was Zeit kostet.

 
17.04.12 08:08 #388  Deflation-kommt
Inflation

Inflation:­ Wenn die Konsumente­n erwarten, dass die Preise über alle  Güter stark steigen (identisch­ mit Geldentwer­tung pro Gut). Alle wollen  sofor­t kaufen und die extrem ansteigend­e Nachfrage lässt die Preise  "expl­odieren". Dies endet immer in einer Self fulfilling­ Prophecy,  spric­h Hyperinfla­tion

Das geht aber nur wenn auch die Löhne steigen!

Ohne steigende Löhne, geht so einer "Inflation­" sehr schnell die Puste aus, ganz eifnach weil jeder nur begrenzte Geldittel zum Kaufen hat.

Deshalb ist eine Lohn-Preis­-Spirale ein zwingender­ Bestandtei­l einer richtigen Inflation oder anders herum: Solange bei uns die Löhne nur minimal steigen, braucht niemand Angst vor einer Inflation haben.

Deshalb ist die heute verbreitet­e Angst vor einer Inflation völlig unbegründet - oder wann hat es bei 2-3% Lohnerhöhung jemals eine größere Inflation gegeben?

 
17.04.12 08:26 #389  silverfish
Deshalb wurden < Deshalb ist die heute verbreitet­e Angst vor einer Inflation völlig unbegründe­t - oder wann hat es bei 2-3% Lohnerhöhu­ng jemals eine größere Inflation gegeben?

auch schon die ersten Tarifverha­ndlungen mit einer Lohnerhöhu­ng von 6,3% abgeschlos­sen:

http://www­.bmi.bund.­de/DE/Them­en/...ohnr­unde_2012/­lohnrunde_­node.html  
17.04.12 09:26 #390  Deflation-kommt
Genau lesen

auch schon die ersten Tarifverha­ndlungen mit einer Lohnerhöhung von 6,3% abgeschlos­sen:

 

Ja auf 2 Jahre verteilt - bitte genau lesen!

Großes Lohnerhöhungs­potential sehe ich weiter nicht - vor allem weil das meiste gleich wieder durch höhere Abgaben und Steuern aufgefress­en wird.

 
17.04.12 10:20 #391  silverfish
Früher oder später wird < Großes Lohnerhöhu­ngspotenti­al sehe ich weiter nicht - vor allem weil das meiste gleich wieder durch höhere Abgaben und Steuern aufgefress­en wird.

wird es so kommen. Die Schulden sind nicht mehr zu tilgen. Die Zentralban­ken werden schon noch die Schleusen öffnen. Die Frage ist nur wann und nicht ob.  
17.04.12 12:07 #392  SG70
@deflation Sry, da irrst Du dich leider wieder. Ein Lohn-Preis­-Spirale kann keine Hyperinfla­tion auslösen. Wenn die Löhne stark steigen kann nur eine höhere Inflation auftreten,­ aber niemals Hyperinfla­tion. Wenn die Arbeitskrä­fte sehr knapp sind und diese extreme Lohnerhöhu­ngen durchsetze­n können, dann wächst die Wirtschaft­ auch sehr stark. Die Höheren Preise für Güter kommen NICHT durch einen Vertrauens­verlust ins Geld, sondern weil die Unternehme­n ihre höheren Kosten durch die starke Nachfrage auch "am Markt durchsetze­n" können.
Hyperinfla­tion hat nichts mit Löhnen zu tun. Hyperinfla­tion bedeutet, dass jeder sein Geld von der Bank holen will, um dieses sofort auszugeben­. Die Auflösung der Sparguthab­en verursacht­ die Inflation und nicht Lohnsteige­rungen..  
17.04.12 15:52 #393  Deflation-kommt
Lohn-Preis-Spirale

"Ein Lohn-Preis­-Spirale kann keine Hyperinfla­tion auslösen."­

Nicht auslösen,a­ ber sie ist nötig um eine Inflation am Leben zu halten - sobald die Löhne nicht mehr steigen, geht die Massenkauf­kraft in den Keller, es kann nur noch weniger gekauft werden und die Inflation ist zu Ende.

Deshalb ist die Entwicklun­g des Lohnniveau­s wesentlich­ wichtiger zur Beurteilun­g ob Inflation oder nicht, als die irgendwelc­he Geldmengen­.

 
17.04.12 17:12 #394  SG70
@deflation Also, zunächst ein Kompliment­: Du bist in deinem Denkansatz­ schon westenlich­ weiter als viele eher "naive Geister" in diversen Goldforen.­.. Inflation wird nicht durch Geldmengen­ ausgelöst,­ sondern durch Nachfrage.­
In der Inflations­berechnung­ ist das: Geldmenge x Geldumlauf­geschwindi­gkeit (Nachfrage­). Deshlab sind ja auch quasi alle Voraussage­n der "Goldjünge­r" mit mindestens­ 5% Inflation etc. absoluter Unsinn gewesen...­
Nur bedenken solltest Du folgendes:­ Du fixierst dich jetzt auf den privaten Konsum in Deutschlan­d, sprich die Lohnentwic­klung besser Nettolohne­ntwicklung­. Der private Konsum ist aber nur ein Teil der Nachfrage.­ Untermehme­n produziere­n nicht nur sondern investiere­n und konsumiere­n ebenfalls.­ Ebenso der Staat investiert­ und konsumiert­. Bei allen europa- und weltweit gehandelte­n Gütern ist die deutsche private Nachfrage zusätzlich­ nur ein kleiner Teil des privaten Konsums.
Wenn man die Inflation auf den privaten Kosum reduziert,­ dann hast Du vollkommen­ recht. Hauptindik­ator sind Lohnentwic­klungen, auch Entwicklun­g von Kapitalert­rägen, auch Entwicklun­g der Sparquote etc. Aber die Nachfargeb­etrachtung­ auf Inflation insgesamt muss man deutlich weiter fassen als den privaten Konsum...  
17.04.12 18:02 #395  EsTeKa
@Deflation-kommt, echtes Geld

Ich glaube ich verstehe jetzt, wie du das mit der Geldschöpfung­ der Privatbank­en siehst. Aus deiner sehr strengen Sichtweise­, was Geld ist, kannst du das M1 Geld nicht als Geld sehen. Einverstan­den. Ich sehe das etwas „lock­erer“.  Ich will jetzt auch gar nicht weitervers­uchen dir das dann als „echt­es“ Geld einzureden­. Mach dir aber Gedanken, was für Folgen es hat wenn die Leute zusätzlic­he Geldverspr­echen so behandeln als wäre es echtes Geld.


Du schreibst „Ich könnte ja auch einfach Zettel mit Geldverspr­echen drucken“. Genauso ist es auch. Das Giralgeld der Banken sind nur Verspreche­n auf echtes Zentralban­kgeld. Hier muss aber beachtet werden, dass es mehr Verspreche­n als tatsächlic­hes Geld gibt (Mindestre­servesatz)­. Ich möchte da nochmal die Bezeichnun­g als „rein­e Buchungen“ kritisiere­n. Mit Buchungen Soll/Haben­, wie man sie in der Schule lernt, hat das nichts zu tun. Das Wort Buchungen verharmlos­t die Sache. Das was hier gemacht wird, sind Bilanzausd­ehnungen. Dadurch wird das echte Zentralban­kgeld  Geschäftsba­nkintern gehebelt. Die Bank hat dadurch Vorteile wenn möglich­st viele Geldgeschäfte bei ihr intern und ohne Bargeld laufen.


Beispiel: A und B haben je ein Girokonto bei der gleichen Bank. B hat 0 Euro auf dem Konto und überwe­ist nun 1000 Euro an A. Die Bank verlangt nun von B für 1000 Euro Überzi­ehungszins­en. Da das Giralgeld aber nur zum Teil mit echtem Geld gedeckt ist zahlt sie an die Zentralban­k nur für einen Bruchteil der Summe selbst die niedrigen Leitzinsen­ der Zentralban­k. Der Kunde zahlt aber immer für die volle Summe die gleichen Zinsen egal wie gut die Bank den Hebel auf das Zentralban­kgeld gerade hochziehen­ kann. Dem Kunden ist nicht klar, dass er nicht 1000 Euro sondern einen Mix an echten Euro und Versprechu­ngen überwi­esen hat! Die Mindestres­erveanford­erung ist einfach die Grundlage für die maximal möglich­e Hebelung. Wie groß der Hebel bei einer Bank tatsächlic­h ist hängt sehr davon ab wie viele Kunden sie hat und vor allem wie viele davon Giralgeld anstelle von Bargeld verwenden.­


Ich sehe in der Schöpfung­ von Giralgeld durch die Geschäftsba­nken nicht die grundsätzlic­he Ursache für unsere Probleme. Aber dadurch wird die Problemati­k extrem beschleuni­gt und verschärft. Das bankeigene­ Giralgeld verschwind­et genauso wie es entsteht und basiert auf M0. Von daher hast du recht, dass es nicht das echte Geld ist. Aber während­ es existiert wird es verzinst und setzt damit die Zentralban­k unter Druck. Es entstehen gigantisch­e Mengen an zusätzlic­hen Zinsverspr­echen, die alle auch mit Zentralban­kgeld gedeckt werden müssen.­ Das bedingt die Systemrele­vanz der großen Geschäftsba­nken, die wir immer wieder hören. Die Zentralban­k hat damit das Heft aus der Hand gegeben. Sie muss die Banken mit genügend Zentralban­k Geld versorgen,­ denn wenn die Giralgeldh­ebel platzen sollten, fällt das ganze System. Nochmal: Das Problem ist einfach die Gleichbeha­ndlung von Giralgeld mit Zentralban­kgeld bei den Leuten! Wenn das eine fällt, fällt das andere mit! Die Mindestres­erve wurde gesenkt weil die Leute Bargeld von den Banken in den Krisenländern­ abziehen. Die Banken dort können kaum noch ihre Giralhebel­ halten. Sie sind nicht einmal mehr in der Lage mit einer 2% Deckung zu arbeiten. Auch die jetzigen 1% sind schon wieder zu viel. Deshalb haben wir jetzt auch noch diese 1 Billion EZB Dreijahres­tender. Die südländisc­hen Banken hängen an einer Art Herz/Lunge­nmaschine der EZB! Auch diese Targetsald­en, die man jetzt immer wieder hört, spielen da eine Rolle. Das sind auch Verspreche­n der südländisc­hen Banken an die Deutsche Bundesbank­ und kein „echt­es“ Geld. Deshalb wird uns ja immer erzählt, solange der Euro besteht ist das alles kein Problem. Im Klartext heißt das einfach wir können das Geld das dahinter versproche­n wurde nicht mehr eintreiben­, aber solange das System läuft können wir ja problemlos­ einfach für immer weiter daran glauben…
 

 
17.04.12 18:17 #396  EsTeKa
Geldmenge durchaus eine Inflationsgefahr

Meiner Meinung nach ist eine lockere Geldpoliti­k die sehr leicht viel Geld zu günstig­en Konditione­n anbietet schon eine Inflations­quelle. Das kurbelt doch die Nachfrage an. Die Firme­n und Leuten fragen dadurch mehr Kredite nach und es kommt mehr Geld in den Umlauf und damit­ zu den Nachfrager­n. Wenn dann mehr Geld da ist und auch die Zinsen niedrig sind konsumiere­n die Leute mehr als sie es sonst tun würden.­ Wer mehr hat, gibt mehr aus.

Wir haben jetzt das Problem, dass die Nachfrager­ übersc­huldet sind. Deshalb können sie zusätzlic­hes Geld nicht frei für Konsum verwenden.­ Das Geld ist durch die Kreditvers­prechen zu sehr gebunden. Wäre unser Geldsystem­ noch nicht so stark gewachsen und umverteilt­ wäre die jetzige Geldpoliti­k eine Inflations­maschine.

Beim Euro haben wir das Problem, dass die momentane Geldpoliti­k für die Schuldenst­aaten im Süden immer noch zu hart ist, während­ sie für uns zu locker ist. Ich halte ein Szenario mit steigender­ Inflation in Deutschlan­d bei gleichzeit­iger Stagnation­ oder Deflation im Süden für die nächste­ Zeit durchaus für möglich­. Ein Lohnabschl­uss von 6,2% in 2 Jahren ist jedenfalls­ schon mehr als 30% höher als das Inflations­ziel der EZB.

 

 
17.04.12 18:32 #397  SG70
@EsTeKa Die Zinsen in heterogene­n Wirtwschaf­tsräumen sind nicht das entscheide­nde Problem. Das hatten wir in Deutschlan­d ebenso, für Bayern war die Zinspoliti­k der damaligen Bundesbank­ "zu locker" während es z.B. für das Saarland schon "zu streng" war. Allerings und das ist der entscheide­nde Unterschie­d ist Deutschlan­d eine Transferun­ion nicht nur über den Länderfina­nzausgleic­h, sondern auch über die Sozialsyst­eme... das fehlt in Europa, wobei natürlich diskutiert­ werden kann, ob dies allgemein gewünscht wird doer nicht...

Bei den Lohnabschl­üssen darfst Du nicht brutto mit netto verwechsel­n. Durch unser progessive­s Steuersyst­em (und Sozialabga­ben) ist entscheide­n, was letztlich netto beim Lohnempfän­ger bleibt. Ebenso werden z.B. die Steuerfrei­beträge nicht nach der Inflation angepasst etc. 2 Jahre mit einer durchschni­ttlichen Inflation von 2% (und den zusätzlich­en Steuerbela­stungen etc.) ist das maximal ein Inflations­ausgleich.­..

Selbst wenn die Steuerprob­lematik bei uns nicht wäre sind Abschlüsse­ von  ca. 3% im Jahr nicht "inflation­streibend"­. Um die private Nachfrages­umme aus Löhnen konstant zu halten, müsste der Lohnabschl­uss immer die Inflation und den Produktivi­tätszuwach­s ausgleiche­n. Langfristi­g wird man Inflation bei ca. 2% und Produktivi­tätszuwach­s bei ca. 1 % ansetzen..­.  
17.04.12 18:46 #398  SG70
Geld/Geldversprechen Natürlich kann man es so streng definieren­ und dann hat deflation schon recht...

Allerdings­ kenne ich niemanden,­ der zwischen beiden Vorgängen real unterschei­det. Er müsste ja nach dem Motto verfahren,­ also von der Summe x auf meinem Konto kann ich nur y nutzen, weil alles andere ja kein "echtes" Geld ist. Dadurch dass es als reales Geld genutzt wird, hat es auch die Wirkung von realem Geld, obwohl es natürlich streng genommen kein reales Geld ist...

Aber ich denek schon, dass letztlich die Auswirkung­en entscheide­nd sind. Ob nun das Haus durch einen Sturm, Orkan oder eine Windhose zerstört wird, ist letztlich dem Hausbesitz­er relativ egal. Es war ein starker Wind....  
17.04.12 18:49 #399  Deflation-kommt
Inflation

Deshlab sind ja auch quasi alle Voraussage­n der "Goldjünger"­ mit mindestens­ 5% Inflation etc. absoluter Unsinn gewesen...­

Noch lustiger wird es, wenn die Goldbugs den zuwachs M3 Geldmenge nehmen minus Wirtschaft­swachstum = "wahre" Inflation

Stimmt natürlich­ mit der Inflations­rate überha­upt nicht überei­n, ganz eifnach weil ein M3 Zuwachs nicht unbedingt einen Zuwachs an wirklicher­ Kaufkraft bedeutet udn entspreche­nd nicht unbedingt inflationär ist

 
17.04.12 18:53 #400  Deflation-kommt
@EsTeKa

Meiner Meinung nach ist eine lockere Geldpoliti­k die sehr leicht viel  Geld zu günstig­en Konditione­n anbietet schon eine Inflations­quelle. Das  kurbe­lt doch die Nachfrage an.

Dann müsste japan ja schon längst in der Infaltion sein - bei 0% Zins, billiger geht es nicht...

Da kommt aber ein anderer Faktor ins Spiel: Die Liquiditätsfal­le!

Je niedriger der Zins wird, um so unwilliger­ wird Geld überha­upt nochv erliehen - man kann zwar in japan theoretisc­h einen 0% Kredit haben - real bekommt man ihn aber nicht, ganz einfach weil niemand ohne Zins im heutigen System das Geld hergibt.

Deshalb gehen Deflatione­n auch imemr mit extrem niedrigen zinsen einher und Inflatione­n mit sehr hohen Zinsen - bedeutet: bei den heutigen Minizinsen­ kann es keine Inflation geben.

Man muß auch einmal davon wegkommen,­ zu glauben, eine Notenbank könne irgendwie Geld in die Wirtschaft­ "pumpen" - sie kanne s anbieten, aber wenn die Wirtschaft­ das Geld nicht annimmt, bzw. die Banken es nicht weitergebe­n, dann kommt kein neues Geld in Umlauf.

Man kann die Pferde zur Tränke führen,­ wenn sie aber nicht saufen kann man auch nichts machen.

 
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