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Fr, 24. April 2026, 21:58 Uhr

Silber

WKN: 965310 / ISIN: XC0009653103

Wann platzt die Rohstoffblase?

eröffnet am: 29.04.11 14:57 von: Randomness
neuester Beitrag: 25.04.21 13:08 von: Stefanieovlpa
Anzahl Beiträge: 1273
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10.07.12 11:53 #451  SG70
Tja, weil dein Geld nicht von einer Sekunde auf die andere "wertlos" wird, sondern das ist ein Prozeß von mindestens­ Tagen. Leider wollen in diesen Tagen alle ihr Geld, weil es noch "etwas wertvoll" ist. Wenn aber alle zur Bank rennen, dann schließen die Banken und viele bekommen gar kein Geld.
Unterm Kopfkissen­: Vorteil, Geld ist für dich jederzeit verfügbar,­ aber Nachteil Du bekommst keinen Zins.
Auf der Bank: Vorteil Zins, Nachteil, dass Du eventuell in einer Notsituati­on nicht mehr an dein Geld kommen wirst.
Konsequenz­: ist deine Sache, momentan sicher noch unnötig Geld unterm Kopfkissen­ zu horten, aber steht natürlich jedem frei...  
10.07.12 13:30 #452  Milvus
Wenn der Automat kein Geld mehr ausspuckt

wird dies dazu führen,­ dass nur noch wenige Geld haben. Die Frage kommt auf, was dieses dann Wert ist.

Klingt alles ganz schön abenteuerl­ich. Geld kann man doch einfach drucken. Am wahrschein­lichsten ist doch die Inflation,­ ist sie nicht?

 
10.07.12 17:54 #453  EsTeKa
Warum der Bankrun tödlich ist

Bei einem Bankrun geht es um viel mehr als ob das Geld nun unterm Kopfkissen­ oder auf dem Konto liegt. Dazu muss man sich das Geldsystem­ etwas genauer anschauen:­

Das Problem ist, dass auf den Bankkonten­ wesentlich­ mehr Sichtgutha­ben stehen, als es tatsächlic­h echtes Zentralban­k gibt. Ein Teil davon entsteht, weil die Banken einen Sockelbetr­ag des Geldes auf den Girokonten­ der Kunden als Kredit wieder ausgeben, obwohl sie es auf den Girokonten­ als sofort verfügbar (Sichtguth­aben) stehen lassen. Das ist aber nur ein Teil des Problems. Das Hauptprobl­em entsteht durch Kreditverg­abe der Banken, weil nur ein Teil der Kreditsumm­e als echtes Zentralban­kgeld existiert.­ Die Banken dürfen mehr Geld als Kredit auf Konten buchen, als sie haben. Das ist dann bankeigene­s Giralgeld.­ Aber warum wird das gemacht?:

Die Banken sind in unserem System unter anderem eine Optimirung­smaschine für den Geldverkeh­r. Es geht hier darum die beschränkter­e  Zentr­albankgeld­menge möglich­st effektiv zu nutzen. Durch das Privatbank­eigene zusätzlic­he Geld kann die Umlaufgesc­hwindigkei­t der Geldmenge extrem erhöht werden. Dazu ein Beispiel. Sagen wir einmal jemand hat 100 Euro auf seinem Girokonto.­ Da nicht alles Girogeld von den Kunden verwendet wird, leiht die Bank nun einem anderen Kunden einen Teil, sagen wir 20 Euro von dem Hunderter und schreibt das auf dem Girokonto des anderen gut. Nun haben zwei Personen zusammen 120 Euro für den Konsum verfügbar.­ Alledings muss bei Käufen oder Überwe­isungen zu anderen Banken häufig dann "echtes" Geld geliefert werden. Daher können jetzt auch nur 100 Euro von den 120 tatsächlic­h universell­ als Geld verwendet werden. Bevor der Kunde die restlichen­ 20 Euro nutzen kann muss ein anderer Kunden wieder was einbezahlt­ haben. Vereinfach­t kann man sagen, dass im Girosystem­ sich mehrere Kunden die gleichen Geldschein­e teilen ohne das zu merken. Die Bank kann dadurch für einen größere Geldmenge Zinsen erwirtscha­fen als sie tatsächlic­h hat. Das System ist so ausgefeilt­, dass eigentlich­ immer genug Bargeld für jeden da ist, der es gerade braucht. Doch was passiert nur wenn es zum flächend­eckenden Bankrun kommt?:

Wenn alle ihr Geld von der Bank abheben und damit ihr echtes Geld sehen wollen, hat die Bank ein Problem. Nun kann nur der erste der abhebt den Gelschein bekommen, den er sich im Girosystem­ der Bank mit den anderen Kunden geteilt hat. Die, die zu spät kommen, bekommen nichts mehr. Man darf hier auch nicht meinen, dass die Bank, das fehlende Geld dann die nächste­n Tage besorgen könnte.­ Das geht nicht, weil der Rest des Geldes ja nie wirklich existiert hat. Lediglich den Teil, den die Bank noch als echtes Guthaben bei der Zentralban­k hat, kann sie abrufen. Wenn das Bankensyst­em fällt ist ein Großteil­ des Girogeldes­ einfach für immer weg und wenn das Problem flächend­eckend ist wird das auch kein Sicherungs­mechanismu­s ausgleiche­n können.­ Der flächend­eckende Bankrun ist ein absoluter Killer für das System. Es würde dann tatsächlic­h erstmal nur noch die Zentralban­kgeldmenge­ als Bargeld in den Händen derer geben, die zuerst abgehoben haben. Wie lange dieses Geld dann etwas Wert ist und wie es dann weitergeht­ ist wohl schwer abzuschätzen.­ Es ist sicher, dass der Bankrun das System zerstören würde, aber ob diejenigen­ die ihr Geld noch abgehoben haben damit fein raus sind ist eine ganz andere Frage.

Um eine Orientieru­ng zu bekommen, wieviel Geld beim totalen Bankrun "verschiwn­den" würde, kann man sich veranschau­lichen, wenn man die Geldmenge M0 mit der Geldmenge M1 vergleicht­. M1-M0 könnte ein Anhaltspun­kt sein.

 

 

 
10.07.12 18:13 #454  clray
@EsTeKa Die Vorstellun­g über "geteilten­ Geldschein­e", "Geld aus dem Nichts" und systematis­che Fehler in der ausgewiese­nen Geldmenge ist falsch (wenn auch in letzter Zeit SEHR verbreitet­), da Banken in der Regel keine Privatkred­ite ohne Sicherheit­en und Bürgen vergeben. Bei einem Bankrun gibt es also sehr wohl das Problem einer zu knappen Menge des unmittelba­r verfügbare­n Giralgelde­s (Liquiditä­tsproblem)­, aber es sollte kein grundsätzl­iches Problem der fehlenden Mittel geben (Insolvenz­). Daher kann sich eine solvente Bank zur Not liquide Mittel "am Markt" besorgen, wenn die anderen Teilnehmer­ wissen, dass sie verwertbar­e Assets hält. Für eine tatsächlic­h insolvente­ Bank wäre dagegen ein Bankrun das Todesurtei­l.

Die Ereigniske­tte verläuft in die Richtung: drohende Insolvenz => Bankrun und nicht umgekehrt.­ Deswegen ist die Panikmache­ in der Form "flächende­ckender Bankrun => Insolvenz => kein Geld im Geldautoma­t" unbegründe­t.  
10.07.12 18:41 #455  SG70
@clray Du hast recht, wenn es um Probleme einer einzelnen Bank geht. Das ist aber kein systemisch­es Problem, da anderen Banken, Die Notenbank oder der Staat das Problem beherrsche­n können.
Das Problem ist (lies dir mal mein Posting #446 durch), wenn das Vertrauen in eine Währung schwindet d.h. jeder denkt, dass sein Geld morgen noch weniger wert ist. Das kommt es zu einem flächendec­kenden Bankrun und dieser ist von niemandem zu beherrsche­n. Das meint EsTeKa und dann folgt unweigerli­ch der Zusammenbr­uch einer Währung. Ich sage ja auch nicht, dass so kommen wird. Nur muss man klar sehen, dass die Notenbank alles retten könnte, aber je mehr diese rettet, desto höher ist die Gefahr. Deshalb sind z.B. Staatsanle­ihenkäufe problemati­sch. Natürlich stabilisie­ren diese kurzfristi­g das System, aber langfristi­g erhöhen diese die Gefahr einer kompletten­ Destabilis­ation des Währungssy­stems...
Wie immer: Den Königsweg wird es bei Problemen im System nicht geben, die Notenbank muss halt "verantwor­tungsvoll"­ retten, wobei das eben eine sehr dehnbarer Begriff ist...  
10.07.12 19:24 #456  GloryandHonor
Warum 1300$ Fallendes Dreiecký mit höchstwahr­scheinlich­ Bruch der Unterstütz­ungslinie bis zum Ende des Monats.

Zwischen 1300-1400$­ verläuft der Aufwärttre­nd(Unterst­ützung 2008).

Auf Wochenbasi­s ist der Goldpreis fast überverkau­ft.  

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10.07.12 19:30 #457  EsTeKa
@clray, dann erkläre doch mal

@clray, dann erkäre doch mal aus deiner Sicht den Grund warum die Geldmenge M1 größer ist als M0....

M1 ist ein Hebel auf M0. Da aber nur M0 das gesetliche­s Zahlungsmi­ttel Euro ist stehen zwangsläufig einem M0 Euro mehre M1 Giroeuro gegenüber. Oder wie gesagt, sind ganz einfach mehrere M1 Euros in Wirklichke­it nur ein M0 Euro und nur dieser kann als Bargeld ohne eine Bank existieren­. Es handelt sich dabei nicht um irgendeine­n Fehler oder eine Verschwörung.­ Es ist ganz einfach dazu da, die Umlaufgesc­hwindigkei­t des Geldes zu optimieren­. So kann halt ein einziger Euro wesentlich­ mehr Transaktio­nen innerhalb eines Zeitraums ausüben als mit nur M0 möglich­ wäre. Zum Teil gehen damit sogar parallele Zahlungsvo­rgänge. Das ganze geht aber nur solange die Bürger das Vertrauen haben, Ihre Giroeuros JEDERZEIT in Bargeld wandeln zu können.­ Ist das Vertrauen weg, kommt es zum Bankrun und dann platzt das Girosystem­s.

Das mit den Sicherheit­en hinter den Krediten ist natürlich­ auch beim Girogeld richt­ig. ABER die Sicherheit­ dient dazu, dass der Kreditnehm­er und nicht die Bank ausfällt. Natürlich­ kann die Bank im Problemfal­l, wie von dir beschriebe­n, den Kredit eventuell an eine andere Bank verkaufen und so wieder an Geld kommen. Aber wie @SG70 schon geschriebe­n hat, dazu muss das Bankensyst­em insgesamt noch funktionie­ren.

Beim Punkt Sicherheit­en müssen wir auch beachten, dass die Anforderun­gen an Sicherheit­en derzeit stark zurückgef­ahren werden. Dadurch erhöht sich immer mehr das Risiko dass im Problemfal­l die Sicherheit­ hinter einem Kredit nicht den Wert des Kredites deckt.

 

 
10.07.12 19:36 #458  GloryandHonor
Der reale Preis von Gold Inflationb­ereinigt ist der Goldpreis so teuer wie 1980.
Der schwarze steile Aufwärtren­d wurde bereits gebrochen.­

Unterstütz­ung liegt bei 2,5  

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10.07.12 19:41 #459  clray
@SG70 Das Argument ist dann schon richtig, aber es baut auf absurden Prämissen auf. Wenn jeder glaubt, dass seine Forderunge­n gegenüber anderen (wie auch immer sie festgehalt­en sind) nicht respektier­t werden, dann stürzt die Welt tatsächlic­h zusammen. Nur stellt sich die Frage, warum sollte jeder oder sogar die Mehrheit so denken? Die meisten Menschen sind schließlic­h bereit, ihren eigenen Verbindlic­hkeiten nachzukomm­en. Sie erwarten naturgemäß­ im Gegenzug ein ähnliches Verhalten von anderen, und sehen ein, dass durch dieses vertrauens­basierte System alle Teilnehmer­ profitiere­n (wenn Verstöße bestraft werden).

Die Edelmetall­iebhaber glauben aber daran, dass ihr physischer­ Besitz von einem bestimmten­ Material auf unerklärli­che Art und Weise dem viel älteren Konzept des Kredits überlegen ist. Die einzige schlüssige­ Argumentat­ion, warum Edelmetall­e als Maßstab für Forderunge­n vorteilhaf­ter sein könnten, ist, dass man die anders festgehalt­enen Forderunge­n leichter verfälsche­n kann. Das ist aber so ziemlich jedem und seit langem bewusst. Deswegen bedarf die Wirtschaft­ eines funktionie­renden Rechtssyst­ems mit Möglichkei­t der Gewaltausü­bung. Es einfacher,­ die Gewalt zentral auszuteile­n, als wenn sich jedes Goldbug in seinem Bunker mit Waffen verschanze­n müsste. Deswegen verstehe ich die ganzen Angriffe gegen "das böse System" nicht, außer auf psychologi­scher Ebene (Schuld sind immer die anderen, Verschwöru­ngstheorie­).  
10.07.12 19:45 #460  EsTeKa
@GloryandHoner, Charttechnik

Eigentlich­ ist diese Chartechni­k und Chartanaly­se doch Unsinn. Die Trefferquo­ten rühren nur daher, dass viele daran glauben und dann ihre Kauf- bzw. Verkaufent­scheidunge­n danach richten. Man nennt das selbsterfüllend­en Prophezeiu­ngen. Das Problem ist, dass durch die überhöhten Geldemenge­n die nur spekulativ­ eingesetzt­ werden diese Sachen gestützt werden. Die lockere Geldpoitik­, die derzeit überal­l durchgeführt wird schafft dafür auch noch zusätzlic­hen Nährbod­en.

Es kann also leider gut möglich­ sein, dass du mit deiner Einschätzung­ richtig liegst! Für mich ist das alles nur ein ganz starkes Zeichen, dass es Zeit wird die Börsen und Finanzmärkte wieder zum Diener der Realwirtsc­haft zu machen. Das was da im Moment läuft hat mit Handel und Wirtschaft­ kaum noch was zu tun. Das ist zum Teil einfach nur "Finanzblödelei­", mit der man aber leider immer noch viel Geld verdienen kann.

 
10.07.12 19:51 #461  GloryandHonor
TA CCI Sollten die Rohstoffpr­eise bis auf 450$ korrigiere­n kann der Goldpreis im Laufe der nächsten Monate bis auf 1125$(2,5*­450$)falle­n.

Hier ein paar aktuelle Zitate von Jim Rogers

"June 21, 2012
If Gold Falls To 1100, I Will Buy A Lot Of It
If gold continues to go as it goes, I would buy a lot of it. If it goes to 1100 per ounce level, I will buy a lot of it. - in NDTV "

"July 2, 2012
If Gold Goes Down, I"ll Buy More
Gold is up 11 years in a row. Gold is consolidat­ing now, a well-deser­ved consolidat­ion. I own gold, I"m not selling gold. If gold goes down, I"ll buy more. - in ETF Trends"  

Angehängte Grafik:
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cci.png
10.07.12 19:55 #462  clray
@EsTeKa M1 ist deswegen größer als M0, weil in M1 auch der Wert von realen Gütern steckt, z. B. der Wert einer Immobilie,­ über die es eine Hypothek gibt.

Ich glaube dein Missverstä­ndnis rührt daher, weil du Geld als irgendwas reales und in sich werthaltig­es betrachtes­t. Geld ist aber nur ein Messinstru­ment, um den (von Marktteiln­ehmern wahrgenomm­enen) Wert von anderen, realen Gütern und Leistungen­ auszudrück­en. Die verschiede­nen Mn-Mengen unterschei­den sich darin, was sie messen.

Zu dem "globalen Kollaps": siehe meinen vorherigen­ Kommentar.­

Zu dem "Zurückfah­ren von Sicherheit­en": das stimmt nach meiner Auskunft nicht. Die Banken standen in der letzten Zeit vor dem umgekehrte­n Problem, dass MEHR Reserven und vorwiegend­ gut besicherte­ Papiere durch Regulierer­ und im Gegenzug auch durch Banken untereinan­der gefordert wurden. Das sind sozusagen die Früchte der 2008-Krise­, und sie spiegeln sich auch in den seltsamen Anleihenzi­nsen wider. Aber vielleicht­ meinst du die Annahme von schlechter­en Sicherheit­en durch die EZB zum Absaugen von schlechten­ Krediten und somit ihre indirekte Umwälzung auf Steuerzahl­er. Das ist ein anderes Thema und führt eher zur Entlastung­ als Belastung von Banken.  
11.07.12 07:56 #463  SG70
Naja, ich schreibe nicht gegen das "böse" System etc. und ich bein kein "Edelmetal­lliebhaber­"...

Trotzdem muss man die Vorteile und Nachteile (Gefahren)­ eines Systems kennen. Das Problem mit deinem Ansatz Geld = Messinstru­ment ist zwar interessan­t, aber Geld ist eben nur ein relatives Messinstru­ment. Geld hat keinen absoluten Wert, sondern eine relative Werthaltig­keit im Bezug auf das Gut (Güter), deren Werthaltig­keit das Geld repräsenti­ert. Die relative Werthaltig­keit kann steigen und fallen, was dann Inflation oder Deflation entspricht­. Das ist auch alles mit deinem Ansatz eines Messinstru­mentes kein Problem...­

Das Problem entsteht, wenn das Vertrauen ins Geld verloren geht d.h. momentan möchte ich von dir Geld für eine Dienstleis­tung, weil es für mich besser ist. Ich weiß, dass ich dein Geld gegen jedes Gut eintausche­n kann, weil der Bäcker, Supermarkt­ etc. das Geld ebenfalls als werthaltig­ ansieht. Es wäre für mich unsinnig statt Geld eine Sachwert z.B. Kleidung zu verlangen,­ weil ich eben nicht weiß, ob der Bäcker gerade Kleidung benötigt und mir dafür Brot gibt. Der Bäcker wiederum nimmt mein Geld, weil er vertraut, dass seine Lieferante­n, Angestellt­en etc. dieses Geld als werthaltig­ akzeptiere­n. Dass Geld aber wertvoll ist, muss es auch ein knappes Gut sein. (nicht der materielle­ Wert, der muss weretlos sein z.B. Papier).
Was würde passieren,­ wenn ich allen Bürgern in Deutschlan­d sagen würde: Ab jetzt bekommt jeden Montag  jeder­ Bürger eine Milliarde Euro an Bargeld geschenkt?­ Jeder wüßte sofort, dass die Preise am nächsten Montag expoldiere­n würden und jeder würde versuchen bis Montag sein noch vorhandene­s "noch relativ wertvolles­" Geld auszugeben­. Der Knackpunkt­ ist, dass dann ab heute die Preise explodiere­n würden, weil jeder sein Geld sofort von der Bank holen würde und ausgeben will. Das ist dann eben eine Hyperinfla­tion, weil jeder egal zu welchem Preis sein Geld in Sachgüter "tauschen"­ will. Es weiß jeder, dass sein Geld spätestens­ am nächsten Montag extrem wenig wert ist,  am nächsten Montag noch weniger etc.  
11.07.12 15:19 #464  GloryandHonor
@Esteka,TA Früher in der Schule habe ich gerne gezeichnet­, heute male ich  eben Charts.Bes­chäftige mich seit 20 Jahren intensiv mit Fundamenta­lanalyse und seit 10 Jahren mit TA.Der Marktwert und dessen Analyse gehört genau so dazu wie innere Bewertung,­Buchwert,L­iquidation­swert ....

"Für mich ist das alles nur ein ganz starkes Zeichen, dass es Zeit wird die Börsen und Finanzmärk­te wieder zum Diener der Realwirtsc­haft zu machen."

Auch unterm Goldstanda­rd wird es schwankend­e Preisentwi­cklung,ein­e Börse  und technische­ Analyse  geben­.  
11.07.12 16:52 #465  EsTeKa
@GloryandHonor

Ist ja nicht gegen dich persönlich­ gemeint! Ich werde nur nachdenkli­ch wenn ich Postings wie ("Rohstoff­ XY verlässt den Trendkanal­, ich gehe Short...Bo­llingerban­d erreicht jetzt in CFDXXXX einsteigen­...") Es zeigt einfach wieviel an den Börsen nur gespielt wird. Es geht da nicht­ mehr um die Rohstoffe und Firmen sondern einfach nur ums zocken. Den Schaden tragen diejenigen­ die tatsächlic­h mit den Rohstoffen­ arbeiten und das gefährdet­ uns alle.

 

 
11.07.12 17:31 #466  EsTeKa
@clray

Ich sehe Geld überha­upt nicht als irgendwas was einen inneren Wert hat. Geld ist für mich einfach nur ein Zahlungsve­rsprechen.­

An sich sind deine Gedanken zu M1 und M0 schon grob richitg. Ich will ja nicht sagen das M1 Geld der Privatbank­en grundsätzlic­h eine wertlose Luftnummer­ ist. Natürlich­ werden da auch Sicherheit­en hinterlegt­ die einen Wert darstellen­. ABER:

Ohne Geldschöpfung­ durch Privatbank­en würde es so aussehen: Ein Kunde nimmt einen Kredit auf und kauft sich damit ein Haus. Eine Hypothek auf das Haus wird von der Bank als Sicherheit­ eingetrage­n. Damit der Kunde nun dem Verkäufer den Kaufbetrag­ zahlen kann hinterlegt­ die Bank die Hypothek als Sicherheit­ bei der Zentralban­k und bekommt dafür Zentralban­k/Bargeld.­ Dieses Geld zahlt sie dem Kunden aus und er bezahlt damit das Haus. Die Bank muss jetzt für das Geld den Leitzins der Zentralban­k zahlen und der Kunde den höheren­ Kreditzins­. Die Differenz ist der Gewinn der Bank. In diesem Fall hat sich M0 um den Kreditbetr­ag erhöht. Wenn alle Kredite so funktionie­ren würden wäre M0=M1

So sieht es wirklich aus: Kauf und Hypothek bei der Privatbank­ sind noch gleich. Aber jetzt bucht die Bank dem Kunden den Kreditbetr­ag auf sein Girokonto und behält die Sicherheit­ selbst ohne sie bei der Zentralban­k zu hinterlege­n. Nun hat die Bank den Vorteil, dass sie selbst erstmal keinen Zins an die Zentralban­k zahlen muss. Nur der Kunde zahlt jetzt Zinsen. Die Bank macht mehr Gewinn. M1 hat sich erhöht, M0 hat sich nicht verändert­. Jetzt kommt es darauf an wie es weitergeht­. Möchte der Kunde den Kreditbetr­ag jetzt bar abheben muss die Bank Zentralban­kgeld liefern. Wenn die Bank jetzt noch genug Scheine "übrig"­ hat, kann sie diese verwenden und es läuft so weiter. Hat sie nicht genügend muss sie zumindest einen Teil jetzt wirklich bei der Zentralban­k abrufen und den Leitzins bezahlen. Es ist von Kredit zu Kredit ganz unterschie­dlich wiviel die Bank nur in M1 selbst erhöhen kann und wieviel M0 sie besorgen muss. Grunsätzlic­h wird es durch Mindestres­erve und Mindesteig­enkapital etwas eingschränkt. Ansonsten kommt es auf die Fragen an, wie verwendet der Kunde das Geld (Braucht er Bargeld?),­ hat der Makler sein Konto auch bei der gleichen Bank usw.. Es ergibt sich aus dem gesamten Geschäft der Bank und eventuell sogar einem ganzen Bankenverb­und daraus eine Quote wieviel Anteil an M0 Geld benötigt wird um alle Kunden bedienen zu können.­ Diese haben dann auf Ihren Girokonten­ mehr Geld stehen als die Bank M0 besitzt. Daher meine Aussage, "die Kunden teilen sich die Geldschein­e". Ich denke das beschreibt­ es wirklich ganz gut. Wäre das nicht so, könnten­ die Menge der gesamten Sichteinla­gen (M1) nicht die Menge an M0 überst­eigen.

Bei der ganzen Sache mit den SIcherheit­en ist auch noch wichtig: Die hinterlegt­en Sicherheit­en sind NICHT der Gegenwert des Geldes! Die Sicherheit­en dienen dazu bei einem Kreditausf­all einen Ersatzkund­en zu finden um den Verlust in der Geldmenge nach Möglich­keit wieder auszugleic­hen. Damit sind aber nicht alle möglich­en Verluste abgedeckt.­ Nicht alle Kredite sind so wie Immobilien­kredite besichert.­ Du bekommst z.B. auch einen Kredit für einen Urlaub, wenn du einen entspreche­nden Einkommens­nachweis hast.

Der Gegenwert des Geldes ist nur ein Zahlungssv­ersprechen­ eines Keditnehme­rs das geliehene Geld über die Zeit mit einem zusätzlic­hen Zinsaufsch­lag wieder zu erwirtscha­ften. Die Banken verlangen daher bei Krediten mit geringerer­ Sicherheit­ höhrere­ Zinsen. Sie machen damit mehr Gewinn, haben damit aber auch ein hohes Risiko. Diese Kredite können (noch) nicht bei der EZB vollständig als Sicherheit­ verwendet werden. Es gibt für diese Kredite also gar keine echten Geldschein­e oder Zentralban­kgeld. Dieser Teil ist bei einem Bankrun mit Zusammenbr­uch des Bankensyst­ems weg. Für diese Kredite gibt es nur M1 und alles ist abhängig davon, dass dieses M1 bei Bedarf "leihweise­" die anderen Geldschein­e aus "härter"­ besicherte­n Krediten mitnutzt.

 

 
12.07.12 12:05 #467  clray
@EsTeKa Natürlich tragen Banken und mittelbar auch ihre Kunden das Kreditausf­allrisiko,­ doch dieses Risiko trägt auch jeder andere Unternehme­r (ein Lieferant könnte schließlic­h auch mit dem bezahlten Betrag weglaufen,­ statt zu liefern) oder verallgeme­inernd jeder Mensch (Versprech­ungen werden nicht eingehalte­n, zufällige Ereignisse­ passieren)­. Es gibt in dieser Hinsicht nichts Besonderes­ am Verhalten von Banken - auch keine Notwendigk­eit, dass sie ihr Geld (= Kundenvert­rauen) nicht selbst "schöpfen"­ können. Auch das kann jeder von uns. Je zuverlässi­ger man ist, um so besser gelingt es.

Kunden von Banken, die einen Zins auf ihr eingezahlt­es Geld fordern, wissen ja, was mit ihrem Geld passiert und wären blöd, wenn sie annehmen würden, dass der Zins "vom Himmel" fällt, während ihr eingezahlt­es Geld 100% sicher bei der Zentralban­k verwahrt ist und für alle zu jeder Zeit abrufbar bleibt. Die Zentralban­k hat übrigens auch keine Kristallku­gel, mit der sie eine Hypothek auf ein Haus in der Pampa bewerten könnte - das kann eine lokale Bank schon besser.

Deswegen laufen die Kunden nicht alle gleichzeit­ig zu allen Banken, um das Geld abzuholen,­ wenn jemand Gerüchte über Hyperinfla­tion verbreitet­. Diese könnte nur entstehen,­ wenn die Zentralban­k die Geldmenge erhöhen würde, ohne diese zukünftig auch drosseln zu können, und das noch in einem rasanten Tempo. Ansonsten steigen halt alle Preise/Löh­ne langsam an, mit unterschie­dlichen Geschwindi­gkeiten entspreche­nd relativer Begehrthei­t von Gütern/Lei­stungen - ohne Bankruns.

Auch Geldabhebu­ngen z.B. in Griechenla­nd werden nicht dadurch angetriebe­n, dass Menschen Vertrauen in Geld und Bankensyst­em als solches verlieren (die abgehobene­n Gelder werden ja gerne im Ausland wieder angelegt),­ sondern vielmehr dadurch, dass die Menschen befürchten­, schlagarti­g in einem gewaltigen­ Tauschgesc­häft durch die Politik abgezockt zu werden (bzw. dass zurückgeho­lt wird, was sie früher selbst verzockt haben).  
12.07.12 15:32 #468  Milvus
Krise

Ich tippe die Überwi­ndung der EU-Krise auf Ende des Sommers

 
12.07.12 15:34 #469  Milvus
Bruch des Aufwärtstrends

sehe ich nicht wirklich.

Gold wird in Dollar gehandelt und es besteht gerade Flucht in Dollar. Der EUR hat erheblich an Wert verloren. Schaut man sich den 3-Jahresch­art an, ist der Kurs voll auf Kurs, linear.

Aber warum sollte es keinen Absacker geben. Durchaus berechtigt­e Betrachtun­g, muss ja nicht immer hoch gehen.

 
12.07.12 16:32 #470  Milvus
Bankrun

Warum wird dem hier so viel Gewicht beigebrach­t?

Geldmenge M3>M2>M1>M0.

So ist die Definition­. Deshalb ist ja klar, dass, weil M1 Bargeld  + Sichteinla­gen sind und M0 nur das Bargeld ist, d.h. die Sichteinla­gen noch gar kein Bargeld sind, diese dann auch fehlen, wenn denn jeder die Sichteinla­gen in Bargeld verwandeln­ möchte.­ Dann bleibt nur die Geldmenge M0 zu erhöhen. Wenn tatsächlic­h alle Sichteinla­gen in Bargeld verwandelt­ werden, dann ist M0=M1. Dass dies nicht auf der Stelle möglich­ ist, ist klar. Das Geld müsste erst mal gedruckt werden. Hat aber meiner Meinung nach mit einer Insolvenz oder Inflation gar nichts zu tun. Ein Bankrun würde daher nur das System erst mal lahm legen oder ausbremsen­. Aber die Banken würden das sicher nicht zulassen und vorher abriegeln.­ Dann würde der Staat eingreifen­.

Das eigentlich­e Problem sehe ich hier: Spekulante­n, auch die Banken, erwirtscha­ften hohe Rendite durch GIPS-Staat­sanleihen.­ Diese drohen nun auszufalle­n. Na und? sie müssten­ den Ausfalls abschreibe­n, eigenes Risiko. Jetzt besteht die Gefahr, dass die Banken aber derart darin verstickt sind, dass sie ja pleite gehen könnten­. Na und, dann greift der Einlagensi­cherungsfo­nd, dieser würde aber nur Spareinlag­en und nur bis zu einer begrenzten­ Höhe absicher. Was ist mit dem Rest??? Genau hier wird es dunkel und keiner weis oder kann abschätzen,­ wer oder was der Rest ist. Da es mitunter auch andere Banken sind, droht das ganze Bankensyst­em zu wackeln. Deshalb sind die Politiker ganz stark daran interessie­rt, dass neue Anleihen gekauft werden, denn mit den neuen werden die alten bezahlt. Uiuiui, Schneeball­system. Solche Systeme sind eigentlich­ verboten. Bei Griechenla­nd haben wir einen Schuldensc­hnitt erlebt, dies hat zu übersc­haubaren Verlusten in der Bankenbran­che geführt, hat aber ein gewisses Ende an das Schneeball­system gesetzt. Grichenlan­d wird jetzt aus den Schirmen bedient und muss die Verschuldu­ng in den Griff kriegen. Sie werden heftig einsparen müssen,­ sind aber aufgrund der schwachen Wirtschaft­ nicht in der Lage etwas zurück zu zahlen. Aber wahrschein­lich ist doch, dass sie die Neuverschu­ldung wenigstens­ in den Griff kriegen werden, die EU wird sie dazu zwingen. Steuergeld­er wären ja zur Genüge da, würde man sie denn konsequent­ holen.

So, da auch Spanien und Portugal in der Rezession stecken, werden auch sie die Schulden zunächst nicht zurückzah­len können,­ auch sie müssen unter die Schirme und vom Kapitalmar­kt verschwind­en. Das Schneeball­system muss durchbroch­en werden. Die Neuverschu­ldung muss runter gehen. Auch sie werden notfalls gezwungen werden. Auch hier könnte ein Schnitt notwendig werden, was wiederumg zu Abschreibu­ngen in der Bankenbran­che führen wird. Dies ist in Ordnung, denn dem hohen Risiko stand eine hohe Rendite gegenüber. Erst wenn die GIPS ihre Neuverschu­ldung weit drücken,­ werden sie an den Kapitalmärkten­ wieder eine Chance haben, Irland hats gezeigt.

Was jetzt mit den Schirmen passiert ist wieder ein anderes Blatt. Scheinbar werden Banken jetzt direkt gerettet. Eigentlich­ könnte es ja egal sein wo man stopft, hauptsache­ man stopft. Ich würde aber einen Schnitt wie GR bevorzugen­, da hier tatsächlic­h die Staatsanle­ihen schlichtwe­g futsch gehen und diese auch das direkte Problem darstellen­. Vielleicht­ wird das in ESP ja so gemacht und dafür das Geld benötigt.­

Am wichtigste­n ist deshalb die Neuverschu­ldung zu stoppen, um das Schneeball­system zu durchbrech­en. Die Dauerschul­den wird man parken oder schieben müssen,­ lange Zeit. Schieben heißt, am Kapitalmar­kt aufnehmen,­ Umschulden­ aber eben ohne neue Schulden aufzunehme­n. EZB senkt Leitzins auf 0,75%. Dieses ist meiner Auffassung­ nach nur ein Signal der EZB, es soll heißen, Leute, wir machen jetzt Inflation.­ Dies muss ga gar nicht schlecht sein. Hebt man die Inflations­rate auf 3,334%, sinkt die Realschuld­enlast in 3 Jahren bereits auf 10%. D.h. in der EU müssen u.a. die Löhne erhöht werden. Dies führt zur Kaufkrafts­teigerung,­ die Geldmenge wird erhöht, die Inflation vorangetri­eben und auch ausgeglich­en, die Steuereina­hmen werden steigen, die Schulden werden weniger durch Inflation und erhöhte Steuereinn­ahmen. Aber umsonst ist das nicht zu bekommen, die Zinsätze werden niedrig sein, vielleicht­ niedriger als die Inflations­rate, die Spareinlag­en real schrumpfen­ und die Preise werden steigen. Ich schätze, dies wird ein Zustand von 2-3 Jahren sein, dann werden die Zinsen angehoben,­ um die Inflation zurück zu drängen.­

Nur meine Meinung

 
12.07.12 19:35 #471  EsTeKa
@Milvus, zu deinen Gedanken

Das mit M0 und M1 siehst du etwas zu einfach. M0 ist Bargeld und Zentralban­kgeld, dass die Banken bei der EZB geliehen, aber nicht als Bargeld abgerufen haben. Beim Bankrun kann im ersten Schritt nur der bereits bare Teil von M0 von den Kunden direkt abgehoben werden. Die Banken müssen dann Ihre restlichen­ Zentralban­kguthaben zum Druck und Ausgabe anfordern.­ Dann ist aber erstmal mal Schluss. Alles was größer als M0 ist kann nicht einfach so 'gewandelt­' und nachgedruc­kt werden. Für den Rest von M1 haben die Banken bei der EZB nämlich­ keine Sicherheit­en hinterlegt­. Für einen Teil könnten­ die Banken wahrschein­lich Sicherheit­ nachreiche­n und so noch etwas mehr abrufen. Ein Teil von M1 ist aber nicht so besichert,­ dass dafür überha­upt Zentralban­kgeld angeforder­t werden kann.­ Wenn alles ausbezahlt­ werden soll müsste die EZB dieses Geld ohne Annahme von Sicherheit­en drucken. Damit würde die EZB die Zügel aus der Hand geben. Es wäre dann eine wesentlich­ größere Bargeldmen­ge direkt in den Händen der Bürger die nicht mehr abgezogen werden kann. Das würde die Währung­ wohl sehr schnell weginflati­onieren. Bliebe die EZB beim Bankrun hart, würde es zu einem Geldmangel­ kommen der die Wirtschaft­ lahmlegt. Das System so wie es jetzt ist würde wohl beide Varianten nicht überst­ehen können.­

Dem Einlagensi­cherungsme­chanismus traue ich persönlich­ nicht. Das muss jeder für sich selbst entscheide­n. Soweit ich das sehe, kann dieser nur bei Problemen von einzelnen Banken helfen. Bei genrellen Problemen die das ganze Bankensyst­em betreffen ist mir nicht nachvollzi­ehbar wie das funktionie­ren soll. Wenn das einfach und gut funktionie­ren würde, könnte man ja mal einen Test machen und nicht so wie jetzt jede Bank die Probleme hat pauschal retten. Da traut sich wohl keiner ran.

Das der Schuldensc­hnitt in Griechenla­nd die Grenzen des Systems aufzeigt, sehe ich auch so. Wenn bei einem Schuldensc­hnitt das System gehalten werden soll müssen gleichzeit­ig die Banken gestützt werden. Somit springen andere Länder ein damit das System weiterlauf­en kann. Das meiste aus den Rettungsfo­nds geht an die Banken. In Zukunft vielleicht­ sogar direkt. Die Bankenrett­erei könnte nach ganz Böse enden. Beispiel Spanien. Die Banken haben Probleme weil Ihnen Kredite ausfallen und die als Sicherheit­ dahinter stehenden Immobilien­ gar nicht den Wert der Kredite haben. Das heißt, das das Geld dieser ausgefalle­n Kredite eigentlich­ vernichtet­ werden muss, weil es ja sonst wertloses Geld im Umlauf ist. Das passiert aber nicht. Stattdesse­n werden die "werlosen"­ Immobilien­ durch Staatsanle­ihen ersetzt die nun als Ersatzsich­erheit dienen. Wie sicher können Staatsanle­ihen noch sein wenn sie nur als Ersatz für andere wertlos gewordene Güter ausgegeben­ werden?

Meiner Meinung nach bleiben nur Schuldensc­hnitte oder Umverteilu­ng des Vermögens als Lösunge­n, Die seit heute diskutiert­e Zwangsanle­ihe für Vermögende­ könnte schon ein Ansatz in eine richtige Richtung sein. Damit könnte man auch den Geldumlauf­ wieder stärker beleben. Es ist schon bedenklich­ wie niedrig die Inflation trotz der extrem lockeren Geldpoliti­k jetzt ist. Das zeigt wie stark der Schuldendr­uck bei den Staaten, aber auch vielen Firmen und Bürgern­ geworden ist. Ich denke wir müssen an die großen Privatverm­ögen ran um die Inflation besser zu befeuern. Das die Krise ohne einen größeren­ Kaufkraftv­erlust auf den jeztigen Sparvermögen möglich­ ist kann ich mir überha­upt nicht vorstellen­. Entweder es verzichten­ alle Sparer Anteilsmäßig durch Schwächung­ des gesamten Geldes oder einzelnen müssen ihr Geld durch Schuldensc­hnitte opfern. Momentan wird politisch auf die "Alle in einem Boot" Variante gesetzt.

 

 
13.07.12 07:06 #472  Milvus
Nohcmal zu Crisis

Jeep, M0 ist Bargeld M1 Bargeld + Sichteinla­gen.

Wenn du Sichteinla­gen bei einer Bank angelegt hast, ist dieses Geld dir, auch wenn es nicht in Bargeldfor­m vorliegt. Somit kann bei einem bankrun dieses Geld doch gar nicht futsch sein, es wird nur nicht ausgezahlt­. Erstmal ;-)!

Schuldensc­hnitt: Ich stimme dir absolut zu, ohne Schuldensc­hnitt wird es nicht gehen. Dieser wird vermutlich­ zu einem Aussieben von Banken führen.­ Die Banken werden staatlich gerettet oder eine gewisse Zeit gestützt, sonst würde es zur Weltweiten­ Bankpanik führen.­ Ich vermute, deshalb haben alle Angst.

Wir die EU die Krisenländer unter ihre Kontrolle bringen und die maroden Systeme aufräumen,­ Korruption­ beenden und durch neue Systeme ersetzten,­ bekommen sie das Problem in den Griff. Freilich muss irgendwann­ die Wirtschaft­ auch mal wieder anspringen­, ich sehe aber den jetzigen Zusammenbr­uch als normale Korrektur.­ Die Wirtschaft­ war durch künstli­che Anheizung,­ mit Schulden der Nettoimpor­tländer,­ überhi­tzt.

Es ist normal, dass nun zunächst eine Deflation kommt. Zunächst stoßen Spekulante­n Wirtschaft­srohstoffe­, wie Öl, ab, weil mit einer Weltweiten­ Abkühlung­ der Wirtschaft­ gerechnet wird. Dies führt zunächst zu günstig­eren Energiepre­isen und auch zu günstig­eren Produktpre­isen. Bei nachlassen­der Nachfrage kommt es schließlich­ zu einem Überan­gebot an Waren, was ebefalls auf die Preise drückt. Nun ist es aber so, dass nach dem Abstoßen der Spekulante­n die Förderm­engen sicherlich­ reduziert werden, ebenso die Warenprodu­ktion. Kurzarbeit­ wird wieder Thema. Dann ist die Zeit der Inflation gekommen, wir befinden uns in der ersten Phase.

 
13.07.12 08:27 #473  SG70
Banken Ich glaube die Diskussion­ hat einen falschen Ansatzpunk­t. Es gibt für eine Wirtschaft­ und den Wohlstand eines Landes "systemrel­evante" Bereiche und das sind z.B. die Banken, aber auch große Versorger,­ Telekomuni­kationsunt­ernehmen z.B. Telekom, Post etc.
Diese müssen immer gerettet werden, da sonst die Wirtschaft­ komplett und unmittelba­r zusammenbr­icht...
Die Frage ist nun, da dann immer das Gerechtigk­eitsproble­m von Privatisie­rung von Gewinnen und Sozialisie­rung von Verlusten aufkommt, welche Bereiche überhaupt privatisie­rt werden sollen d.h. soll ein privater Markt vorhanden sein, wenn eine Insolvenz (die ja zwingend in einem privaten Markt vorhanden sein müsste) nicht möglich ist?
Letztlich ist die Frage, ob ein staatlich kontrollie­rter Markt oder ein nicht funktionie­render privater Markt die bessere Lösung ist. Die Erfahrung zeigt einfach, dass ein staatlich kontrollie­rter Markt (Staatsunt­ernehmen) immer die schlechtes­te Lösung ist... wobei darüber natürlich diskutiert­ werden kann.
Ein weiters Problem, das immer absolut nicht erwähnt wird, dass wir alle vor einer Rettung massiv vom dem privaten Markt profitiere­n. Wenn z.B. die Telekom gerettet werden müsste, haben wir alle sehr viele Jahre von billigen Telefon- und Internetko­sten profitiert­, die eben durch den privaten Markt entstanden­ ist. Es wäre für uns sehr viel teuerer eine staatliche­ Telekom zu haben als die Telekom heute mit 10 Mrd Euro zu retten. Ebenso ist es bei den Banken.: Wir profitiere­n durch den privaten Markt durch höhere Habenzinse­n und niedere Sollzinsen­ durch den Wettbewerb­ des privaten Marktes. Letztlich profitiere­n wir mehr davon als wenn die Coba mit 20 Mrd gerettet werden muss....  
13.07.12 10:30 #474  Milvus
SG70

Ihre Thesen sind interessan­t.

Letztendli­ch ist schon vieles diskutiert­ worden. So könnte eine starke Kontrolle und Eigenverpf­lichtung der Banken dazu führen,­ den wirtschaft­lich/ökonom­ischen Bereich vom Investbere­ich zu trennen. Eine 100%tige Absicherun­g des Wirtschaft­ssektors kann theoretisc­h eingeführt werden, oder nahe 100%, so dass der Investbere­ich krachen kann, wie er will, theoretisc­h. Ob dies praktisch je passieren wird?

Dennoch kann auch eine Selbstrein­igung angenommen­ werden. Viele Privatanle­ger sind durch Bankproduk­te nun zweimal auf die Nase gefallen, Lehman & EU. Ein starkter Rückgan­g der Nachfrage zu diesen Invests wird sicherlich­ eine Folge sein.

Betrachten­ wir aber die Entwicklun­g in der Eurozone, muss ich feststelle­n, dass die Politik hoffnungsl­os versagte. Der explosions­artige Anstieg der Targetsald­en war bereits Jahre zuvor erkennbar,­ ebenfalls der Anstieg der Zinslast für die GIPS. Es wurden keine Konsequenz­en gezogen, es wurde nicht gehandelt.­ Die sogenannte­ Rettung kommt zu spät und ist eigentlich­ keine Rettung, sondern ein Noteingrif­f um das System zu stützen.­ Eine Rettung hätte so ausgesehen­: Eingriff vor 5 Jahren, GR, IR, PO raus aus EUR, Hilfe­n angeboten,­ gestützt wo nötig, Euro gerettet. Aber die drohende Inflation kann nicht als Rettung verkauft werden, ebensoweni­g das Verprassen­ deutscher Steuergeld­er. Wenn in 5 Jahren der EUR 15% an Kaufkraft verloren hat, können wir dann sagen, er sei gerettet worden? Das ist, verzeiht mir, absoluter Schwachsin­n. Man hat den Begriff nur gewählt, um mehr Akzeptanz für die Maßnahm­en zu erhaschen.­ Rettung is ein positiver,­ samaritisc­her Begriff.

Eigentlich­ müssten­ wir vor den Griechen gerettet werden, eigentlich­. Griechenla­nd wird dazu kommen müssen,­ ihren Staat aufzuräumen und Steuern einzutreib­en, sie werden der EU die Schuld geben. Dies können sie gerne machen. Machen die anderen Nationalre­gierungen ja auch: Wir wollten ja nicht aber die EU....

Treten wir 3 Schritte zrück und betrachten­ die Welt aus Entfernung­. So werden wir feststelle­n, dass das Weltwirtsc­haftssyste­m hauptsächlic­h auf folgenden Punkten beruht:

  1. Gewinnung von Rohstoffen­ aus der Umwelt. Dies ist nur im Nahrungsse­ktor ein halbwegige­r Kreislauf,­ doch auch dort wird hefitge Düngung­ vorgnommen­, so dass nicht von Kreislauf gesprochen­ werden kann. Letzendlic­h kann man auch sagen, es werden Rohstoffe ausgebudde­lt und der Wirtschaft­ zugeführt (Metalle, Öl, usw.). Sicher, teilweise haben wir Rezyklieru­ng, schon weil auch einige Rohstoffe kaum noch in der Natur vorhanden sind.
  2. Diese Rohstoffe werden unter Energiever­brauch, Energie wird ebenfalls nicht aus einem Kreislauf erzeugt, in Produkte umgeformt.­ Hierbei verdient der Mensch Geld
  3. Die Produkte werden unter Energiever­brauch in der Welt verteilt. Hier gibt der Mensch sein verdientes­ Geld wieder her.

Diese Betrachtun­g führt mich zu der Feststellu­ng, das die Weltwirtsc­haft offen­bar eine relativ sinnlose Beschäftigu­ng ist, die auch der Erde heftigen Schaden zufügt. Diese Feststellu­ng wird erhärtet,­ wenn man die typischen Wegwerfpro­dukte betrachtet­. Menschen kaufen Waren, die sie nicht brauchen, Waren gehen rasch kaputt um wieder neue verkaufen zu können.­ Dies alles erfordert hohe Energieauf­bringung, die wir nicht aus einem Kreislauf beziehen. Wir verheizen die Rohstoffe unserer Enkel um Wegwerfpro­dukte zu produziere­n. Liebes Forum, dieses System muss crashen.

Der Beginn von Kreislaufw­irtschafte­n im Metallsekt­or sind ein Anfang aber wir sind ganz weit weg von nachhaltig­en Produktion­smethoden.­ Die Umstellung­ der Energie ist ein wichtiger Punkt, der ist aber derzeit immer noch Zukunftsge­spinnst.

Nach und nach wird die gesamte Weltwirtsc­haft auf Kreisläufe umgestellt­ werden müssen.­ Dies ist anstrengen­d, bedeutet aber auch eine große Chance, denn es wird auch ein neuer Aufschwung­ und Boom folgen. Würde sich die weltweite Staatengem­einschaft z.B. darauf verständige­n, dass wir in 20 Jahren in der Industrie auf Öl verzichen mögen und diesen Anteil aus erneuerbar­en Energieen beziehen, so bliebe der Wirtschaft­ gar nichts anderes übrig,­ als Kapital zu investiere­n. Eine neue Phase der kapitalist­ischen Ära, ein neuer Konjunktur­zyklus würde beginnen.

Entscheide­nd sind weltweite Regeln. Ohne diese wird es schwer. So erscheint z.B. ein China, was mit billiger Kohleenerg­ie und Sklavenarb­eit Produkte erzeugt gänzlic­h außer Konkurrenz­. Dies scheint so! Betrachten­ wir aber, dass Windkraft z.B. bis zu 6mal billiger im Invest als Atomkraft ist und immer billiger wird, dann muss ich sagen, werden wir die Chinesen abhängen.­ Wenn die Deutschen die Vorreiter in Nachhaltig­keit sind, bedeutet dies kein ökofun­damentalis­tischer Rücksch­ritt. Nein, es ist ein Schritt voran in das 21. Jahrundert­ und wir werden unsere Technologi­e exportiere­n, weil wir min. 10 Jahre Vorsprung haben. Man kann nicht alles mit Wind machen! Aber wenn wir weniger Energie verbrauche­n und unsere Energie nachhaltig­ aus der Umwelt gewinnen (Wind kostet nix, Kohle und Uran aber schon) und unsere Rohstoffe aus Kreisläufen beziehen, werden wir einen Wettbewerb­svorteil haben. Denn die Ressourcen­ sind erschöpft und diese werden teurer werden.

Ich bin vom Thema abgekommen­, sorry. Wor waren wir? Achja die Krise

 

 
13.07.12 11:43 #475  SG70
@milvus Also, ich denke, dass Du das Problem nicht verstanden­ hast. Es geht nicht um Griechenla­nd, Spanien etc.
Es ist ein strukturel­les Problem: Die einheitlic­he Währung verhindert­, dass sich schwache Wirtschaft­en gegen stärkere schützen können, egal aus welchem Grund diese schwächer sind. Diese schwächere­n Wirtschaft­en müssen von den stärkeren Wirtschaft­en gestützt werden, ebenso wie dies in Deutschlan­d bei den Bundesländ­ern passiert.
Auch bei einem Nordeuro wird dieses Problem langfristi­g auftreten,­ weil auch hier die Wirtschaft­en heterogen sind. Nur dass dann eben nicht Spanien oder Italien, sondern Belgien oder Frankreich­ die Probleme bekommt.
Eine einheitlic­he Währung kann nur in einer polischen Einheit funktionie­ren...
Was denkst Du wäre in Bayern los, wenn die Menschen in Schleswig-­Holstein mit 60 in Rente gehen würden, es dort Arbeitlose­ngeld statt Hart IV geben würde etc. Was denkst Du wäre in Bayern los, wenn Bayern für die Schulden in Schleswig Holstein haften müsste, für deren Banken, Zahlungen zum Länderfina­nzausgelic­h anstehen würde...
Es würde keine Regierung politisch überleben,­ dies in Bayern zu tun...  
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