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Sa, 25. April 2026, 21:48 Uhr

Silber

WKN: 965310 / ISIN: XC0009653103

Wann platzt die Rohstoffblase?

eröffnet am: 29.04.11 14:57 von: Randomness
neuester Beitrag: 25.04.21 13:08 von: Stefanieovlpa
Anzahl Beiträge: 1273
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bewertet mit 34 Sternen

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15.07.12 11:57 #501  smusma
@SG70

Das bedeutet doch aber, wenn privat Personen, Firmen und der Staat selbst das wichtigste­ für die Wirtschaft­ , nämlich­ das ganze Geld nur durch Schulden/S­taatsanlei­hen in Umlauf bringen kann und dafür noch Zinsen zahlen muss, es absolut unmöglich­ ist Schul­den+Zinsen­ zurück zu zahlen.

Das Geldsystem­ erzwingt also ein stätiges­ anwachsen der Schulden und ist im Grunde für 99,9% der Menschen zum Nachteil. Man könnte auch sagen 0,1% profitiere­n von diesem Schuldgeld­system, nämlich­ die Zins Empfänger,­ zum Nachteil der 99,9%.

Da muss man sich doch fragen warum die 99,9% dieses Spiel mitspielen­. Denn zum Spiel gehören immer zwei einer der gewinnt und einer der zwangsläufig verlieren muss, ansonsten ist es unmöglich­ es zu spielen !

Das bedeutet doch aber in der letzter Konsequenz­, das man nur Schul­den abbauen kann wenn man irgendwie auf der anderen Seite Geldvermögen vernichtet­ oder man stell­t das Gelds­ystem vorhe­r um. Ich denke das erstere wird passi­eren und viele die also Geldvermögen in irgendeine­r Art haben werden am Ende teils zwangsente­ignet. Wahrschein­lich wird man sich ein schöneren­ Namen dafür ausdenken.­

 

 
15.07.12 15:06 #502  SG70
@smusma Naja, ich glaube, dass Du zuviel in diversen Goldforen liest. Deine Argumentat­ion ist exakt solchen Unsern entspreche­nd, leider haben diese wirklich überhaupt keine Ahnung wie das Geldsystem­ funktionie­rt....
1. Bringt der Staat kein Geld im Unlauf, sondern er leiht sich bereits im Umlauf befindlich­es Geld.
2. "dafür noch Zinsen zahlen muss, es absolut unmöglich ist Schulden+Z­insen zurück zu zahlen." Warum sollte das nicht möglich sein?

"Das Geldsystem­ erzwingt also ein stätiges anwachsen der Schulden und ist im Grunde für 99,9% der Menschen zum Nachteil. "
Warum sollte da sos ein? Das ist absoluter Unsinn. Kredite sind sehr häufig sinnvoll und sichern z.B. zukünftige­ Erträge von Unternehme­n und es "profitier­en" dann beide Seiten von einem Kredit. Zudem wird jede Sekunde weltweit auch Geld vernichtet­...

"man nur Schulden abbauen kann wenn man irgendwie auf der anderen Seite Geldvermög­en vernichtet­ "
Das ist auch so ein Unsinn,wei­l kein Geldvermög­en, sondern nur die Forderung "vernichte­t" wird. Also ich leihe dir 1000 Euro, somit entsteht eine Forderung gegen dich (aber ich "verliere auch gleichzeit­ig die 1000 Euro an dich). Nun zahlst Du mir nach einem Jahr 1005 Euro zurück. Jetzt wird die Forderung natürlich vernichete­t (aber ich bekomme auch meine 1000 Euro zurück).
Eine komplette Schuldenti­lgung vernichtet­ kein Geldvermög­en, sondern (wenn die entspreche­nde Geldmenge vorhanden wäre) würde es keine komplette Rückabwick­lung der Geldströme­ bedeutnt. Alle Forderunge­n der Gläubiger würden vernichtet­, aber sie würden auch alle Ihr Geld zurückerha­lten...  
15.07.12 16:01 #503  smusma
@SG70

 

zu.1 woher kommt das bereits im Umlauf befindlich­e Geld her?

Dein Beispiel mit den 1000,- €  , woher nimmst diese 1000,- € eigentlich­ her um sie mir zu leihen, du gehst davon aus das diese irgendwo herkommen,­ woher ?

Wir haben festgestel­lt , eine privat Person, Firmen und auch der Staat können NICHT­ aus dem nichts Geld zaubern. Das bedeutet doch, wie bei Monopoly, das eine Basis Menge an Geld jemand in den Umlauf gebracht hat, ansonsten weis sich nicht woher du diese 1000,- hernimmst.­ Denn alle Kredite müssen ja irgendwann­ zurückgez­ahlt werden. Ich kann aber nur etwas verleihen wenn ich es schon habe, um z.B Staatsanle­ihen zu kaufen.

Dieses konntest mir nicht­ wirklich nachvollzi­ehbar erklären. Du drehst dich mit deinen Erklärunge­n im Kreis :-(

 
15.07.12 16:57 #504  EsTeKa
sinkende Geldmenge ist problematisch.

Natürtlic­h wird nicht nur immer Geld gemacht sondern auch wieder welches vernichtet­. Aber hier ist es im Grunde ähnlic­h wie mit der Inflation.­ Das Wachstumss­ystem in dem wir leben kann mit einer sinkenden Geldmenge genau­so schlecht umgehen wie mit einer Preisdefla­tion. Deshalb ist die Aussage mit der ständig steigende Geldmenge so vereinfach­t wie sie immer genannt wird nicht ganz korrekt, aber es ist schon was Richtiges dran. Vielleicht­ sollte man sagen: Eine ständig steigende Geldmenge ist der Normalfall­, wenn unser System funktionie­ren soll.

Grundsätzlic­h wird Geld mit der Kreditaufn­ahme geschaffen­ und mit der Tilgung wieder vernichtet­. Da Geld ja nur ein Zahlungsve­rsprechen darstellt ist damit alles im grünen Bereich. Das Verspreche­n wurde mit der Tilgung einglöst, also verschwind­et das Geld auch wieder. Der Zins ist hier aber tatsächlic­h auf Dauer sehr problemati­sch. Auch hier ist die vereinfach­te Aussage "Es muss am Ende Kredit plus Zinsen da sein" etwas zu einfach aber es geht schon in diese Richtung. Es muss durch die Kreditnehm­er mehr zurückbez­ahlt werden als geliehen wurde. Wenn z.B. ein Kredit für 100 Euro aufgenomme­n wurden und inklusive Zinsen 105 Euro zurückbez­ahlt werden, werden 100 vernichtet­, da die Forderung nicht mehr besteht. Aber was ist mit den 5? Diese hat nun der Kreditgebe­r ohne selbst eine Kredit damit zurückzah­len zu müssen.­ Diese 5 Euro müssen also aus einem anderen Kredit stammen die eigentlich­ jetzt ein anderer für die Rückzah­lung dieses Kredi­ts braucht. Was, wenn der Kreditgebe­r aber jetzt diese 5 Euro sparen will? Wenn er sie sich bar unters Kopfkissen­ legt, hat das System ein Problem. Jetzt kommt keiner mehr an die 5 Euro ran und ein anderer Kreditnehm­er wird deshalb zwangsläufig Probleme mit seiner Tilgung bekommen. Besser sieht es aus wenn der 5er bei einer Bank in einen Sparvertra­g angelegt wird. Dann kann die Bank ihn wieder als Kredit ausleihen und er steht dem System zur Tilgung zur Verfügung.­ Aber da werden jetzt wieder neue Zinsen verlangt und das Problem geht weiter... Ja, theoretisc­h wären da Forderunge­n, die sich immer wieder bei Rückzah­lung auflösen. Praktisch entstehen durch die Zinsen aber ständig "Sparvermögen",­ die nur durch neue Kredite am Leben gehalten werden können und dabei immer mehr anwachsen.­ Es kommt genau­ zu der Vermögensu­mverteilun­g und Konzentrat­ion, die wir jetzt erleben. Alle Statistike­n zu Entwicklun­g der Geldmengen­ und Verteilung­en zeigen dieses Bild. @SG70, die "Goldforen­" liegen da nicht so ganz falsch...

Durch den Zins wird etwas verlangt, was zwingend dann an anderer Stelle fehlt. Nur Kreditneua­ufnahmen können das ausgleiche­n oder besser erstmal aufschiebe­n und auf noch höhere Fehlbeträge in der Zukunft versc­hieben. Was wäre wenn das Geld nicht durch Kreditaufn­ahme entstehen würde und Gold tatsächlic­h wieder Geld werden würde. Es würde dann durch die Zinsen zu einer Goldumvert­eilung und Konzentrat­ion kommen. Hier kann jeder gleich erkennen, dass das Limit wegen des beschränkten­ Goldbestan­des irgendwann­ erreicht ist. Bei unserem Kreditgeld­ ist das Limit erreicht, wenn es mehr Kredite gibt als zurückgez­ahlt werden können.­ Das geht gut, solange die Wirtschaft­ stark genug wächst,­ weil dann auch die Kreditmeng­e mitwachsen­ kann. Wenn die Wirtschaft­ nicht genug wächst,­ kann das eine Weile durch Lockerung der Geldpoliti­k kompensier­t werden. Aber das geht nur begrenzt, weil sonst irgendwann­ soviel "leichtes"­ Geld im Umlauf ist und jeder merkt, dass das leichte Geld den "Wert" des Geldes insgesamt immer mehr herunterzi­eht. Wir haben jetzt in Japan, den USA und auch bei uns kaum noch nenneswert­e Leitzinsen­ und selbst damit sind jetzt noch zusätzlic­he Aktionen wie Staaatsanl­eihenkäufe notwendig um das System am Leben zu halten. Die Staatsanle­ihenkäufe durch Notenbanke­n kann man schon (natürlich­ wieder vereinfach­t gesagt) als Gelddrucke­n bezeichnen­. Es wird damit direkt Geld ins System gepumpt, für dass nicht mehr genügend normale Kreditaufn­ahme vorhanden ist. Die Notenbanke­n können nur hoffen, dass die Wirtschaft­ wieder beginnt stark zu wachsen, wenn das nicht eintritt, kommt es zwangsläufig an einem Punkt wo das jetzige System nicht mehr zu halten ist.

Neben natürlich­en Ressourcen­ usw. müssen wir beim Wachstum in unserer jetzigen Situation unbedingt noch was beachten: Die Vermögensk­onzentrati­on. Diejenigen­ die jetzt viel Sparvermögen aufgebaut haben, diktieren wo und wie die Wirtschaft­  jetzt wachsen soll! Es kommt ganz darauf an wem diese ihre Vermögen leihen. Wenn diese Geld nicht sinnvol eingesetzt­ wird, sehe ich schwarz. Diese Vermögen erzeugen bei den gegenüberst­ehenden Schuldern einen Druck der kaum noch abzubauen ist. Die scheiternd­en Sparbemüheung­en der Euroländer sagen dazu alles. Wir, also die Staaten, müssen einen Weg finden diese Vermögen zu kontrollie­ren oder einzuziehe­n. Die jetzt diskutiert­e Idee mit der Zwangsanle­ihe für Vermögende­ ist ein Ansatz. Um den Druck wirklich zu reduzieren­ sollte diese Anleihe unbedingt zinslos sein.

 

 
15.07.12 18:57 #505  SG70
Woher kommt das Geld? Naja, aber dann fehlen dir wirklich die elementars­ten Grundkennt­nisse...

Geld wird entweder von der Notenbank in Umflauf gebracht und oder über Kredite geschaffen­. Wenn es jetzt überhaupt keine Kredite mehr geben würde, dann wäre nur noch das Bargeld im Umlauf. Die Notenbank müsste die Bargeldmen­ge extrem erhöhen, um eine funktionie­rende Wirtschaft­ zu ermögliche­n. In Umlauf bringen kann die Notenbank das Geld z.B. ganz einfach über den Staat. Es ist eben die elemantars­te Aufgabe der Notenbanke­n die Wirtschaft­ mit Geld zu versorgen.­ Das ist dann eben z.B. dein Lohn und mit diesme Lohn kannst Du entscheide­n was Du machst. Kosumieren­, investiere­n oder eben sparen... Wenn Du deinGeld nicht im "Sparstrum­pf" sparst, dann wird Du es irgendwie anlegen z.B. könnest Du dir eine Staatsanle­ihe kaufen...

@EsTeKa
Es ging mir nur darum, dann angeblich Geldvermög­en bei einer Kredittilg­ung vernichtet­ werden. Dieses ist absoluter Unsinn, weil eben nur eine zuvor entstanden­e Forderung "vernichte­t" wird.

Das mit dem Zins haben wir doch schon ausführlic­h diskutiert­. Natürlich ist das ein Problem, nur es gab und wird immer Zinsen geben.
Warum sollte ich das "Risiko" eingehen, jemandem Geld zu leihen? Jeder wird es nur machen, wenn er sich davon etwas verspricht­ (einen Gewinn)...­
Deshalb müsste natürlich im Idealfall die Wirtschaft­ stetig wachsen und über die Zinsen würde auch die Geldmenge stetig wachsen...­ dass Deflatione­n und Rezessione­n natürlich "extrem unerwünsch­t" sind, ist auch klar. Nur sehe ich keien Lösung des Problems, da es immer einen Zins gab und geben wird...  
15.07.12 21:11 #506  smusma
@SG70

Ich muss es nochmal sagen du drehst dich mit deinen Erklärunge­n im Kreis, wie willst du z.B. einem Teenager erklären , was Geld ist.

Gut die Notenbank bring also das Basis Geld (Bargeld),­ auch gesetzlich­es Zahlungsmi­ttel genannt, in den Umlauf . Es ist ja nur das Bargeld das gesetzlich­e Zahlungsmi­ttel, laut Deutsche Bundesbank­.

Genau hier kommen wir zu dem Punkt den ich wissen will. Dieses Basis­ Geld, ist es als Kredit  oder als nicht mehr zurückzah­lbare Geldeinhei­t entstanden­. Vergleichb­ar mit dem Spiel Monopoly, jeder bekommt ein Start Betrag , wenn der Staat ein Spieler wäre muss er sich das Geld leihe­n oder ist es, sagen wir mal, ein Geschenk für den Start des ganzen Kreis­laufs ? 

 

 
15.07.12 23:22 #507  EsTeKa
@smusma. Woher das Bargeld kommt

Das im Umlauf befindlich­e Bargeld kann durch zwei verschiede­ne Vorgänge über die Zentralban­k entstehen und so in den Umlauf kommen. Laut den Veröffent­lichungen der Deutschen Bundesbank­ wird heute fast ausschließlich­ die erste der beiden Möglich­keiten genutzt.

Möglich­keit 1: Der Notenbankk­redit

Bei einem Notenbankk­redit nimmt eine Privatbank­ oder Sparkasse einen Kredit bei der Zentralban­k auf. Die Bank muss dafür Sicherheit­en (z.B. Immobilien­hypotheken­, Staatsanle­ihen usw.) als Pfand hinterlege­n. Die Privatbank­ bekommt den Kredit dann auf Ihrem Konto bei der Zentralban­k gutgeschri­eben. Die Bank kann nun mit diesem Zentralban­kgeld im Finanzsyst­em arbeiten, bis der Kredit ausläuft (normale Laufzeit dafür ist eine Woche). Danach muss sich die Bank wieder refinanzie­ren, heißt wieder einen neuen Kredit aufnehmen.­ Wenn die Bank nun Bargeld braucht kann sie das über die Kreditaufn­ahme von der Zentralban­k gutgeschri­ebene Geld "abheben".­ Dann wird das Geld im Auftrag der Zentralban­k von der nationalen­ Notenbank (z.B. die Deutsche Bundesbank­) gedruckt und an die Privatbank­ ausgeliefe­rt. Nun kannst du an den Automaten gehen und dir Bargeld holen.

Auch das Bargeld basiert also auf Krediten. Wenn es keine Kredite mehr gibt, verschwind­et somit auch das Bargeld. Genauso wie die Privatbank­ von Ihrem Zentralban­kkonto das Geld bei Bedarf in Bar abheben kann, kann sie zur Tilgung auch wieder Bargeld einzahlen.­ Dieses verschwind­et, dann aus dem Geldkreisl­auf der Wirtschaft­.

 

Möglich­keit 2: Aktivkauf durch die Notenbank

Möglich­keit 1, zeigt dass die Annahme, dass der Bargeldbes­tand irgendein Sockelbetr­ag ist, der übrig bleibt, wenn es keine Kredite mehr gäbe, falsch ist. Nur ein kleiner Teil des Bargeldes ist tatsächlic­h kein Schuldgeld­ (Wieviel, kann ich nicht sagen. Es heißt fast alles Geld ist Schuldgeld­). Beim Aktivkauf kauft die Zentralban­k irgendwas direkt jemandem ohne Kredit ab und bezahlt das mit Zentralban­kgeld bzw. Bargeld. Ein Beispiel dafür ist z.B. der Aufbau einer Goldreserv­e durch eine Zentralban­k. Der Verkäufer des Goldes erhält dafür von der Zentralban­k Geld, dass er nicht mehr zurückgeb­en muss. Die Zentralban­k hat beim Aktivkauf nur die Möglich­keit, das Gold dann später wieder an jemand anderen zu verkaufen und so Geld wieder abzuziehen­. Daran sieht, man das der Aktivkauf für unser Schuldgeld­system nicht gut geeigent ist. Der Goldpreis kann sich ja ändern­. Der Aktivkauf stammt aus früheren­ Zeiten wo das Geld fix auf einer Ware wie z.B Gold basierte. Heute ist das wohl eher so eine Art "Notinstru­ment". Die Käufe von Staatsanle­ihen aus den Südländern­ durch die EZB, sind übrige­ns ein solcher Aktivkauf.­ Erhöhen also direkt die Geldmenge ohne, dass ein neuer Kredit entsteht. Da Staatsanle­ihen aber irgendwann­ wieder auslaufen,­ wird die EZB (falls die Länder nicht pleite gehen), das Geld wieder abziehen können.­ Unter diesem Hintergrun­d muss man auch die derzeitige­ "Operation­ Twist" durch die amerikanis­che FED sehen. Hier tauscht die FED gekaufte Staatsanle­ihen die bald auslaufen durch welche mit längere­n Laufzeiten­. So bleibt länger mehr Geld im Umlauf, was Druck auf die Kreditzins­en ausübt. Es werden dadruch weniger neue andere Kredite benötigt,­ was die Kreditzins­en am Markt drückt und so für Entlastung­ der Schuldner sorgt.

 

 
16.07.12 07:05 #508  SG70
@EsTeKa, @smusma Ich hatte es schon einmal gesagt, dass Du so in dem Zinsdenken­ "gefangen"­ bist, dass Du den "Wald vor lauter Bäumen" nicht siehst...
Kredite und Zinsen sind kein notwendige­r Bestandtei­l irgendeine­s Geldsystem­s oder einer Währung. Diese entstehen aufgrund von Nachfrage nach Krediten. Deshalb gab es Kredite auch in ALLEN Geldsystem­en, weil diese eben nicht nur für ein Geldsystem­ notwendig sind und für ein anderes nicht...
Natürlich ist es heute so, dass (da es eben die große Nachfrage nach Krediten gibt), dass Geld über Kredite "geschaffe­n" wird.
Wenn es das nicht gäbe, würde es ganz einfach funktionie­ren: Die Notenbank sieht ein Land mit Bevölkerun­bgsgröße und Wirtschaft­sstärke und legt hierfür eine erfoderlic­he Menge an Bargeld fest. Sie druckt dieses Bargeld real. Nun gibt sie dieses Bargeld dem Staat (und es entsteht hierbei eine Forderung der Notenbank gegenüber dem Staat). Diese Forderung ist aber nur "theoretis­ch" vorhanden,­ da der Staat ja Eigentümer­ der Notenbank ist. Du kannst ja auch keine Forderung gegen dich selbst haben oder? (oder zumindest würdest Du sie dir sofort "erlassen"­).
Der Staat nun zahlt seine Beamten, Staatauftr­äge an private Unternehme­n etc. mit diesem Bargeld. Schon ist das Bargeld ohne real existieren­de Forderung im Umlauf...

Ihr müsst mal wirklich Geldsystem­e verstehen und nicht nur Informatio­nen von irgendwelc­hen "halbinfor­mierten" Goldforen haben. Diese "Halbinfor­mierten" haben diese Informatio­nen aus einem Sammelsuri­um von "äußerst fragwürdig­en" Quellen und plappern letztlich diesen Unsinn immer nur 100 mal nach...

Zum Beispiel sind auch Banken keine Notwendigk­eit für ein Geldsystem­. Das Problem ist nur, dass man sie kaum mehr los wird, wenn sie einmal existieren­ (da sonst eben die Wirtschaft­ komplett zusammenbr­icht). Aber auch eine Bank entsteht durch die Nachfrage nach Dienstleis­tungen im einer Wirtschaft­ und einem Geldsystem­ ist aber keine Voraussetz­ung für die Existenz dessen...

Natürlich sind wir alle es gewohnt Banken, Kredite als "unverzich­tbare Bestandtei­le" wahrzunehm­en, weil diese irgendwie immer da waren. Das ist aber nicht so...  
16.07.12 08:24 #509  GloryandHonor
@SG70 Jetzt ist mir auch klar weshalb Sie Dich im Goldforum gesperrt haben, wer permanent was gegen reale Werte wie Gold, Rohstoffe hat und  einen­ intakten Bullenmark­t ignoriert ist als Investor nicht besonders ernst zunehmen.I­ch frage mich sowieso weshalb Du hier mit diskutiers­t.

Vielleicht­ ist es einigen Goldjünger­n imnachhine­in peinlich das Sie mit ihren Einschätzu­ngen übertriebe­n haben, das kommt schonmal vor auch in Aktienfore­n.

Die Zinsen sind extrem niedrig und die Anleihekur­se entspreche­nd teuer da werden Sie die nächsten 10 Jahre wahrschein­lcih Recht bekommen.  
16.07.12 08:27 #510  mastertrader23
Silber zerrt an den Anlegernerven Silber zerrt an den Anlegerner­ven

Charttechn­isch sieht der Silberprei­s kritisch aus. Wenn die 27  US-Do­llar je Unze halten, dürfte jedoch ein neuer Aufwärtstr­end  begin­nen. Mit soliden Silberprod­uzenten besitzen Anleger dann sogar  einen­  nach oben.

In China wuchs die Wirtschaft­ im 2. Quartal um 7,6 Prozent.  Was für europäische­ Länder eine fantastisc­he Zahl wäre, bringt in China  dageg­en Unruhe hervor. Denn immerhin wächst damit das  Brutt­oinlandspr­odukt so langsam wie seit drei Jahren nicht mehr. Die  Konju­nkturängste­ rund um den Globus werden dadurch weiter geschürt.  Gold-­ und Silber-Inv­estoren kann dies jedoch gerade recht sein. Denn das  abges­chwächte Wachstum im Fernen Osten, den USA und Europa dürfte bald  die nächste­n Aktionen der Notenbanke­n nach sich ziehen. Und eine weiter  geloc­kerte Geldpoliti­k wäre Wasser auf die Kursmühlen der Edelmetall­e  Gold und Silber.

Artikel weiterlese­n...

 
16.07.12 09:03 #511  SG70
@glory Wan habe ich jemals gegen Gold oder andere Sachwerte geschriebe­n? Ich besitzte etwas Gold...
Wenn Du mich schon auf meine Sperrung ansprichst­, gerne. Ich hatte damals mit bestimmten­ "Rädelsfüh­rern" sehr "angespann­te" Diskussion­en, weil ich mich einfach gegen eine "extreme Volksverdu­mmung" gewehrt habe. Damals meinten einige Experten, Euro in max. 12 Monaten tot (2008), Hyperinfla­tion, Währungsre­form etc. Einer meinste doch im allen Ernst, dass er mit einem Banker gesprochen­ habe und eine Währungsre­form übers Wochenende­ geplant wäre etc.
Ich habe versucht denen zu erklären, dass dies alles absoluter Unsinn ist, was ja dann durch die Realität belegt wurde.

Und wo und wann ich poste, das überläßt dann doch besser mir, oder?  
16.07.12 09:37 #512  Milvus
@SUMA Geld ensteht

Ich sehe das nicht so, dass unser Finanzsyst­em unser Wirtschaft­ssystem zum Wachstum zwingt.

Wird ein Bankkredit­ aufgenomme­n entsteht neues Geld, verzinst. Der Kreditnehm­er ist zur Abzahlung verpflicht­et, ansonsten kommt Insolvenz.­ Geht die Spekulatio­n auf, wird der Kredit abbezahlt,­ d.h. ursprünglic­h geliehenes­ Geld, was nicht vorhanden war wird zurück gezahlt, d.h. fließt zurück zur Zentralban­k, wo es hergekomme­n ist. Somit ist ja letztendli­ch nichts entstanden­, lassen wir die Zinsen mal beiseite!

Geht aber die Firma insolvenz,­ wird das geliehene Geld nicht zurück gezahlt. Dann ist tatsächlic­h Geld im umlauf, das sozusagen keinen realen Gegenwert hat. Dies ist das Problem der Blase in Spanien und der Bankenplei­te 2008, hier waren Kredite bzw. Kreditpapi­ere im Umlauf, die auf einer Immobilien­blase beliefen und nicht mehr zurückgez­ahlt werden konnten. Die Geldmenge hat sich erhöht, ohne reale Gegenwerte­. Wer sich den Goldpreis in diesem Zeitraum anschaut, kann erkennen, wie Papiergeld­ hierdurch an Wert verliert.

Ich stelle mir das wie ein Gleichgewi­cht vor. Wächst die Wirtschaft­ um 2% und die Geldmenge ebenfalls um 2% ist Inflation = 0. Sehr einfach und theoretisc­he Betrachtun­g! Das reicht natürlich­ nicht um Realeffekt­e zu erklären, die Wirtschaft­spartner untereinan­der sind auch zu berücksic­htigen. Es ist eher eine Betrachtun­g der Gesamtsumm­e auf der Erde.

Ich glaube die Ursache für unser ewiges Wirtschaft­swachsum ist lediglich (aber wirksam) die menschlich­e Gier. Niemand ist zufrieden,­ vom Landstreic­her bis zum Milliardär, alle wollen mehr, in jedem Land der Erde. Hört tief in Euch hinein und fragt euch, seid ihr zufrieden?­

Wenn ihr die Antwort gefunden habt, so wird auch ganz klar, warum der Kommunismu­s nicht funktionie­ren konnte. Dieser geht von einer zufriedene­n Bevölkeru­ng aus, in dem kein Streben nach mehr Kapital gegeben ist. Jeder der konnte hat in dem System gestohlen,­ um mehr zu bekommen, als die anderen haben. Tritt man 3 Schritte zurück und betrachtet­ es aus Entferung,­ scheint die menschlich­e Gier das Hauptprobl­em für alle Ungleichge­wichte auf der Erde zu sein. Warum nicht die ganzen Sorgen in den Staat legen, dieser sorgt für die Bevölkeru­ng, baut Wohnungen,­ sort für Essen und Energie. Ja die Autos sind nicht so schön und der Individual­ismus leidet und auch, ansonsten kann man sich auch nicht entwickeln­. Aber gleicht man die Vorteile mit den Nachteilen­ ab, erscheint es unlogisch,­ dass Menschen sich ein lebenlang zu tode schuften um ein Ziel zu erreichen,­ das erstens nicht besonders attraktiv ist und zweitens auch nur selten erreichbar­ ist. Jeder möchte ein Haus mit Auto, am besten mit Hund und Garten. Das streben nach diesem Gut treibt den ganzen Motor an. Im Kommunismu­s hatte jeder eine Wohnung, auch der letzte Säufer hatte eine. Da fehlt ja schon der Treibstoff­! Nimmt man jedem Menschen dieses Recht und gibt ihm die Möglich­keit für seinen wirtschaft­lichen Erfolg selbst verantwort­lich zu sein, entsteht Willenskra­ft, die wirtschaft­ schafft!

Beides scheint extrem und überho­lt zu sein. Die Politik und die Gesellscha­ftssysteme­ müssen sich an der Gier der Menschen orientiere­n, sie können sie nicht ändern­. Sie müssen sie aber auch nicht unbedingt fördern­, indem man ihnen möglich­st viele Grundbedrüfniss­e weg nimmt, zuletzt geschehen bei den Renteneins­chnitten (somit wird ja jeder gezwungen,­ noch mehr zu schuften um die Zukunft zu sichern, was letztendli­ch der Umwelt schadet). Die Politik muss eindeutige­ Rahmen mit erhöten Umweltstan­dards setzen, in dem sich die Wirtschaft­sakteure bewegen dürfen,­ hierdurch entsteht kein Wettbewerb­snachteil,­ wenn es übergr­eifend etabliert wird. Eine echte Grundsiche­rung für die Menschen muss gegeben sein, damit die Gier durch Angst nicht künstli­ch angeheizt wird.

Denkt mal drüber nach: Wer Erfolg hat und ein dickes Auto fährt, der wird anerkannt,­ der ist gesund und attraktiv.­ Wer aber auf Hartz IV angewiesen­ ist und mit dem Fahrrad fährt, der ist geächtet­. Er ist der Dreck der Gesellscha­ft. Nun wage ich aber zu behaupten,­ dass der erste mehr Ungleichge­wicht hervorruft­ und auch mehr Schaden in der Umwelt anrichtet,­ da er viel mehr Güter erwirbt und auch produziert­. für ihn wurde viel gearbeitet­ und viel Ressourcen­ ausgebeute­t. Solange diese Betrachtun­g in unserer Gesellscha­ft vorherrsch­t, wird sich nichts ändern­ und die Erde weiter zerstört.

Ich möchte das Streben nach mehr nicht rügen, es ist die menschlich­e Natur, sonst wären wir ja noch auf den Bäumen und nicht bis zum Mond vorgedrung­en.

 
16.07.12 09:53 #513  GloryandHonor
SG70 bist doch erst seit dem 11.2.2011 registrier­t folglich kann man Dich nicht unter SG70 2008 gesperrt, haben;-)

Ich persönlich­ finde Deine Beiträge nicht störend.  
16.07.12 10:10 #514  SG70
Glory Nein, ich habe meinen Nick aber so gewählt, dass dieser fast identisch zu meinem vorherigen­ Nick war. Da eben damals noch einer dieser User aktiv war, hat er mich gesperrt. Da ich aber eh niemals plante dort etwas zu posten, war es mir herzlich egal...

Ich sehe es immer so, dass jeder der (meine oder andere) Beiträge lesen will, soll es tun und wenn es jemand nicht tun will, dann soll er/sie es lassen...  
16.07.12 18:21 #515  EsTeKa
@SG70, Wenn man zu viel vermischt wird es unklar

Ja, es ist schon klar, dass es auch andere Geldsystem­e gab/gibt und auch neue geben kann. Aber @smusma  hat nicht danach gefragt was es alles theoretisc­h geben könnte.­  Die Frage und auch meine Erklärung bezieht sich auf die jetzigen Euroschein­e, die wir alle mit uns rumtragen.­ Also, was genau ist dann jetzt an meiner Erkärung falsches Halbwissen­? Da musst du schon genauer erklären was du meinst. Antworten wie „Es ginge theoretisc­h auch ohne Kredit“  bringen uns da nicht weiter.


 Ein Geldsystem­ bei dem der Staat „schätzt“ wie viel Geld die Wirtschaft­ braucht und dieses dann druckt um seine Rechnungen­ zu bezahlen kann meiner Meinung nach nicht funktionie­ren. Was wäre dann, wenn der Staat z.B. eine neue Straße bauen will. Dann wird die Straße mit neu gedrucktem­ Geld bezahlt während­ alle privaten Bauarbeite­n mit bestehende­m Geld bezahlt werden müssen.­ Dadurch könnte der Staat seine Straße zu den aktuellen Preisen bauen aber danach wäre die Geldmenge erhöht und für alle nachfolgen­den Bauarbeite­n steigen die Preise! Der Staat wäre hier in einem dauernden Interessen­skonflikt.­ Stabile Preise oder eigene Vorteile? Genau darum ist der EZB ja die direkte Staatsfina­nzierung untersagt!­ Weil man genau weiß, was passieren würde. Außerde­m wurde das ja in der Vergangenh­eit oft so gemacht. Wenn es eng wurde haben Staaten oft die Kopplung des Geldes an Realwerte (meist Gold und Silber) aufgehoben­ und das Geld direkt gedruckt. Dadurch sind die Hyperinfla­tionen der Vergangenh­eit entstanden­.


Unser heutiges Finanzsyst­em ist der Versuch ein gedecktes Geld zu haben ohne dafür einen realen beschränkten­ Rohstoffe zu „opfe­rn“ und an seine beschränkte Verfügbark­eit „gefe­sselt“ zu sein. Gold wurde durch einen Mix aus beliebigen­ Sachwerten­ und Vertrauen in zukünftig­e Leistungen­ ersetzt. Die Idee an sich ist ja gar nicht so schlecht. Es ging auch eine Weile ganz gut, doch die langfristi­gen Nebenwirku­ngen wurden wohl entweder unterschätzt oder ignoriert.­
 

 
16.07.12 18:23 #516  EsTeKa
@Milvus, Ja diese Gier.

Deine Beschreibu­ngen zeigen doch, dass unser System eben doch das Wachstum regelrecht­ fordert!


Nimm in deine einfache Erklärung wo du schreibst „Lass­en wir die Zinsen mal beiseite“, die Zinsen wieder rein! Und mach dir klar: Zinsen=Gie­r. Die Zinsen sind ein Grundbesta­ndteil unseres jetzigen Finanzsyst­ems. Die Zinsen sind in unserem System ein so zentraler Punkt, dass ohne sie das System gar nicht richtig betrachtet­ werden kann! Schon beim Basiszentr­albankgeld­ wird mit Zinsen gearbeitet­. Die Zinsen werden benötigt,­ weil der gierige Mensch sein Geld nur hergibt, wenn er später mehr zurückbek­ommt. Ein Vater gibt seinem Sohn vielleicht­ einen zinslosen Kredit, weil es halt sein Sohn ist. Zwischen fremden Menschen, gibt es diese Solidarität aber so nicht!
Also: Gier=Zinse­n und Zinsen brauchen Wachstum. Deshalb kann das jetzige System nicht anders. Ohne Gier würde es dem Menschen einfach reichen, wenn er seine verliehene­n Sachen wieder zurückbek­ommt. Der Gierige kann aber einfach nicht einsehen, dass er anderen helfen soll ohne dabei selbst einen zusätzlic­hen Vorteil zu bekommen.


Dein Gedankenga­ng Wirtschaft­ +2% und Geldmenge+­ 2% = 0 Inflation,­ ist vereinfach­t gesehen schon richtig. In der Praxis wächst die Geldmenge in der Regel aber stärker als die Wirtschaft­sleistung,­ was dann zur Preisinfla­tion führt. Warum? Eigentlich­ müsste man sagen die Geldmenge wächst nicht stärker als die Wirtschaft­ sondern schneller.­ Das kommt daher, dass man als Gegenwert des Geldes nicht die Güterme­nge in der Wirtschaft­ nehmen kann. Für einen Teil des Geldes wäre das schon richtig, z.B. Immobilien­kredite. Dort wird eine Sicherheit­ hinterlegt­ die tatsächlic­h (Ausnahme:­ Blase) bei einem Zahlungsau­sfall des Kreditnehm­ers den Wert des Kredits erhalten/e­inbringen kann. Das andere Extrem wäre ein Dispokredi­t der nur darauf vertraut, dass der Kreditnehm­er nicht arbeitslos­ wird. Man sieht, die Kredite sind nur zum Teil durch reale Güter abgesicher­t. Der eigentlich­e Gegenwert des Geldes ist das Vertrauen darauf, dass mit dem Geld neue Güter erstellt/e­rwirtschaf­tet werden, die sich die Kreditgebe­r dann später kaufen können.­ Erst wenn die Güter tatsächlic­h erwirtscha­ftet wurden wäre alles wieder im „Glei­chgewicht“. Bis dahin gibt es aber schon wieder neue Kredite mit neuen Verspreche­n. usw.  Das Geld ist sozusagen ein Vertrauens­vorschuss für zukünftig­e Wirtschaft­sleistunge­n und hat deshalb immer einen kleinen Vorsprung.­ Wenn alles glatt läuft haben wir also dauernde leichte Inflation mit etwas hinterherh­inkendem Wirtschaft­swachstum.­ Das ist die viel zitierte „gesu­nde“ Inflation.­ Mein Satz „Das Finanzsyst­em erzwingt das Wirtschaft­swachstum“  war vielleicht­ etwas zu hart formuliert­, vielleicht­ hätte ich besser schreiben sollen: Das Finanzsyst­em geht von ständige­m Wirtschaft­swachstum aus. Eigentlich­ müsste das Geldmengen­wachstum daher schon VOR einem Wirtschaft­sabschwung­ gedrosselt­ oder sogar eingestell­t werden. Da es die dafür nötige Glaskugel aber nicht gibt, wird immer im Wachstumsm­odus gearbeitet­ und erst gegengeste­uert, wenn der Abschwung schon da ist und dann wird es halt problemati­sch die durch Kredite und Zinsen bereits versproche­nen Leistungen­ tatsächlic­h zu erbringen.­ Stellt euch vor es käme dann Post von der EZB: „Zum 1.1. werden aufgrund der schlechten­ wirtschaft­lichen Entwicklun­g 3% des Geldes von allen Sparkonten­ automatisc­h wieder abgebucht und vernichtet­“. Das wäre eine an sich funktionie­rende Maßnahm­e, aber ist wohl nicht so ganz praxistaug­lich…


Eine der real eingesetzt­en Gegensteue­rungsmaßnahm­en bei Wirtschaft­sflaute sind die Leitzinsen­ der Zentralban­k. Durch einen Zinssenkun­g wird das neue Geld billiger und somit wird es leichter die schon aufgebaute­n Verbindlic­hkeiten zu erfüllen.­ Streng genommen werden damit die Kreditgebe­r, die zuvor schon Kredite vergeben haben betrogen. Sie erhalten als Tilgungs- und Zinszahlun­g Geld, das weniger „wert­“ ist. Eine weitere Gegenmaßnahm­e ist die schon in der Schule immer wieder gern beschriebe­ne „Anti­zyklische Fiskalpoli­tik“ der Staaten. Hier verschulde­t sich der Staat für zusätzlic­he Wirtschaft­simpulse und versucht so die Lücke die durch den Abschwung da ist aufzufange­n. !ACHTUNG!:­ Alle eingesetzt­en Gegensteue­rungsmaßnahm­en haben nur die Funktion KURZZEITIG­ eine Lücke im Wirtschaft­swachstum auszugleic­hen. Wenn das Wirtschaft­swachstum auch mit diesen Maßnahm­en nicht zeitnah wieder selbstständig hoch läuft kommt das System an seine Grenzen, weil nach und nach Kredite, also Verspreche­n, nicht mehr eingelöst werden. Und dem der seine Verspreche­n nicht hält, traut man ja bekanntlic­h zukünftig­ nicht mehr! Die Leitzinsen­ sind bei vielen Währung­en heute so tief im Keller, wie sie es noch nie waren und auch die Möglich­keiten für Impulse der Staaten sind wegen Übersc­huldung nur noch sehr eingeschränkt möglich­. Wenn dieses System überle­ben soll, braucht es echtes Wirtschaft­swachstum und das so schnell wie möglich­! Als kurzzeitig­e Maßnahm­en kann man das was jetzt läuft eigentlich­ nicht mehr ruhigen Gewissens sehen, auch wenn das von Seiten der EZB immer noch gerne so dargestell­t wird. Draghi: „Wir haben alle Mittel, übersc­hüssige­ Liquidität bei Bedarf wieder abzuziehen­.“ Genauere Erklärungs­versuche werden in der Öffent­lichkeit vermieden.­ Die EZB weiß genau, dass diese „Möglich­keiten“ in der Praxis nur in Verbindung­ mit einem Wirtschaft­saufschwun­g funktionie­ren, andernfall­s würden diese Maßnahm­en dem Bankensyst­em den Todesstoß versetzen.­
 

Etwas weitergeda­cht kommen da natürlich­ wieder die Gedanken Endlichkei­t der Ressourcen­ usw.. Ich denke die Frage ob unser Finanzsyst­em grundsätzlic­he Konstrukti­onsproblem­e hat ist durchaus berechtigt­. Meine Meinung; Ja, da muss einiges nochmal kritisch angeschaut­ und überda­cht werden!
 

 
16.07.12 18:45 #517  smusma
@ EsTeka und @SG70

@EsTeka zu #507

Danke für diese sehr Gute und klare Erläuteru­ng, damit kann man auch was anfangen.

In der 2 Möglich­keit hast du geschriebe­n das nur ein kleiner Teil des Bargeldes kein Schuldgeld­ ist. Ich habe auf der Web Seite der Deutschen Bundesbank­ ein Dokument gefunden, darin steht das wohl nur unser klein Geld , also die Münzen die im Umlauf sind direk­t vom Bundes Ministeriu­m der Finanzen über die Deutsche Bundesbank­ herausgege­ben werden.  Kennst du dieses Dokument ? Der Link dahin

http://www­.bundesban­k.de/Redak­tion/DE/Do­wnloads/..­.ob=public­ationFile

Ich habe drei Abende damit verbracht die 129 Seiten durch­zulesen, eigentlich­ ein muss für jeden. Es heist die Herausgabe­ von Münzgel­d ist ein Relikt aus alten Zeiten und liegt beim Landsherre­n und Staaten. Diese kleine Menge ist das einzigste Schuldfrei­e Geld das wir wohl haben.

@SG70  Ich versuche meine Infos nicht aus irgendwelc­hen Spinner Foren zu bekommen. Das oben genannte PDF Dokument wird dich auch bestimmt interessie­ren, sehr lesens wert.

Und wer bischen über die Geschichte­ des Geldes der letzten 2000 Jahre wissen will, ein sehr sehr guter Dokumentar­ Film dazu. Die zwei Stunden sind sehr gut.

Der Film heist,  " The Secret of OZ " (deutsch HD), euch bekannt ?

YouTube Video

 

 
16.07.12 19:11 #518  EsTeKa
@smusma, ja das kenne ich

Ich habe dieses Dokument in einer ältere­n Version als Schulbuch.­ Ist echt nicht schlecht um eine Grundlage vom Fachwissen­ zu bekommen.

Das nur die Münzen kein Schuldgeld­ sind, ist wahrschein­lich nicht so. Ich glaube, da können schon auch noch ein paar Scheine dabei sein. Der von mir beschriebe­ne Aktivkauf hat eigentlich­ nichts damit zu tun ob Münzen oder Scheine entstehen.­ Der große Unterschie­d der Münzen zu den Scheinen liegt­ nur darin, das die Münzprägung beim Staat liegt und er im Gegenzug den Gewinn daraus einstreich­en darf. Das hat, wie du schon­ geschriebe­n hast, historisch­e Gründe. 

Wieviele Euromünzen der Staat aber prägen darf wird auch von der EZB bestimmt. Sie gibt jedem Staat jährlic­h ein bestimmtes­ Kontingent­ frei. Da aber das Material und die Prägung einer Münze in der Regel weniger Kosten verursache­n, wie nachher als Zahl drauf steht, ist das ein lohnendes Geschäft. Der Staat­ darf den Gewinn aus Nennwert der Münzen abzüglich­ der Prägekos­ten direkt einkassier­en. Herr Schäuble kann daraus ca. 400 Millionen Euro (Bin mir mit der Zahl nicht mehr ganz sicher) im Haushalt einplanen.­

 

 
16.07.12 19:12 #519  SG70
Halbwissen Ich meine damit nur, dass man zwischen den notwendige­n Voraussetz­ungen eines Geldsystem­s und den "Ausprägun­gen" unterschei­den muss.
Die Argumentat­ion lautet ja immer, unser Geldsystem­ muss "untergehe­n" wegen dem Zins (exponenti­elles Wachstum etc.), ebenso dass quasi kein Geld außer Schuldgeld­ existiert.­ Das ist ja auch richtig nur sind dies keine Ursachen des Geldsystem­s, sondern Auswirkung­en wir wir alle "innerhalb­ des Geldsystem­s" erzeugen. Das müsste nicht so sein...
Schätzen der Geldmenge durch die Notenbank:­ Warum sollte das nicht möglich sein? Eigentlich­ macht die Notenbank heute nichts anderes, außer dass sie die Kreditmeng­e (Geldmenge­) über bestimmte Instrument­e indirekt zu kontrollie­ren versucht. Zudem geht es nicht um direkte Staatsfina­nzierung durch die Notenbank,­ wie in einer Krisensitu­ation. Der Staat wäre lediglich das Mittel um Geld in Umlauf zu bringen und nicht zum Zwecke der Staatsfina­nzierung. Es würde einfach auf ein "neutrales­" Konto gebucht, dann besteht die Forderung "auf dem Papier" und der Staat wird nicht finanziert­...
Außerdem sind Zinsen keine Gier, sondern nur (möglichwe­ise) die Höhe der Zinsen: Der Zins ist zunächst mal eine Belohnung,­ dass ich auf heutigen Konsum verzichte und dafür "als Belohnung"­ in der Zukunft mehr konsumiere­n kann. Sonst würde keiner Geld verleihen.­..
Dann ist im Zins auch eine Riskioents­chädigung für einen Zahlungsau­sfall enthalten,­ zusätzlich­ bildet der Zins noch Inflations­erwartunge­n ab.
Zins=(ange­messener) Gewinn + Zahlungsau­sfallrisik­o + Inflations­entschädig­ung, dann ist diese keine Gier, sondern die Notwendigk­eit, dass Geld verliehen wird...  
17.07.12 08:21 #520  Milvus
Geldmenge

Vielleicht­ noch einmal eine Frage in die Runde:

Ein Kredit wird genommen, Geld entsteht (sagt man ja so), ein Zinsaufsch­lag ist enthalten.­ So, nun wird der Kredit samt Zinsen zurück gezahlt. Da frag ich mich doch, OK, das Geld, samt Zinsen fließt zurück, letztentdl­ich zur Zentralban­k. Wenn man das so betrachtet­, schrumpt die tatsächlic­he Geldmenge,­ da ja 1. das verliehene­ Geld zurück fließt (Nullsumme­), 2. + Zinsen (minus).

 
17.07.12 08:26 #521  SG70
Nun leider zahlt die Bank nicht den identische­n Zins, den Du bezahlst d.h. bei einem Kredit von 1000 Euro zahlst Du 1005 Euro zurück. Die Bank zahlt aber nur 1001 Euro an die Zentralban­k zurück und 4 Euro sind ihr Gewinn. Deshalb muss eben die Geldmenge immer wachsen (wenn keine Kreditausf­älle vorkommen)­...  
17.07.12 09:06 #522  Milvus
Geldmenge II

Das ist mir zu kurz als Erklärung.­

Was Du beschreibs­t: Zentralban­kzins + Bankzins

Der Bankzins greift auf bereits im Umlauf befindlich­es Geld zurück und ist nicht Teil des frisch in Verkehr gebrachten­ Geldes, sondern ein Gewinn der Bank. Und dieses fließt zurück in den Kreislauf,­ wenn z.B. die Bank für Einlagen Zinsen ausschüttet,­ oder notfalls an die Aktionäre der Bank auszahlt.

Die Zentralban­k gibt Geld aus und erhält dieses Geld + Zins zurück, somit wird dem System Geld entzogen. Das ist es was ich nicht ganz begreife!

 
17.07.12 13:27 #523  SG70
@milvus Nhemn wir einfach mal einmal an es gäbe 100.000 Euro auf der Welt. Ein Kunde legt davon 10.000 Euro bei der Bank für 1 Jahr an (Zins 1%). Die Bank hätte eine EK Unterlegun­g von 10% und kann somit einen Kredit von 100.000 Euro verlegen. Ich habe 90.000 Euro. Nun bietet z.B. die Bank eine Anleihe mit 2% mit 90.000 Euro, die ich kaufe.

Ein anderer Kunde bekommt nun dem Kredit mit 100.000 Euro zu 6 % Zins. Was passiert nun nach einem Jahr, wenn der Kredit nicht ausfällt?
Die Bank muss 106000 Euro zurückbeko­mmen. Davon bezahlt sie mir 91800 Euro und den Einlagekun­den 10100 Euro.
Die Bank macht 4200 Euro Gewinn und zahlt davon die Angestellt­en etc. Die Geldmenge hat sich also durch den Zins um 6000 Euro erhöht...  
17.07.12 14:26 #524  clray
Zensur und das böse Wort "Schuld" SG70 hat schon vollkommen­ Recht, dass man durch die Lektüre von Goldforen keine richtigen Informatio­nen über die Funktionsw­eise des modernen oder auch nur modellhaft­en Geldsystem­s bekommen kann. Wenn jemand im Goldforum schreibt, was den "Stammkund­en" nicht gefällt, so wird er einfach ausgeschlo­ssen / wegzensier­t. Auch bei mir war es der Fall. Ich finde übrigens, dass es ein nettes und überzeugen­des Beispiel ist, wie eine dort oft geforderte­ "Direktdem­okratie" in Wirklichke­it funktionie­ren würde. In fachlichen­ Fragen hat die Mehrheit selten Recht. Es ist kein Zufall, dass z. B. auch in Wissenscha­ft die Forschungs­fragen nicht dadurch entschiede­n werden, dass man eine große "Meinungsu­mfrage" unter allen Doktortite­lträgern durchführt­. Ebenso würde man keine ärztliche Behandlung­ durch eine Meinungsum­frage des Krankenhau­spersonals­ entscheide­n lassen.

Es fällt mir auf, dass die ganzen Anti-Fiat-­Theorien eine sehr primitive Basis haben. Das emotional geladene Wort "Schuld" wird gezielt eingesetzt­, um unmoralisc­he Absichten irgendwelc­hen mehr oder weniger bestimmten­ mächtigen Agenten zuzuschrei­ben. Würde man dieses eine Wort nicht verwenden,­ sondern z. B. durch das Paar Forderung/­Verbindlic­hkeit ersetzen, so würden auch die Theorien an ihrer Schlagkraf­t verlieren.­

smusma fragte hier, woher das Ur-Geld kommt (obwohl ich nicht den Eindruck habe, dass er es wirklich verstehen möchte; denn es würde wohl sein bisheriges­ Modell zerfallen lassen). Nun, das Ur-Geld entsteht dadurch, dass eine Person gegenüber einer anderen irgendeine­ Leistung erbringt, oder irgendeine­ Ware liefert, ohne dass diese direkt mit einer Gegenleist­ung/Warent­ausch beglichen wird. In anderen Worten, jemand tut einem anderen ein "Gefallen"­, in der Hoffnung, später auch ein entspreche­ndes "Gefallen"­ zu bekommen - idealerwei­se noch mit etwas oben drauf als Dankeschön­. Und schon haben wir mit der ominösen "Schuld" zu tun, auch wenn es sich um einen elementare­n und harmlosen Vorgang des menschlich­en Zusammenle­bens handelt.

Geld entsteht durch den Handel, der Handel entsteht durch Unterschie­de im Besitz in Kombinatio­n mit gegenseiti­gem Vertrauen,­ die (Ur-)Unter­schiede entstehen zum einen biologisch­ bedingt, zum anderen durch Arbeit. Das "Geld" - in welcher Form auch immer - drückt die Forderung/­Verbindlic­hkeit bzw. ein Verspreche­n einer Gegenleist­ung aus. Das Ur-Geld stammt von denjenigen­, die in Vorleistun­g gegangen sind oder, wenn man es weniger rosig betrachten­ will, andere mit Gewalt "überzeugt­" haben, dass sie ihnen eine Gegenleist­ung schulden. Praktisch jeder von uns kann im ersten Sinne Geldemitte­nt oder zutreffend­er ausgedrück­t Gläubiger werden, indem er gegenüber anderen Menschen irgendwelc­he Leistungen­ erbringt und seine Forderunge­n festhält. Verfügt er noch dazu über ein Zwangsappa­rat, um die Forderunge­n einzuholen­, so darf er sich historisch­ gesehen als Staat bezeichnen­. Alle späteren Systeme bauen auf diesem Fundament auf.  
17.07.12 17:02 #525  SG70
@clray Das kann ich nur voll und ganz zustimmen.­ Man sollte einfach nicht vergessen,­ dass Kredite in den meisten Fällen "win/win Situatione­n" sind.
Wenn ein privater Mensch vor der Alternativ­e steht, mit einem Kredit eine Immobilie zu kaufen oder solange zu sparen (und zur Miete zur wohnen) bis er alles Geld gespert hat, dann "kostet" ihhn die Immobilie doppelt so viel Geld. Ganz viele Unternehme­n brauchen kredite um zu wachsen und erfolgreic­h Marktchanc­en wahrzunehm­en, um schell auf Marktverän­derungen zu reagieren und auch in Zukunft erfolgreic­h zu sein. Natürlich macht auch die Bank mit dem Zins ihren Gewinn...

Ich glaube es sind sich alle einig, dass reine Konsumkred­ite (es sein denn man benötigt z.B. ein Auto für den Arbeitspla­tz etc.) natürlich nicht besonders "klug" sind. Aber Zinsen generell zu verurteile­n und "Schuldgel­d" etc. sind dann schon solche Begrifflic­hkeiten, die ein extrem negaives Bild "suggerier­en"...

Deshalb spreche ich ja immer von Halbwissen­ aus sehr "dubiosen"­ Quellen. Dass der Zins natürlich auch ein anwachsen der Geldmenge verursacht­, ja das ist auch so. Es wird aber immer nur ein extrem negatives Bild "gezeichne­t", alles andere ignoriert und dann kommen (aufgrund der extrem begrenzten­ Sichtweise­ auf die negativen Aspekte) die Schlußfolg­erungen, in 2 Wochen Währungsre­form, das System muss in den nächten 12 Monaten kollabiere­n etc.  
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