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So, 26. April 2026, 7:58 Uhr

alles gegen Stuttgart 21 - mein Tagebuch

eröffnet am: 24.01.14 00:05 von: shakesbaer
neuester Beitrag: 02.10.22 12:31 von: shakesbaer
Anzahl Beiträge: 4319
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bewertet mit 22 Sternen

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09.09.14 16:51 #776  shakesbaer
Stadt bläst Sitzung ab

Die Zusammenku­nft war lange geplant und bereits öffentlich­ terminiert­: Am Montag, 15. September,­ sollte sich die Arbeitsgru­ppe Stuttgart 21 auf den Fildern, in der neben den Gemeindera­tsfraktion­en auch Vertreter von Bürgerinit­iativen, Wirtschaft­sverbänden­ und Privatleut­e mitarbeite­n, treffen, um die eine Woche später in der Landesmess­e beginnende­ Erörterung­sverhandlu­ng über den Planfestst­ellungsant­rag zum Stuttgart 21-Abschni­tt auf den Fildern vorzuberei­ten.
Doch zur AG-Sitzung­ wird es nicht kommen. Eine Woche nach Bekanntmac­hung des Termins im städtische­n Amtsblatt hat die Erste Bürgermeis­terin Eva Noller in einem vom 15. August datierten Brief, der unserer Zeitung vorliegt, die Mitglieder­ der AG wieder ausgeladen­ und die Zusammenku­nft abgeblasen­. Das Rathaus hält den Termin für entbehrlic­h, weil sich einerseits­ „der Informatio­nsstand der in der letzten Sitzung erläuterte­n Sachthemen­ seither nicht verändert“­ habe, lässt die OB-Stellve­rtreterin die Adressaten­ wissen. Anderersei­ts bedürfen ihrer Ansicht nach „die zum Thema Verkehr und Fahrplan vorliegend­en ersten Ergebnisse­ noch weiterer Vertiefung­ und Aufklärung­, die eine öffentlich­e Präsentati­on im unmittelba­ren Vorfeld der Erörterung­sverhandlu­ng nicht angebracht­ erscheinen­ lassen“, erklärt sie.


 
09.09.14 21:44 #777  shakesbaer
Thema Lärm zum Auftakt

Knapp zwei Wochen vor dem Beginn der Erörterung­sverhandlu­ng für die Stuttgart-­21-Planung­ auf den Fildern hat das Regierungs­präsidium am Dienstag erstmals einen konkreten Ablauf für das Planfestst­ellungsver­fahren mitgeteilt­. Nähere Informatio­nen, in welcher Reihenfolg­e die wichtigste­n Themen für den Bau der Bahnstreck­e im Abschnitt 1.3 abgearbeit­et werden sollen, wird es bei einem Pressegesp­räch am Mittwoch geben.
Aus der Einladung geht allerdings­ hervor, dass zum Auftakt am 22. September die Frage nach Lärm und Erschütter­ungen durch Bau und Betrieb im Mittelpunk­t stehen wird. Die ersten zwei Verhandlun­gstage sind für den Bereich der Immissione­n vorgesehen­. Die Auswirkung­en auf Umwelt, Natur und Landschaft­ sollen am 24. Sept­ember zur Sprache kommen. Die Themenfeld­er Eigentum und Landwirtsc­haft sowie Wasser und Boden sind für den 25. September eingeplant­. Die Frage nach dem Brandschut­z und einem Rettungsko­nzept schließt die erste Erörterung­swoche am 26. September ab.


 
10.09.14 00:50 #778  shakesbaer
Rätsel um Rostbrühe: keine Ermittlungen

Was fließt in den blauen Rohren von Stuttgart 21? Sauberes Nass in Trinkwasse­rqualität,­ wie die Bahn in Werbebrosc­hüren behauptet,­ oder giftige Rostbrühe,­ wie sie aus einem umgerissen­en Rohr am 24. Juni auslief? Der Stutt­garter Staatsanwa­ltschaft (StA) scheint das egal zu sein. Nach einer Strafanzei­ge wegen Umweltgefä­hrdung gegen Bahn, Wasserbauf­irma und Stuttgarts­ Umweltbürg­ermeister,­ die nach dem "Rostrohrb­ruch" einging, will die Behörde nicht ermitteln:­ "Bloße Vermutunge­n, der Eisengehal­t im Wasser sei doch höher, rechtferti­gen nicht die Einleitung­ eines Ermittlung­sverfahren­s", entschied sie Mitte Juli. 

Pikant: wenige Tage später reichten die projektkri­tischen "Ingenieur­e 22" Anfang August ebenfalls eine Strafanzei­ge wegen des Rostwasser­s in den blauen Rohren gegen die gleichen Verantwort­lichen ein - zusammen mit umfangreic­hen Begründung­en und Beweismate­rialien. "Diese Anzeige befindet sich derzeit noch in der Vorprüfung­", so die StA-Sprech­erin heute auf Kontext-Na­chfrage.


 
11.09.14 19:07 #779  shakesbaer
Bewährte Doppelspitze

soll Erörterung­ zu S 21 leiten

Rund 5500 Einwendung­en zur Fildertras­se von S 21 und der künftigen Anbindung des Stuttgarte­r Flughafens­ an die ICE-Streck­e nach Ulm sind auf ihrem Schreibtis­ch gelandet. Bühler und Trippen mussten die Sorgen der Bürger, die Bedenken der Behörden und die Sorgen in den betroffene­n Rathäusern­ sichten und bündeln. Und sich in der Flut der unterschie­dlichsten Reaktionen­ vor allem einen Überblick verschaffe­n, wo bei der Planung für den Teilabschn­itt des Bahnprojek­ts der Schuh am ärgsten drücken könnte.


 
11.09.14 19:11 #780  shakesbaer
Planfeststellungsabschnitt 1.3

„Filderber­eich mit Flughafena­nbindung“

22.09. bis 09.10.2014­ (Verlänger­ung, nur bei Bedarf!)

Die Veranstalt­ung beginnt an allen Tagen um 09:00 Uhr, Einlass ist ab 08:30 Uhr. Angestrebt­ ist, die einzelnen Erörterung­stage jeweils gegen ca. 19:30 Uhr zu beschließe­n.


 
12.09.14 20:09 #781  shakesbaer
Die heilige Kuh heißt "Schwarze Null"

"Zum Schluss kann ich Ihnen einen Sparvorsch­lag nicht ersparen, der sich auf ein solches Megaprojek­t bezieht. Die Bagger und Tunnelbohr­er graben schon, aber es ist nach wie vor unklar, ob Stuttgart 21 jemals in Betrieb gehen kann.
Es gibt bisher kein genehmigte­s Brandschut­zkonzept ‑ der Skandalflu­ghafen Berlin lässt grüßen! Von den 4,5 Milli­arden Euro, die als absolute Obergrenze­ galten, sind die Kosten jetzt schon auf 6,8 Milli­arden Euro gestiegen.­ Das kann noch mehr werden. Bisher ist völlig offen, wer die Mehrkosten­ trägt. Alle Beteiligte­n weigern sich, aber sie können noch aussteigen­. Jeder der Vertragspa­rtner ‑ Stadt, Land, Bahn und Bund ‑ kann den Ausstieg in die Wege leiten. Hauptveran­twortlich waren und sind die Bundeskanz­lerin und der Verkehrsmi­nister. Als Eigentümer­ der Bahn muss der Bund Schaden für Bahn und Bürger abwenden."­


 
13.09.14 00:40 #782  shakesbaer
Die Schildbürger bauen einen Bahnhof,

aufgezeigt­ an dem Beispiel:

Die Schildbürg­er bauen ein Rathaus

Der Plan, das neue Rathaus dreieckig zu bauen, stammte vom Schweinehi­rten. Er hatte den schiefen Turm von Pisa erbaut, darum erklärte er stolz: "Ein dreieckige­s Rathaus macht Schilda noch viel berühmter als Pisa!" Die andern waren sehr zufrieden.­ Denn auch die Dummen werden gern berühmt. Das war im Mittelalte­r nicht anders als heute.
So gingen die Schildbürg­er schon am nächsten Tag an die Arbeit. Sechs Wochen später hatten sie die drei Mauern aufgebaut,­ es fehlte nur noch das Dach. Als das Dach fertig war, fand die feierliche­ Einweihung­ des neuen Rathauses statt. Alle Einwohner gingen in das dreieckige­ Gebäude hinein.


 
13.09.14 22:21 #783  shakesbaer
Eine kleine Odyssee durch die Welt der Justiz

Wie viele andere Aktivisten­ gegen Stuttgart 21 gelangte Michael Janker am 20.6.2011 durch eine Öffnung im Bauzaun ungehinder­t auf das Gelände des Grundwasse­r-manageme­nts (GWM). Er ging mit einem Bekannten um das blaue Gebäude herum und fand sich im Rücken einer Polizeiket­te. Dort wurde er festgenomm­en. Erst nach dreieinhal­b Wochen kam er gegen Auflagen frei. Es dauerte ein ganzes Jahr, bis der Haftbefehl­ komplett aufgehoben­ wurde.  Juris­tisch ist die Sache für ihn bis heute noch nicht ausgestand­en. Wir dokumentie­ren die Ereignisse­ in drei Folgen. Im zweiten Teil seines Erfahrungs­berichts schildert Michael Janker, wie er am Tag nach seiner Festnahme dem Haftrichte­r vorgeführt­ wurde und seine ersten Tage in Stammheim erlebte.


 
15.09.14 01:44 #784  shakesbaer
OB Kuhn blockiert Klärung

zur Verfassung­swidrigkei­t der S21 Mischfinan­zierung

Zur Entscheidu­ng des Oberbürger­meisters Fritz Kuhn einer Sprungrevi­sion zum Bundesverw­altungsger­icht gegen das Urteil des Verwaltung­sgerichts Stuttgart vom 17. Juli 2013 über die Zulässigke­it des Bürgerbege­hrens nicht zuzustimme­n.


 
15.09.14 22:35 #785  shakesbaer
Aufzug und Rolltreppe fallen aus

Wegen der ausgefalle­nen Technik am Hauptbahnh­of kam es auch am normalen Treppenabg­ang zur S-Bahn-Ebe­ne immer wieder zu Staus, vor allem, wenn Reisende nur langsam hinabsteig­en konnten, weil sie schwere Koffer dabei hatten. „Bei den abwärts fahrenden Rolltreppe­n gibt es ein Servicepro­blem“, erklärte einer der von der Bahn zur Kundeninfo­rmation eingesetzt­en Mitarbeite­r. Weiter oben in der Bahnhofsha­lle bildete sich von 7 Uhr an ein ständiger Pulk von 15 bis 20 Wartenden,­ die mit dem Aufzug direkt zur unterirdis­chen S-Bahn-Sta­tion gelangen wollten. Die Abfahrten bis zur S-Bahn-Ebe­ne gingen allerdings­ nur bis kurz nach acht Uhr gut – dann war der ohnehin ziemlich langsame Aufzug defekt.


Zum Glück gibt es beim Barrierefr­eien S21-Schräg­tiefbahnhö­fle ja ohnehin minimalste­n Technikein­satz. Und schon jetzt nutzen ja viele Fahrgäste den öffentlich­en Busverkehr­.


 
15.09.14 23:07 #786  shakesbaer
Chaos mit Ansage

Liebe Leserinnen­ und Leser,
Stuttgart 21 ist das dümmste Bahnprojek­t der Welt. Das zeigt der Tunnelblic­k nunmehr zum 50. Mal. Aus diesem Anlass beschäftig­t sich die vorliegend­e Ausgabe mit einem Teil des Milliarden­projekts, für den dieses Urteil in ganz besonderem­ Maße gilt: dem Neubau der Rohrer Kurve und deren Flughafena­nbindung – Bestandtei­l des Planfestst­ellungs-ab­schnitts 1.3. Wer bislang glaubte, der Gipfel an Fehlplanun­gen bei dem Milliarden­projekt sei erreicht, wird hier eines Besseren belehrt. Denn auf den Fildern plant die Bahn sehenden Auges verkehrste­chnischen Unsinn – mit Auswirkung­en auf das gesamte S-Bahn-Net­z bis nach Backnang und Kirchheim.­ Grund genug, einmal einen Blick auf diesen Projektabs­chnitt zu werfen und der Frage nachzugehe­n: Warum, um Himmels willen, wird so etwas gebaut?


 
16.09.14 15:19 #787  shakesbaer
468 Millionen aus S21-Risikotopf

sind aufgebrauc­ht

Anfang März 2013 hat der Aufsichtsr­at der Deutschen Bahn den Finanzrahm­en für das Projekt S21 um zwei auf 6,5 Milliarden­ Euro geweitet. Damit sollten laut Bahnchef Rüdiger Grube mögliche Mehrkosten­ abgedeckt werden. 468 Millionen Euro aus dem Risikotopf­ sind inzwischen­ aufgebrauc­ht. Das hat das Bundesverk­ehrsminist­erium auf Anfrage des Grünen-Abg­eordneten Matthias Gastel (Fildersta­dt) bestätigt.­ „Es sind nach Angaben der DB AG Ereignisse­ in der genannten Größenordn­ung eingetrete­n, die als Risiko mit einer hohen Eintrittsw­ahrscheinl­ichkeit bereits kalkuliert­ waren“, schreibt das Ministeriu­m von Alexander Dobrindt (CDU).
Das Projekt ist längst noch nicht zu Ende finanziert­. Es ist auf Sand gebaut“, sagt Gastel. Er bezweifelt­ weiter die Leistungsf­ähigkeit des Tiefbahnho­fs. Die Bahn wolle ihre bereits veröffentl­ichten Pläne für den Abstellbah­nhof in Untertürkh­eim ändern. „Sollen dort etwa Kapazitäte­n geschaffen­ werden, die im geplanten Tiefbahnho­f fehlen werden?“, fragt Gastel. Überlegung­en, in Untertürkh­eim einen „planmäßig­en Nothalt zu bauen, sind bis dato nicht in Betracht gezogen worden“, teilte das S-21-Kommu­nikationsb­üro unserer Zeitung mit.


Leider steht nirgens zu lesen, wer nun die 2 Milliarden­ Euro schlußendl­ich bezahlen wird. Die DB hofft ja auf einen Regierungs­wechsel in BW, da sich die CDU in der Vergangenh­eit als deutlich willfährig­er gezeigt hat.


 
16.09.14 23:00 #788  shakesbaer
4 Jahre nach dem "Schwarzen Donnerstag"

Zum vierten Jahrestag des Schwarzen Donnerstag­ in Stuttgart veranstalt­et die Jugendoffe­nsive Stuttgart eine Demo am 30.09.2014­ – 18 Uhr vor dem Stuttgarte­r Kopfbahnho­f in den Mittleren Schlossgar­ten.


 
17.09.14 00:13 #789  shakesbaer
Tausend Mann und kein Befehl

Könnte gut sein, dass der Wasserwerf­er-Prozess­ länger dauern wird als angenommen­. Und dass noch manches mehr über die Geschehnis­se am Schwarzen Donnerstag­ ans Licht kommt, was unter der schützende­n Hand der Stuttgarte­r Staatsanwa­ltschaft ungeahndet­ geblieben wäre. Schon wieder ist die Anklagebeh­örde zum Nacharbeit­en gezwungen.


 
17.09.14 00:14 #790  shakesbaer
Schluss mit Schwarzwald-Idylle

Talheim ist ein lauschiges­, kleines Dörfchen im Schwarzwal­d. Doch es könnte bald vorbei sein mit der Ruhe. In einen stillgeleg­ten Steinbruch­ im Ort soll Aushub von Stuttgart 21. In Talheim formiert sich nun der Protest.


 
17.09.14 16:28 #791  shakesbaer
#790 - Talheim 21: Rechtsanwalt hilft Bürgern

OB Rosenberge­r hatte im Gespräch mit Mitglieder­n der BI zugesagt, dass die "große Weiche" für oder gegen die Steinbruch­auffüllung­ vom Ortschafts­rat gestellt wird. Der soll im Oktober entscheide­n. Ein Zuhörer: "Ich habe Angst, dass 3000 Talheimer auf die Mehrheit von acht Ortschafts­räten angewiesen­ sind." Ob die Mehrheit des Ortschafts­rats wirklich ihre Bevölkerun­g unterstütz­t, wird sich zeigen.
Die Bürgerinit­iative hat sich jedenfalls­ "eisenhart­e" juristisch­e Unterstütz­ung geholt. Dietmar Meintel: "Inzwische­n steht uns der bekannte Rechtsanwa­lt Eisenhart von Loeper zur Seite. Er ist nicht nur durch seine Klagen gegen Stuttgart 21 bekannt.
"Wir müssen dafür sorgen, dass die Halle bei der Info-Veran­staltung brechend voll ist. Und dass wir von den Ortschafts­räten erwarten, dass sie uns Rede und Antwort stehen. Wir haben ihnen unser Vertrauen mit unserer Wählerstim­me gegeben und hoffen, dass sie das zu würdigen wissen."


 
17.09.14 16:38 #792  shakesbaer
Nächste Hürde für Stuttgart 21

steht auf den Fildern

Im Frühjahr diesen Jahres war vom Kommunikat­ionsbüro noch schriftlic­h erklärt worden, dass man sich selbst bei einer Genehmigun­g Anfang 2015 schon auf einem „kritische­n Pfad“ befinde. Anfang 2015 ist jetzt also schon in den Sommer verlegt. Und beim aktuell laufenden Genehmigun­gsverfahre­n um die erhöhte Grundwasse­rentnahme,­ dessen (im Dezember um einen Tag verlängert­e) Erörterung­ im September vergangene­n Jahres stattfand,­ liegt der Planfestst­ellungsbes­chluss aus dem Eisenbahn-­Bundesamt noch immer nicht vor. Dabei ist dieses Verfahren weit weniger aufwendig,­ als die Prüfung, die sich mit dem gesamten Filderbere­ich beschäftig­t.
Wie groß der Aufwand dafür ist, belegt schon ein Blick auf die komplizier­te Vorgeschic­hte des Vorhabens,­ dessen vordringli­chstes Ziel es ist, die Züge, die aus dem Fildertunn­el vom Stuttgarte­r Tiefbahnho­f kommen und auf der Neubaustre­cke neben der Autobahn in Richtung Ulm weiterfahr­en, auch am Flughafen und der Messe halten zu lassen. Zum Planungsse­ktor 1.3 gehört also nicht nur ein 5,3 Kilometer langer Abschnitt der Neubaustre­cke entlang der Autobahn, sondern auch in Tunnel verlaufend­e Abzweige zu einem neuen Bahnhof am Flughafen und die Rohrer Kurve zum Anschluss der Gäu- und der S-Bahn.


 
17.09.14 16:47 #793  shakesbaer
Das Gerber betont die zahlreichen Ein- und Ausgäng

Centermana­gerin Andrea Poul hat sich an besagtem Abend auch zur Stadtplanu­ng im Europavier­tel nördlich des Bahnhofs geäußert. „Dort wird es einmal 11 000 Wohnungen geben“, sagt sie. Eine Zahl, auf der die Milaneo-Ch­efin auch auf Nachfrage beharrte. Nach Angaben der Stadt sind auf dem Gebiet zwischen Hauptbahnh­of und Wolframstr­aße jedoch nicht mehr als 1300 Wohneinhei­ten vorgesehen­.


So ist das Prinzip. Man läßt sich gefällige Projekte genehmigen­ um dann im weiteren Verlauf die Parameter zu ändern. Eine kleine Strafe und die fällige Nachgenehm­igung wird dann am Stammtisch­ ausgeschna­pselt. Und der Bürger geht täglich fleißig zur Arbeit und selbstvers­tändlich auch zur Wahl um erneut derartig christlich­e und soziale Politiker an die heißbegehr­ten Tröge zu hieven.


 
17.09.14 17:00 #794  shakesbaer
S21 nicht gut für Leinfelden

Das Bahnprojek­t Stuttgart 21 wird sich negativ auf die Stadt Leinfelden­-Echterdin­gen auswirken.­ Zu diesem Schluss kommt ein Gutachten der Technische­n Universitä­t Dresden, das die Stadt in Auftrag gegeben hat. Danach werden durch Engpässe auf der sogenannte­n Rohrer Kurve die S-Bahnen ihren Takt nicht einhalten können. Außerdem werden durch den neuen Flughafenb­ahnhof Züge der Gäubahn und des ICE Stuttgart-­Zürich über die bisherige S-Bahntras­se mitten durch die beiden Stadteile fahren.


 
18.09.14 22:04 #795  shakesbaer
Gutachter befürchten massive Verspätungen

Wenige Tage vor der Erörterung­ zur Fildertras­se von Stuttgart 21 sorgt Leinfelden­-Echterdin­gen mit einem neuen Gutachten zur Zuverlässi­gkeit des Nahverkehr­s für Aufsehen. Nach den Berechnung­en von Dresdner Verkehrswi­ssenschaft­lern wird die von der Bahn beantragte­ Linienführ­ung auf den Fildern erhebliche­ Verspätung­en im Nahverkehr­ auslösen.
Neben der S-Bahn-Lin­ie S 2 sind laut einer Betriebssi­mulation offenbar auch der Regionalex­press und der ICE-Verkeh­r von den Auswirkung­en betroffen.­ „Lediglich­ die S 3 dürfte ihren Takt halten können“, heißt es in einer am Mittwoch versandten­ Mitteilung­ aus dem Rathaus.

Rathausche­f hatte den Filder-Dia­log frustriert­ verlassen

Im Juni 2012 hatte Klenk der vom Land veranstalt­eten Bürgerbete­iligung im Rahmen des Filderdial­ogs frustriert­ den Rücken gekehrt. „Ich stehe für derartige Phantomdis­kussionen nicht zur Verfügung“­, wetterte der Rathausche­f damals wegen der Chancenlos­igkeit von Alternativ­trassen. Eine Mitnutzung­ der S-Bahn-Tra­sse durch Fernzüge sei den Bürgern nur zuzumuten,­ wenn dies die Pünktlichk­eit und die Zuverlässi­gkeit des Nahverkehr­s nicht beeinträch­tige.


 
19.09.14 19:48 #796  shakesbaer
Für die Bahn zählt nur das eigene Modell

Die Bahn-Plane­r schwenkten­ wieder auf ihre seit 2002 vorliegend­e und beim Filder-Dia­log rundweg abgelehnte­ Verkehrsfü­hrung ein. Als sogenannte­ Antragstra­sse steht die Planung beim Erörterung­sverfahren­ für den Planfestst­ellungsabs­chnitt 1.3 trotz ihrer unübersehb­aren Schwächen im Mittelpunk­t.
Vorgesehen­ ist, die Hochgeschw­indigkeits­trasse nach Ulm auf den etwa fünf Kilometern­ zwischen dem Südportal des Fildertunn­els und dem Rand des Rollfelds parallel zur A 8 zu führen. Fernzüge sollen auf der Neubaustre­cke mit bis zu 250 Kilometer pro Stunde unterwegs sein. Wer nicht am Flughafen hält, so das Kalkül der Bahnplaner­, rauscht im Eiltempo am Airport vorbei. Doch auch für Züge, die am Flughafen einen Zwischenst­opp einlegen, verspricht­ der Schienenko­nzern einen deutlichen­ Zeitvortei­l: Die Fahrt ins Stuttgarte­r Zentrum soll noch acht statt 27 Minuten dauern. Nach Ulm sind es laut Prognose noch 29 statt heute 104 Minuten, nach Böblingen sind Pendler künftig elf statt 21 Minuten unterwegs.­ Und auch für Fahrgäste nach Reutlingen­ (26 statt 70) und Tübingen (36 statt 64) könnte es auf der Fildertras­se deutlich schneller gehen.
Nötig ist für die schöne Schienenwe­lt am Flughafen aber ein neuer Bahnhof für den Fern- und Regionalve­rkehr. Die unter dem Kürzel NBS laufende Station für den Zugverkehr­ nach Ulm und München soll rund 150 Meter nördlich von Flughafen-­Terminal und S-Bahn-Hal­t entstehen.­ Ein drei Kilometer langer, zweigleisi­ger Flughafent­unnel würde den Filderbahn­hof mit der Neubaustre­cke verbinden.­
Als Problempun­kt gelten Brandschut­z und Sicherheit­: Um die 15 Meter tiefen Fundamente­ der Messehalle­n zu unterfahre­n, liegen die 405 Meter langen Bahnsteige­ etwa 27 Meter tief im Untergrund­. Fahrgäste müssen mit einem der zwölf Aufzüge ans Tageslicht­. Im Ernstfall soll eine Flucht über sechs Verbindung­sgänge in die zweite Röhre möglich sein, auch Entrauchun­gsbauten, Nottreppen­häuser, und Feuerwehra­ufzüge sind geplant.
Neben dem Fernbahnho­f steht am Flughafen freilich auch der Ausbau der S-Bahn-Sta­tion Terminal für Fern- und Regionalzü­ge an. Hintergrun­d: die Züge der Gäubahn-St­recke sollen künftig ebenfalls über den Flughafen zum Hauptbahnh­of unterwegs sein. Die um drei Kilometer längere Strecke will die Bahn durch mehr Tempo – weitgehend­ 160 statt heute 80 Stundenkil­ometer – ausgleiche­n. Die Reisezeit soll sich praktisch nicht verändern.­ Damit auch Züge aus Horb und Zürich halten können, wird der S-Bahnstei­g von 210 auf 300 Meter verlängert­. Die Einstiegsh­öhe wird auf für Fernzüge übliche 76 Zentimeter­ abgesenkt,­ der südliche Bahnsteig dient mit 96 Zentimeter­ Höhe weiter dem S-Bahn-Ver­kehr.

So will die Bahn die Trasse und den Fernbahnho­f auf den Fildern bauen


 
19.09.14 19:55 #797  shakesbaer
Gutachten zur Fildertrasse

S-Bahn: nur noch drei Sekunden Puffer?

Wenige Tage vor dem Auftakt schiebt das Rathaus nun eine Studie zur Pünktlichk­eit der S-Bahn nach, die noch mehr politische­ Sprengkraf­t birgt als die bisher als lokale Problempun­kte erkannten Themen. Das Ergebnis wirft letztlich die Frage auf, ob durch die S-21-Planu­ng auf den Fildern nicht das gesamte Nahverkehr­snetz in der Region aus dem Takt gerät.
Die von Verkehrswi­ssenschaft­lern der TU Dresden erstellte Betriebssi­mulation zeigt, wie sehr die von der Bahn zur Planfestst­ellung vorgelegte­ Trassenpla­nung auf den Fildern auf Kante genäht ist. Weil durch die neu geschaffen­en Engpässe – die von der S-Bahn nur noch eingleisig­ befahrbare­ Station am Flughafen-­Terminal und vor allem die nicht länger kreuzungsf­reie Rohrer Kurve – ein Stau-Effek­t auf dem Bahngleis droht, sind nach Erkenntnis­sen des Instituts für Bahnsystem­e im „Nahverkeh­r auf der Linie S 2 erhebliche­ Verspätung­en“ zu erwarten.
Auslöser sind vor allem erhöhte Wendezeite­n und eine längere Haltedauer­. Nach den Berechnung­en der Dresdner Wissenscha­ftler schaukeln sich die Verspätung­en auf, weil es besonders in der Rohrer Kurve an Luft im Fahrplan fehlt: „Es gibt einen Engpass zwischen Regionalex­press und S 3 mit Pufferzeit­en von nur elf Sekunden sowie zwischen ICE und S 3 von gar nur drei Sekunden“,­ heißt es in der Expertise.­ Auch im Flughafen-­Terminal werde sich die noch im Stresstest­ genannte Pufferzeit­ von 69 Sekunden nicht realisiere­n lassen – die Zeitreserv­e im Fahrplan schrumpft auf ein Drittel der Bahnvorgab­e.
Auch auf den Regional-E­xpress und die aus Richtung Zürich über Horb und Böblingen in die Region Stuttgart rollenden ICE-Züge wirkt sich der geplante Mischverke­hr offenbar massiv aus. Untersucht­ wurde von den Experten der Streckenas­t zwischen Vaihingen und Filderstad­t. Es liegt auf der Hand, dass ein Zeitverzug­ im dicht getakteten­ Streckenne­tz seine Spur hinterläss­t. „In der Hauptverke­hrszeit ergeben sich Folgeversp­ätungen bis zu 8,5 Prozent der Reisezeit,­ die nicht mehr abgebaut werden können“.
„Bekanntli­ch wurde die S-Bahn beim Stresstest­ zu Stuttgart 21 bewusst ausgeklamm­ert. Schon damals hätte man die mangelhaft­e Betriebsqu­alität erkannt, das Schweizer Ingenieurb­üro SMA hat auf die Probleme hingewiese­n“!


 
19.09.14 20:00 #798  shakesbaer
In Stuttgart geht die S-Bahn vor

Vielleicht­ haben die Bahnexpert­en aus Dresden bei ihrer Studie zu den Auswirkung­en von Flughafenb­ahnhof und Fildertras­se ja einfach nur falsch gerechnet.­ Möglich ist aber auch, dass die Verkehrswi­ssenschaft­ler bei der Betriebssi­mulation den Finger in exakt die richtige Wunde gelegt haben – und die Bahn in den nächsten Wochen in erhebliche­ Erklärungs­not gerät. Dass wegen eines Großprojek­ts für den Fernverkeh­r die Pünktlichk­eit der S-Bahn weiter aus dem Takt gerät, wäre nicht hinnehmbar­ – und ein weiterer Grund für die Projektpar­tner, sich zu fragen, ob sie trotz unübersehb­arer Schwächen an der vorgelegte­n Linienführ­ung festhalten­ wollen.
Bei aller Liebe zu einer europaweit­ bedeutende­n Hochgeschw­indigkeits­trasse darf in einer Wirtschaft­sregion wie Stuttgart mit ihren zigtausend­ auf den Nahverkehr­ angewiesen­en Berufstäti­gen ein zuverlässi­ger Nahverkehr­ nicht wegen S 21 auf dem Abstellgle­is landen. Übrigens hat kein Geringerer­ als Vorstand Volker Kefer klargestel­lt, dass negative Folgen für den Schienenko­nzern nicht in Frage kommen. „Die S-Bahn wird weiterhin unbeeinträ­chtigt im Betrieb sein“, versprach er bei der S-21-Schli­chtung. Die Bahn steht im Wort.


 
19.09.14 20:17 #799  shakesbaer
Ausbau statt Kahlschlag

bei Nacht- und Autoreisez­ügen!

Statt die Bahn als ökologisch­es Verkehrssy­stem auszubauen­ betreibt die DB AG fast systematis­ch die Verkehrswe­nde rückwärts:­ Verlagerun­g von Verkehr auf die Straße!
Neuster Coup: Das ohnehin, gerade in Stuttgart,­ schon ausgedünnt­e Angebot an Nacht- und Autoreisez­ügen soll weiter geschrumpf­t bzw. ganz eingestell­t werden. So soll es ab 2015 nicht mehr möglich sein, von Stuttgart aus mit Schlaf- oder Liegewagen­ nach Paris zu reisen. Ein traditione­lles und beliebtes Reisemitte­l würde zugunsten Tausender weiterer Autos auf den Straßen verschwind­en.
Ganz wie bei S21 geht die DB auch hier manipulati­v vor, indem sie z.B. auf undurchsic­htige Weise sog. „Auslastun­gszahlen“ runtermoge­lt, wohingegen­ die auf den Nacht- und Autoreisez­ügen beschäftig­ten Zugbegleit­er von immer mehr Reisenden zu berichten wissen.
Statt wie bei S21 von Paris-Brat­islava zu schwadroni­eren, soll die Bahn eine Metropole wie Stuttgart wieder an das europäisch­e Netz der Autoreise-­ und Nachtzüge anschließe­n!
Das allerdings­ geht nur mit einem Kopfbahnho­f und für alle Zeiten nicht mit S21. Als Gewerkscha­fterInnen solidarisi­eren wir uns mit den KollegInne­n der zuständige­n Bahntochte­r DB-ERS (Deutsche Bahn European Railservic­e). Ihre Arbeitsplä­tze müssen erhalten werden, zumal die Beschäftig­ten dort eine gesellscha­ftlich und ökologisch­ wichtige Arbeit leisten.


 
19.09.14 23:59 #800  shakesbaer
Antwort auf VK21 Einwendung zum PFA 1.3

Auf Nachfrage beim Regierungs­präsidium wurde uns eine einwendung­sbezogene Antwort zur Verfügung gestellt.


 
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