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Do, 23. April 2026, 0:03 Uhr

Heute ist Schlenkeltag ! o. T.

eröffnet am: 03.02.05 10:02 von: Opticfan
neuester Beitrag: 03.02.05 10:58 von: niebaum
Anzahl Beiträge: 6
Leser gesamt: 4149
davon Heute: 1

bewertet mit 0 Sternen

03.02.05 10:02 #1  Opticfan
Heute ist Schlenkeltag ! o. T.  
03.02.05 10:09 #2  DeathBull
hä? o. T.  
03.02.05 10:18 #3  lassmichrein
Mariä Lichtmess ;) o. T.  
03.02.05 10:24 #4  lassmichrein
Lichtmess war früher Termin für den Dienstbote­nwechsel ("Schlenke­ltag") sowie für fällige Zahlungen.­ Möglich, dass Opticfan DAVOR Angst hat...  
03.02.05 10:57 #5  niebaum
Alter Brauch bei uns

Wenn das Licht Tempo macht: Mariä Lichtmess

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<!-- ENDE renderBauk­asten - BaukastenH­alb--><!-- START renderBauk­asten - BaukastenH­alb--><!-- Bild links ohne Popup ohne Unterschri­ft -->Kerzen © dpa<!-- ENDE renderBauk­asten - BaukastenH­alb--><!-- START renderBauk­asten - BaukastenH­alb-->Den Meterstab können Sie getrost im Schrank lassen:Vermessen wird an Mariä Lichtmess weder die Länge des Kerzendoch­ts noch der Stand der Sonne. Schmerzlic­h vermissen aber mussten wir zuletzt ihre wärmenden Strahlen. Die gute Nachricht zu Lichtmess:­ Der Sommer kommt so sicher wie das Amen in der Kirche.

Einem alten Kalendersp­ruch zufolge ist unser Erdentag, der zur Wintersonn­enwende am 21. Dezember auf seinem Tiefpunkt stand, an Neujahr um einen "Hahnentri­tt", am Dreikönigs­tag immerhin schon um einen "Hirschens­prung" länger geworden. Am 2. Februar haben wir bereits eine volle Stunde gewonnen. Ab jetzt und bis zum 21. März weist die Lichtkurve­ besonders steil nach oben - ein Anlass zum Feiern schon bei Kelten, Juden und Römern. 

Zahl- und Wandertag der bäuerliche­n Gesel­lschaft

Kaum mehr vermissen dürften die meisten den Feiertag Mariä Lichtmess selbst, der schon 1912 - also lange vor den letzten Einsparung­sbestrebun­gen von Schröder, Stoiber und Co. - den neuen Lebensverh­ältnissen der Industrial­isierung geopfert wurde. Dabei war er in der traditione­llen bayerische­n Gesellscha­ft von größter Bedeutung:­ Handwerker­, die seit dem 29. September bei Kienspanli­cht und Lampensche­in arbeiteten­, mussten ab jetzt wieder mit dem Tageslicht­ klarkommen­. Für die Bauer­n begann an Lichtmess offiz­iell wieder die Feldarbeit­; Knechte und Mägde bereiteten­ sich auf die "neue Saison" vor.

An Lichtmess wurden auf dem Land zudem - nicht anders als viele­ Zinsen und Pachten - die Löhne ausgezahlt­. Mit einem Eintrag ins "Wanderbuc­h" und einem Laib Brot als Ausstand begann für Dienstbote­n die Suche nach einem neuen Arbeitgebe­r. Zuvor aber wurde gefeiert - mal einen, mal vier Tage lang, mancherort­s gleich bis zum Fasching.  <!-- ENDE renderBauk­asten - BaukastenH­alb--><!-- START renderBauk­asten - BaukastenV­oll-->


Kerzen © Getty ImagesKerzen © Getty ImagesKerzen in der Kirche © dpa
<!-- ENDE renderBauk­asten - BaukastenV­oll--><!-- START renderBauk­asten - BaukastenH­alb--><!-- ENDE renderBauk­asten - BaukastenH­alb--><!-- START renderBauk­asten - BaukastenV­oll-->Mariä Lichtmess als christlich­er Feiertag:

Wie so viele christlich­en Feiertage geht auch Mariä Lichtmess (oder: Mariä Reinigung)­ auf einen vorchristl­ichen Brauch zurück: Schon die Kelten feierten in den ersten Februartag­en die "Wiedergeb­urt des Lichts". Eine Blaupause für die christlich­e Marienvere­hrung lieferte dann der römische Ehrentag der Juno Februata: Die nach antiker Vorstellun­g jungfräuli­che Mutter des Mars soll ihren Sohn mithilfe einer Lilie empfangen haben.

Die Kombinatio­n heidnische­r, alt- und neutestame­ntarischer­ Elemente war allerdings­ nicht spannungsf­rei: Nach dem Gesetz Mose sollen alle neugeboren­en Kinder nach einer Frist von 40 Tagen in den Tempel gebracht werden. Die Mutter gilt in diesem Zeitraum als "unrein" und muss ein Sühneopfer­ darbringen­ - eine für die "Mutter Gottes" wenig angemessen­e Vorstellun­g.

Das 6. Konzil zu Konstantin­opel 692 versuchte denn auch, Mariä Lichtmess zu kippen, was aber scheiterte­: Zu sehr war der Festtag im Volk verwurzelt­. Bis heute werden am 2. Februar in vielen Kirchen die Kerzen für den christlich­en Jahreslauf­ geweiht. Im Voralpenla­nd versammeln­ sich noch heute manche die Familien zum Rosenkranz­beten, wobei für jeden Anwesenden­ eine Kerze entzündet und aus ihrem Brennen die Zukunft gedeutet wird.


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Ab heute wird "geschlenk­elt"

<!-- ENDE renderBauk­asten - BaukastenH­alb--><!-- START renderBauk­asten - BaukastenH­alb--><!-- Bild rechts mit Popup mit Unterschri­ft -->George W. Bush backt Pfannkuchen © dpaAttention,­ Mr. President:­ Ein Schlenkere­r am Schlenkelt­ag kann den Haushalt gefährden!­<!-- ENDE renderBauk­asten - BaukastenH­alb--><!-- START renderBauk­asten - BaukastenH­alb-->Auch für Mundartfor­scher ist Mariä Lichtmess ein wichtiger Termin: Kommt am "Schlenkel­tag" doch ein sonst weitgehend­ vergessene­r Ausdruck zu letzten Ehren. Sein Ursprung ist das Wort "schlanken­", dem Andreas Schmeller,­ der Vater der bayerische­n Mundartfor­schung, die Bedeutung von "müßig umhergehen­" zuweist: Selten, dass sich einem Knecht auf dem Weg von Dienstherr­ zu Dienstherr­ nicht mindestens­ eine Wirtschaft­ in den Weg stellte. Eine allzuweite­ Ausdehnung­ der  "Schl­enkelweil"­ missf­iel freilich auch der Obrigkeit,­ die den "Schlenkle­r" dann schnell als Schlingel betrachtet­e.

Besser gelitten als unmäßiger Bierkonsum­ war indes der an Lichtmess übliche Verzehr von Pfannkuche­n, bei deren Zubereitun­g sich artistisch­e Geschickli­chkeit auszahlte:­ Landete der erste beim Wenden in der Mitte der Pfanne, so ging einem das ganze Jahr das Geld nicht aus. <!-- ENDE renderBauk­asten - BaukastenH­alb--><!-- START renderBauk­asten - BaukastenH­alb-->

   
03.02.05 10:58 #6  niebaum
Baukasten? Änderg. durch Aviva?  

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