BayWa AG vink. Namensaktien
WKN: 519406 / ISIN: DE0005194062BayWa AG - Q1-Q4 2021 Starker Umsatz und EBIT Wachstum
26.04.22 11:03
Dr. Norbert Kalliwoda
∎ Trotz der anhaltenden Corona-Pandemie hat der BayWa-Konzern 2021 einen deutlichen Ergebnissprung erzielt. Nahezu alle Segmente haben die Unternehmensziele erreicht oder übertroffen.
∎ Der Konzernumsatz stieg im Geschäftsjahr 2021 um 20,5 % auf 19.839,1 Mio. EUR.
∎ Das EBIT erreichte mit 266,6 Mio. Euro den höchsten Wert der Unternehmensgeschichte.
∎ Eine besonders positive Entwicklung wurde in den Bereichen Erneuerbare Energie, Cefetra-Gruppe und dem Bau Segment erzielt.
∎ Starkes Wachstum im Solarhandelsgeschäft in 2021.
∎ Starke Bautätigkeit und erfolgreiche Umsetzung der Multi-Spezialisten-Strategie.
∎ Hohe Gewinnmargen bei Produkten und starke Leistung im Spezialitätengeschäft.
∎ Erhöhung der Dividende um 5 %.
∎ Aufgrund starker Q4/2021-Zahlen haben wir unsere Fair Value von 45 EUR auf 53,05 EUR je Aktie erhöht.
1 Bewertung
Unser internes Modell mit einem
WACC von 6,2 % ergibt für die BayWa AG einen fairen Wert von 53,05
€ je Aktie. Das Modell verwendet konservative Umsatzwachstumsraten
und geht von einer konstanten Kapitalstruktur für das Unternehmen
aus.
Das Modell verwendet
konservative Wachstums- und Margenschätzungen. Wir gehen jedoch
weiterhin davon aus, dass der Konzern unsere Jahresziele erreichen
kann. Das von uns angewandte Bewertungsschema weist auf ein
mittel- bis langfristig (9-12 Monate) erreichbares Kursziel von 53
Euro hin. Wir glauben, dass die Umsatzerlöse der Gruppe in den
kommenden Jahren auf 20.831 Millionen Euro im Jahr 2022 (vorherige
Schätzungen 19.947 Millionen Euro) und 22.065 Millionen Euro im
Jahr 2023 (vorherige Schätzungen 21059 Millionen Euro) mit einem
operativen Ergebnis von 333,3 Millionen Euro im Jahr 2022
(vorherige Schätzungen 319,2 Mio. EUR) und 264,8 Mio. EUR im Jahr
2023e (zuvor 252,7 Mio. EUR) steigen werden. Wir glauben, dass das
Unternehmen seine Margen verbessern kann (z. B. durch Senkung der
Vertriebs- und Verwaltungskosten) und dass das laufende Jahr eine
Chance für das Unternehmen darstellt, von den günstigen Trends zu
profitieren.
2 Ausblick
Aufgrund einer Reihe positiver
Marktfaktoren ist das Geschäftsjahr 2021 das bisher erfolgreichste
Jahr der BayWa-Unternehmensgeschichte. Allerdings dürften sich
diese Marktfaktoren in Zukunft weniger positiv auswirken.
Gleichwohl zeichnet sich das diversifizierte Geschäftsmodell der
BayWa durch eine hohe Widerstandsfähigkeit aus und die Aussichten
für 2022 bleiben insgesamt positiv.
Q4/2021 verlief aus unserer Sicht insgesamt positiv für den BayWa Konzern.
Trotz weltweiter Probleme mit
COVID-19, Lieferkettenproblemen und geopolitischer Unsicherheit
rechnen wir für 2022 mit einem steigenden Umsatzwachstum von 5 %
(bisherige Schätzungen 19.947 Mio. EUR) auf 20.831 Mio. EUR für
die gesamte Gruppe und einem steigenden Betriebsergebnis von 333,8
Mio. Euro (vorherige Schätzung 319,2 Mio. Euro).
Deutliche EBIT-Steigerungen erwarten wir insbesondere bei erneuerbaren Energien und im internationalen Handel mit Agrarprodukten. Darüber hinaus scheint sich der Restrukturierungsprozess im Segment Agri Trade & Digitalisation positiv auf das Ergebnis auszuwirken. Darüber hinaus glauben wir, dass die negativen Auswirkungen auf Innovation & Digitalisierung in Zukunft abnehmen werden.
Dieser Ausblick basiert auf der Annahme, dass die Corona-Pandemie keine neuen negativen wirtschaftlichen Auswirkungen auslösen wird. Die politische Unsicherheit über eine Fortsetzung des Krieges in der Ukraine, die zu Marktverzerrungen führen könnte, ist weiterhin hoch.
Ausblick für das Segment
Erneuerbare Energien
Dieses Segment wird seinen globalen Wachstumskurs auch 2022 fortsetzen. Das EBIT soll im Geschäftsjahr 2022 gegenüber dem Vorjahr deutlich steigen. Diese positiven Ergebnisschätzungen basieren auf abgeschlossenen Projekten, deren Verkauf bereits 2022 geplant ist. Darüber hinaus sollte der Solarhandel von der geplanten Beschleunigung des Ausbaus erneuerbarer Energien profitieren. Der Ausbau des Geschäftsbereichs IPP wird die Umsatzströme der Gruppe weiter diversifizieren und damit stabilisieren. Die weiter steigenden Energiepreise werden voraussichtlich die Nachfrage in allen Geschäftseinheiten der BayWa ankurbeln.
Ausblick für das Segment
Energie
Das Segment Energie treibt den
Ausbau der Lade- und Betankungsinfrastruktur für Fahrzeuge weiter
voran. Das EBIT des Segments wird voraussichtlich unter dem
Vorjahresniveau liegen, da sich das anhaltend hohe Preisniveau für
Kraftstoffe und Heizöl dämpfend auf die Nachfrage auswirken
dürfte. Diese negativen Effekte auf das EBIT werden nicht durch
das erwartete Ergebniswachstum bei Mobility Solutions und durch
erwartete höhere Verkäufe von Holzpellets kompensiert.
Ausblick für das Cefetra
Group Segment
In diesem Segment soll der Handling Volume von Getreide und Ölsaaten im Jahr 2022 leicht steigen. Das Handelsvolumen von Standardprodukten soll auf Vorjahresniveau liegen. Bei Spezialitäten und nachhaltigen Produkten wird ein langsameres Wachstum als 2021 erwartet. Die weitere Diversifizierung und Erweiterung der Spezialitäten im Jahr 2021 wird neues Potenzial schaffen, da Cefetra seine Produktpalette weiter ausbaut. Die durch die Corona-Pandemie verursachten logistischen Engpässe und die daraus resultierenden höheren Frachtkosten werden zunächst auch 2022 bestehen bleiben. Zusätzliche Geschäftspotenziale ergeben sich für die Cefetra-Gruppe durch die Koordination und Optimierung von Lieferketten und damit die Sicherstellung der Produktbeschaffung bei möglichen Lieferengpässen. Aufgrund des Krieges in der Ukraine wird mit weiterhin sehr hoher Preisvolatilität gerechnet. Daraus ergeben sich entsprechende Marktchancen, könnten aber auch zu einem erhöhten Ausfallrisiko von Kontrahenten führen. Insgesamt wird für 2022 ein deutlich über dem Vorjahr liegendes EBIT erwartet.
Ausblick für das Agri Trade
& Service Segment
Durch den deutlich gestiegenen Wert der Handelsbestände im Getreide- und Ölsaatengeschäft ist dieses Segment positiv in das Jahr 2022 gestartet. In Deutschland werden im Jahr 2022 durchschnittliche Ernte- und Produkthandelsbedingungen erwartet. Global sollte die Balance der Lieferkette im kommenden Jahr begrenzt bleiben. Vor diesem Hintergrund ist zu erwarten, dass Lagerbestände aus der Ernte 2021 im ersten Halbjahr 2022 zu höheren Preisen vermarktet werden können. Da sowohl die Ukraine als auch Russland bedeutende Getreideproduzenten sind, kann der Krieg in der Ukraine zu Lieferengpässen führen, was zu einem weiteren Preisanstieg führt. Das Segment arbeitet kontinuierlich daran, seinen Marktanteil durch Optimierung, Effizienzsteigerung und Diversifikation zu festigen. Eines der strategischen Ziele ist es, die Warenströme im ökologischen Landbau auszubauen und in den Kernregionen des Segments eine führende Marktposition aufzubauen. Insgesamt wird aufgrund der operativen Verbesserungen für 2022 mit einer weiteren deutlichen Steigerung des EBIT gegenüber dem Vorjahr gerechnet.
Ausblick für das Global
Produce Segment
Das Gesamtvermarktungsvolumen
von Früchten des Segments wird voraussichtlich im Jahr 2022 leicht
steigen, dank erwarteter höherer Apfelerntemengen in Neuseeland,
aber es bestehen bestimmte Risiken, die bessere Ernte- und
Verkaufszahlen verhindern könnten: unerwartete negative
Wetterbedingungen und mögliche negative Auswirkungen der
andauernde Coronavirus-Pandemie. In Deutschland wird aufgrund
eines höheren Anteils kleinerer Fruchtgrößen das
Vermarktungsvolumen dort etwas geringer ausfallen als bisher und
es wird mit einer rückläufigen Preisentwicklung gerechnet.
Insgesamt erwartet das Unternehmen ein deutlich unter dem
Vorjahreswert liegendes EBIT.
Ausblick für das Segment
Agricultural Equipment
Die Bedingungen für dieses Segment scheinen für 2022 insgesamt positiv zu sein. Preise für landwirtschaftliche Produkte, Investitionsbereitschaft und staatliche finanzielle Unterstützung für Landwirte bleiben hoch. Das Neumaschinengeschäft wird in Deutschland weiterhin auf überdurchschnittlichem Niveau erwartet. In diesem Zusammenhang wird auch die Nachfrage im Servicegeschäft 2022 mindestens stabil bleiben. Gleichzeitig dürften sich ein zunehmender Fachkräftemangel und die anhaltenden Engpässe in der Ersatzteilversorgung negativ auswirken. In Österreich dürfte der Markt aufgrund einer geringeren Nachfrage in Verbindung mit einem zunehmend härteren Wettbewerb deutlich rückläufig sein. Das EBIT des Segments wird aufgrund der erwarteten Normalisierung der Nachfrage nach Neumaschinen gegenüber dem hohen Vorjahresniveau voraussichtlich deutlich unter Vorjahr liegen. Chancen, das hohe Ertragsniveau des Vorjahres zu erreichen, könnten möglich sein, wenn Engpässe in der Lieferkette im Laufe des Jahres überwunden werden können.
Ausblick für das Building
Materials Segment
Aufgrund von Fachkräftemangel und Lieferengpässen in einigen Sortimenten wird dieses Segment 2022 langsamer wachsen als bisher. Dennoch rechnet das Segment aufgrund erwarteter Produktpreissteigerungen mit einem Umsatzvolumen auf Vorjahresniveau. Der Fokus für die Weiterentwicklung dieses Segments liegt laut BayWa auf dem Ausbau des Angebots an Spezialisierungen und digitalen Lösungen sowie auf dem Ausbau nachhaltiger, klimaneutraler Lösungen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Digitalisierung der professionellen Kundenschnittstelle, um Kalkulations- und Angebotsprozesse effizienter zu gestalten. Der Umsatz wird voraussichtlich auf Vorjahresniveau liegen, das EBIT des Segments wird voraussichtlich deutlich unter dem hohen Vorjahresniveau liegen, da Kostensteigerungen im Vergleich zum Vorjahr zu geringeren Margen führen werden.
Ausblick für das Innovation
& Digitalisation Segment
Die Aktivitäten des Segments basieren hauptsächlich auf Investitionen und Entwicklungskosten für zukünftige digitale Produkt- und Dienstleistungsangebote. Sie entwickelt und testet Lösungen für die Präzisionslandwirtschaft und integriert sie in die Vertriebskanäle der Gruppe. Im Jahr 2022 wird sich das Segment auf die Verfeinerung des Produktportfolios und die Konzentration auf die Entwicklung neuer Softwareprodukte konzentrieren. Mittelfristig werden cloudbasierte Lösungen implementiert, um die Nutzung verschiedener Segmentprodukte zusammenzuführen. Auch 2022 wird der Umsatz weiter wachsen. Das negative EBIT des Segments soll sich durch den Wegfall von Sonderabschreibungen deutlich verbessern.
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