Smart Money setzt auf Rohstoffe
15.02.22 10:43
GoldGeldWelt
Die Preise für Rohstoffe steigen auch außerhalb
der großen Benchmarks. Nicht zuletzt institutionelle Investoren
entdecken diese Märkte für sich. Dies könnte die Preise weiter
nach oben treiben.
Die Hausse an den Rohstoffmärkten erstreckt sich auch auf
Teilmärkte, die weniger stark dem klassischen Einfluss der
Finanzmärkte unterliegen. Hier sind die Preise zum Teil sogar
besonders drastisch gestiegen.
Ein Großteil der ökonomisch relevanten Rohstoffe ist in
international bekannten Benchmarks zusammengefasst. Eine dieser
Benchmarks ist etwa der S&P Goldman Sachs Commodity Index.
Dieser enthält 24 verschiedene Futures. Das Gewicht im Index
bestimmt sich nach dem Welthandelsvolumen. Stark vertreten sind
etwa fossile Brennstoffe wie Erdöl. Doch auch Industrie- und
Edelmetalle, Agrarrohstoffe und sogar Lebendvieh sind enthalten.
Trotz Hausse: Rohstoffindizes bleiben hinter S&P 500 zurück
Der S&P GSCI legte im Gesamtjahr 2021 um rund
37 % zu. Ähnlich verlief es beim Bloomberg Commodity Index (BCOM),
in dem 20 Terminkontrakte auf Rohstoffe enthalten sind. Dieser
Index ist etwas ausgewogener gewichtet als der GSCI, enthält aber
einen ähnlichen Rohstoffkorb mit fossilen Brennstoffen,
Agrarrohstoffen sowie Industrie- und Edelmetallen.
Der BCOM konnte im Kalenderjahr 2021 um ca. 22 % zulegen. Damit
blieben die beiden Aushängeschilder des Rohstoffmarktes trotz der
Hausse hinter dem S&P 500 im selben Kalenderjahr zurück.
Deutlich stärker haben sich derweil die Preise für Rohstoffe und
damit verbundene Märkte entwickelt, die nicht in den großen
Benchmarks enthalten sind. Dies gilt etwa für CO2 Emissionsrechte.
Diese wurden Anfang 2021 bei rund 33 USD gehandelt. Zum
Jahreswechsel lag der Kurs bei rund 80 USD, nachdem
zwischenzeitlich sogar ein Hoch bei 90 USD erreicht worden war.
Aktuell nimmt der CO2 Preis sogar Anlauf auf die 100 USD Marke.
Strompreise +300 %, CO2 Rechte +150 %
Ähnlich fulminant verlief die Preisentwicklung
auf dem Strommarkt. Wurden am Spotmarkt im Januar 2021 in
Deutschland noch durchschnittlich knapp 53 EUR pro Megawattstunde
gezahlt, waren es im Dezember durchschnittlich bereits 221 EUR.
Dies entspricht einem Anstieg um mehr als 300 % Und damit um
Größenordnungen mehr als bei den großen Rohstoffindizes zu
beobachten war.
Einen enormen Anstieg gab es auch beim Kohlepreis – der weder im
GSCI noch einen BCOM enthalten ist. Der Preis stieg im
Jahresverlauf 2021 zeitweise über 225 USD – nachdem der Markt mehr
als zehn Jahre lang im Bereich von ca. 50-75 USD notiert hatte.
Ein weiteres Beispiel für die starke Entwicklung von Rohstoffen
außerhalb der klassischen Benchmarks ist Eisenerz. Der Preis hatte
sich gegenüber seinem Niveau beim Ausbruch der Corona Pandemie
zwischenzeitlich fast verdreifacht. Auch aktuell notiert der Kurs
weit über dem langjährigen Durchschnitt.
Diese Entwicklung hat mittlerweile auch institutionelle
Marktteilnehmer auf den Plan gerufen. Neben den ausgesprochen
hohen Renditen sind für diese auch (erhoffte) geringe
Korrelationen zu anderen Märkten relevant.
Möglicherweise wiederholt sich hier, was kurz nach der
Jahrtausendwende bei den heute als Benchmark Rohstoffen
bezeichneten Märkten passierte. Damals floss viel Geld in Produkte
auf Rohöl, Industriemetalle und Co.
Unter anderem Pensions- und Staatsfonds investierten in der
Hoffnung, inflationsresistente Renditen bei gleichzeitig besserer
Portfoliodiversifikation erreichen zu können. Das Interesse des
Finanzsektors überlagerte zeitweise die Saisonalitäten bestimmter
Rohstoffe.
Mehr Institutional Money in Off-Benchmark Rohstoffe?
Fließt künftig mehr Geld in die Rohstoffe
außerhalb der Benchmarks? Denkbar ist dies. Das australische
Wertpapierhandelsunternehmen Macquarie hat nach Informationen der
„Financial Times“ vor nicht all zu langer Zeit eine Long/Short
Trendstrategie auf einen Korb mit ca. 20 Rohstoffen aufgelegt. In
diesem Rohstoffkorb befinden sich der FT zufolge unter anderem
europäischer Strom, Kohle und Eisenerz. Für 2021 vermeldet die
Strategie der Zeitung zufolge eine Rendite von 57 % – und dies bei
einer Sharpe Ratio von 4,3.
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