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So, 26. April 2026, 8:33 Uhr

Nokia Oyj

WKN: 870737 / ISIN: FI0009000681

Nokia Gewinnwarnung


13.04.04 09:16
iWatch

class="analysen_content">Nokia vermeldete, dass eine zu große Abhängigkeit von Billig-Handys in diesem März dazu geführt hat, dass Nokia nicht wie gewohnt von dem anziehenden Frühjahrsgeschäft profitieren konnte, so die Experten von "iWatch".

Der Quartalsumsatz werde daher mit 8 Mrd. US-Dollar um 2% unter dem Vorjahresniveau liegen. CEO Ollila habe aus seiner Enttäuschung kein Geheimnis gemacht und in Aussicht gestellt, im weiteren Jahresverlauf dieses offensichtliche Manko abzustellen.

Die Aktien von Nokia seien von 21 US-Dollar auf 17 US-Dollar um 19% gefallen! Es stelle sich die Frage, ob dies nicht eine ziemlich harte Strafe für einen Umsatzrückgang von 2% sei.

Nicht, wenn man verstehe, wie an der Börse gedacht werde, so die Experten. Nokia sei ein Börsenliebling gewesen. In den vergangenen Jahren der Baisse und der schwachen Absatzzahlen im Mobilfunkmarkt habe Nokia mit aggressiven Preisen seinen Wettbewerbern stetig Marktanteile abjagen können. Marktanteile jage man den Wettbewerbern nur aus einem Grund ab: Man wolle in guten Geschäftszeiten umso mehr von den hohen Gewinnmargen profitieren. Und seit einigen Monaten würden sich die Umsatzzahlen im Mobilfunkmarkt wieder bessern. Dieses Quartal hätte Nokia seine aggressive Expansionspolitik durch hohe Gewinne bei starken Umsätzen rechtfertigen sollen, denn nicht umsonst hätten die Aktionäre in den vergangenen Quartalen auf Gewinne verzichtet.

Schaue man sich jedoch die Bilanz an, so sehe der Kurssturz absolut überzogen aus: Ein KGV 05e von 14 sei für den Marktführer nicht zu hoch, im Gegenteil: Noch nie sei das KGV von Nokia so niedrig gewesen. Die Bilanz sei sauber: Kaum Schulden, 14 Mrd. US-Dollar Barreserven und eine operative Gewinnmarge von 12%. Und auch für konservative Langfristanleger biete Nokia etwas: Eine Dividendenrendite von immerhin 2,2%. Beim aktuellen Zinsniveau sei das nicht schlecht.

Dennoch sei es zu einem Kurssturz von 19% gekommen! Und damit nicht genug, denn die Experten würden fürchten, dass der Markt noch weitere Kursverluste sehen werde. Im Wesentlichen gebe es zwei Gründe dafür.

Nokia sei eine beliebte Aktie, denn das Unternehmen handele so, wie es sich Aktionäre wünschen würden. In guten Zeiten seien Barreserven angehäuft worden. In schlechten Zeiten seien Marktanteile erkämpft worden. Häufig sei das Geschäft besser verlaufen als man erwartet habe. Zuletzt habe es im Januar einen Kurssprung von 20% auf Grund von einem positiven Quartalsergebnis gegeben.

Folglich gebe es viele Trader, die diese Aktie kaufen und auf eine positive Überraschung spekulieren würden. Auch gebe es nach einigen Monaten mit positiver Kursentwicklung stets einige Trittbrettfahrer, die auf den fahrenden Zug aufspringen würden. Diese beiden Arten von Aktionären seien mit der Umsatzwarnung vom vergangenen Dienstag aus den Aktien von Nokia getrieben worden. Diese beiden Arten von Aktionären würden die Nokia-Aktien in den nächsten Monaten auch nicht mehr anfassen, da das Unternehmen sich für solche Spekulationen nun selbst disqualifiziert habe.

Somit habe man nun binnen zwei Tagen solche Aktionäre aus den Nokia-Aktien geschwemmt. Dann könne es ja nun wieder bergauf gehen, könnte man denken. Jedoch gebe es noch ein weiteres Hindernis, das eine schnelle Kurserholung verzögern könnte: Analysten.

Nokia werde derzeit von 30 Analysten verfolgt. Am Montag vor der Umsatzwarnung habe es 27 Kaufempfehlungen und nur 3 neutrale Bewertungen gegeben. Eine der drei Bewertungen sei erst vor wenigen Tagen von "kaufen" auf "neutral" zurückgenommen worden. Der Analyst Matt Hoffman von Soundview habe am 29. März geschrieben, dass seinen Quellen zufolge die Umsätze mit hochpreisigen Nokia-Handys zu wünschen übrig ließen.

Von den 27 Analysten, die Nokia positiv bewerten würden, hätten bislang drei ihre Bewertung in Folge der Umsatzwarnung von "kaufen" auf "neutral" herab genommen. Weitere 24 stünden noch immer auf "kaufen".

Bis zur endgültigen Bekanntgabe des Quartalsergebnisses am 16. April könnten noch weitere Analysten weiche Knie bekommen und die Bewertung herabstufen. Wenn das Quartalsergebnis dann bekannt gegeben werde, würden weitere Analysten eine Herabstufung vornehmen. Heraufstufungen seien nicht zu erwarten, allein schon weil ja fast alle bereits die höchste Bewertungsstufe für Nokia ausgerufen hätten.

Somit würden die Experten für Nokias Aktien harte Zeiten bis ein paar Tage nach der Bekanntgabe des Quartalsergebnisses erwarten. Falls das Ergebnis dann jedoch besänftigend ausfalle, könnte die Aktie von dem dann erlangten neuen Niveau wieder einen soliden Aufwärtstrend einschlagen. Das dann erreichte Niveau könnte bei 15,5 bis 16 US-Dollar liegen.

Zu berücksichtigen sei auch, dass Nokia noch einiges an Restrukturierungskosten in der Bilanz unterbringen müsse. Es könne also sogar schlimmstenfalls passieren, dass das Quartalsergebnis nochmals eine negative Überraschung bereit halte. Anschließend jedoch sollten die schlechten Nachrichten ein Ende haben und die Experten würden von Nokia erwarten, dass es sich mit innovativen Modellen vielleicht schon bis zum Sommer wieder Marktanteile zurückerobern könne - selbst wenn der Hauptwettbewerber Siemens in München seine Angestellten nun 42 Stunden pro Woche arbeiten lasse.





 
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