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Mo, 27. April 2026, 18:51 Uhr

Pulsion strebt Wachstum an


19.02.01 00:00
Börsenreport

Die in München ansässige und 1990 gegründete PULSION Medical Systems AG (WKN noch nicht bekannt) bietet Diagnose-, Überwachungs- und Therapiesteuerungssysteme für die Intensivmedizin und Anästhesie an, so die Experten von „Börsenreport.

Das Unternehmen halte über 115 Patentanmeldungen und Patente inne. Im Jahre 1997 sei das Gerät PiCCO (Pulse Contour Cardiac Output) auf dem europäischen Markt eingeführt worden. Das Gerät sei auch für unerfahrenere Ärzte einfach anwendbar, schonender für den Patienten, da keinen großer operativer Eingriff bei dessen Einsatz notwendig sei und es bringe gegenüber herkömmlichen Methoden eine Kostenersparnis von bis zu 65%. Die Vermarktung von PiCCO erfolge dadurch, dass das Gerät an Kliniken kostenlos verliehen werde. Im Gegenzug dazu verpflichte sich die Klinik, die zum Betrieb des Gerätes notwendigen sterilen Einmalartikel (Katheter, Blutdruckaufnehmer) und das zugehörige Diagnosemittel ICG-Pulsion ausschließlich von PULSION Medical Systems AG in Mindestabnahmemengen zu beziehen.

Die mit 40% Weltmarktanteil bei Patientenüberwachungsanlagen vertretene Agilent Technologies, Inc., habe mit der PULSION Medical Systems AG einen Lizenzvertrag für die Dauer von 5 Jahren geschlossen. Agilent habe damit die Erlaubnis PiCCO-Module herzustellen und in den Agilent CMS Patientenmonitor einzubauen. Mit derartig ausgestatteten Geräten würden bereits Europa, Südamerika und Asien beliefert, Japan und die USA sollten folgen.

Das als Arzneimittel zugelassene Diagnosemittel ICG-Pulsion (Indocyangrün zur Darstellung von Blutgefäßen) werde durch das Unternehmen in weiteren Bereichen vermarktet. Das infrarotempfindliche Diagnostikum benötige man neben der Anwendung für PiCCO in der Augenheilkunde und bei Herz-Kreislauf-, sowie der Leberfunktionsdiagnostik. Eine weitere Verwendungsmöglichkeit liege in der Tumorbehandlung und der Zerstörung krankhafter Blutgefäße. Das Medikament sei zur Zeit in Deutschland und in Israel zugelassen. Für die USA und Gesamteuropa werde die Zulassung bis Ende 2001 bzw. 2002 angestrebt. Mit der Herstellerfirma sei noch für mindestens zehn weitere Jahre ein Exklusivvertrag geschlossen worden.

Derzeit sei die PULSION Medical Systems AG mit sechs Tochtergesellschaften weltweit vertreten. Nach eigenen Angaben verfüge das Unternehmen über einen Technologievorsprung
gegenüber seinen Mitbewerbern um 5 Jahre. Am Kapital der Gesellschaft seien 3i, tbg, Bayern Kapital und Techno Start mit ca. 15 Mio. Euro beteiligt.

In den nächsten Jahren sollten weitere medizinische Überwachungssysteme auf den Markt gebracht werden. Neue Märkte sollten erschlossen und neue Produkte positioniert werden. Für das Arzneimittel ICG-Pulsion solle beispielsweise die Zulassung für therapeutische Anwendungen beantragt werden. Durch die Mittel aus dem IPO werde so ein weiteres Wachstum finanziert.