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Fr, 24. April 2026, 16:56 Uhr

BLUE C CONS. INH. EO 1

WKN: 940118 / ISIN: AT0000737853

Blue C hoch spekulativ


22.02.01 00:00
austrostocks.com

Wie bereits mehrfach darüber berichtet gab der E-Business-Dienstleister Blue C (WKN 940118) am Montag dieser Woche seine katastrophalen Zahlen bekannt, wohlgemerkt zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt, als nämlich Gewinnwarnungen namhafter Unternehmen die Neuen Märkte wieder einmal in tiefe Unsicherheit versetzten und die Indizes einheitlich in Richtung Süden abtauchten, so die Analysten des Newsletter „austrostocks“.

Aufgrund der enttäuschenden Geschäftsentwicklung seien die Wachstumsziele für das vierte Quartal 2000 deutlich verfehlt worden. So betrage der Quartalsumsatz lediglich 0,9 Mio. Euro statt der geplanten 5,7 Mio. Euro. Im gleichen Atemzug sei die Umsatzprognose für 2001 von ursprünglich 36,2 Mio. Euro auf nun mehr 10,6 Mio. Euro drastisch gesenkt worden. Diese fatale Entwicklung führe das Unternehmen auf zwei wesentliche Faktoren zurück. Zum einen hätten Umsätze auf Grund der schlechten Marktsituation für Inkubationsgeschäfte nicht realisiert werden können, zum anderen zeige sich die dynamische Entwicklung im Neukundengeschäft deutlich abgeschwächt.

Das Papier sei prompt eine Stunde vom Handel ausgesetzt worden und habe nach seiner Wiederaufnahme beinahe 50 % seines Wertes verloren, nachdem die Aktie nach ihrem Höchstkurs im letzten Jahr (15,55 Euro) ohnehin bereits mehr als 80 Prozent verloren habe. Ein bemerkenswertes Szenario habe allerdings bereits in der vorigen Woche statt gefunden. Im Vorfeld der Umsatzwarnung habe der Kurs nämlich erstaunlicherweise über mehrere Tage hinweg deutlich mehr nachgegeben als der entsprechende Vergleichsindex (NEMAX).

Für geübte Marktbeobachter würden derartige Augenfälligkeiten jedenfalls keine besondere Überraschung darstellen. Nichts desto trotz, die Enttäuschung sitze tief, und auch in den Tagen nach dem Kurseinbruch habe die Aktie kontinuierlich verloren und könne gegenwärtig gerade einmal die wichtige 1 Euro-Marke behaupten, sei also knapp davor sich zu einem sogenannten Penny-Stock zu entwickeln.

Nun habe man zwar in letzter Zeit immer wieder beobachten können, dass solche niedergeprügelten Werte an manchen Tagen wieder beträchtliche Wertsteigerungen verbuchen konnten, die nicht selten in wahren Kursexplosionen geendet hätten, doch hierbei sei Vorsicht geboten, da in den meisten Fällen hartgesottene Spekulanten auf den Plan gerufen worden seien, die ihrerseits versuchen würden ihre Aktien mit schnellen Kaufen und Verkäufen innerhalb von Stunden hoch und runter zu treiben. Wer sich an diesem Spiel beteilige, könne in manchen Fällen sein Kapital verdoppeln, sich aber auch kräftig die Finger dabei verbrennen. (Interessierte Marktbeobachter würden in diesem Sinne gespannt auf den 24.02.2001 blicken, an diesem Tag ende nämlich die Lock-Up-Frist für Altaktionäre!)

BLUE C möchte sicherlich eine Entwicklung in diese wenig wünschenswerte Richtung vermeiden und habe einen umfassenden Restrukturierungsplan erstellt, nach dem das zweifelsohne inprofitable Venture-Capital-Geschäft aufgegeben werden solle, der Mitarbeiterstamm auf fast die Hälfte reduziert werden solle und man in Zukunft langsam wachsen wolle und die Fokusmärkte auf Österreich, Deutschland und Spanien reduzieren wolle.

In jedem Fall sollten diese Maßnahmen ohne Einbeziehung eines externen Partners durchgeführt werden und somit keine Übernahmegefahr bestehen. Nach eigenen Angaben verfüge das Unternehmen, unter Einbeziehung der Restrukturierungskosten, über ausreichend liquide Mittel, so dass die Liquidität bis zur geplanten Erreichung des Break Even im ersten Quartal 2002 aus Sicht der Gesellschaft nicht gefährdet sei.

Die BLUE C AG bewege sich in einem äußerst schwierigen Segment. Übereilte Börsegänge, mangelndes Eigenkapital und Konzeptschwächen würden Unternehmens-Starthelfern schwer zusetzen. Zudem gehöre die Zukunft in einem Markt, in dem Börsenkennzahlen zunehmend wieder an Bedeutung gewinnen würden, jenen Unternehmen, die durch eine überdurchschnittliche Gewinnentwicklung und eine attraktive Bewertung zu den Marktführern zählen würden. Bleibe nur zu hoffen, dass die Restrukturierungsmaßnahmen rechtzeitig greifen und die Gewinnzone planmäßig erreicht werde, andernfalls heiße es wohl nur mehr: Willkommen im Kreis der Zockerwerte!





 
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