DAX Sell in May?
06.05.11 10:46
DaxVestor
Gerbrunn (aktiencheck.de AG) - Viele Unternehmen konnten zuletzt mit guten Quartalszahlen überzeugen, so die Experten vom "DaxVestor".
Dennoch sei am Mittwoch wieder Sorge um die US-Konjunktur aufgekommen. Ein überraschend schwacher ISM-Index habe zu Gewinnmitnahmen bei DAX, Dow Jones & Co. geführt. Vor allem Rohstoffwerte hätten auf der Liste der Verkäufer gestanden. Am Freitag hätten dann überraschend solide US-Arbeitsmarktdaten die Börsen wieder steigen lassen.
Der ISM-Index sei ein vielbeachtetes Konjunkturbarometer. Während zumeist der Index für das Verarbeitende Gewerbe im Blickpunkt stehe, habe gestern jedoch der Index für die Dienstleister, der den Löwenanteil der US-Wirtschaft abdecke, Schlagzeilen gemacht. Der sei nämlich von 57,3 auf 52,8 Punkte nach unten abgesackt und habe damit die Analystenvorhersagen deutlich unterboten. An den Börsen seien in der Folge Gewinne mitgenommen worden, vor allem bei den Rohstoffaktien. Dies sei damit zu erklären, dass die Marktteilnehmer insbesondere die hohen Rohstoffpreise für die Stimmungseintrübung der Dienstleistungsunternehmen verantwortlich machen würden.
Vor allem der hohe Ölpreis wirke offenbar als veritable Konjunkturbremse. Da habe es auch nichts geholfen, dass am Montagabend der ISM-Index für das Verarbeitende Gewerbe stärker als erwartet ausgefallen sei und zum vierten Mal in Folge über 60 Punkten verharrt habe. Das sei ein Anzeichen für eine starke Entwicklung in der Industrie. Der starke Rückgang beim Dienstleistungsindex sei insofern eine echte Überraschung, die Zweifel an der Stärke des US-Konjunkturaufschwungs säe. Eines scheine jedoch noch klarer zu werden. Die US-Notenbank FED dürfte noch länger an ihrer extrem lockeren Geldpolitik festhalten.
Die Europäische Zentralbank dagegen habe bereits die Zinswende eingeläutet. Zwar habe es auf der heutigen Sitzung erwartungsgemäß keinen neuen Zinsschritt gegeben, die Anleger hätten sich jedoch Hinweise darauf erhofft, wie die Europäische Zentralbank ihre Geldpolitik in nächster Zukunft ausgestalten werde. Ängste vor einer baldigen Zinserhöhung im Juni dürften übertrieben sein. Die EZB werde "sehr genau" beobachten, wie sich die Preisstabilität weiter entwickle, habe EZB-Chef Trichet in seinem Statement gesagt. Diese Formulierung könne als abwartende Haltung interpretiert werden und lasse eine Zinserhöhung schon im Juni unwahrscheinlicher werden. An den Märkten habe der EZB-Zinsentscheid kaum Auswirkungen gehabt, nur bei EUR/USD habe es einen spürbaren Ruck nach unten gegeben. Der Test des Widerstands bei 1,50 USD scheine damit vorerst verschoben.
Quartalszahlen habe es in dieser Woche ebenfalls wieder zur Genüge gegeben. Deutschlands größte Airline Lufthansa habe im ersten Quartal einen operativen Verlust von 227 Mio. Euro eingeflogen, obwohl der Umsatz von 5,2 auf 6,4 Mrd. Euro gestiegen sei. Grund seien die hohen Kerosinpreise sowie die Flaute bei Ferienflügen nach Nordafrika und Flügen nach Japan. Dennoch gehe die Lufthansa weiterhin von einer Steigerung des Ergebnisses im Gesamtjahr aus. Die Anleger würden das weniger optimistisch sehen, die Lufthansa-Aktie zähle seit Mittwoch zu den schwächsten Papieren im DAX.
Eine positive Überraschung habe es bei adidas gegeben. Der Sportartikelhersteller habe mit dem Gewinn von 209 Mio. Euro die Analystenschätzungen übertroffen und die Umsatzprognose für 2011 erhöht. Auch in der zweiten Reihe habe es Zahlen gegeben, so z.B. von HeidelbergCement. Der Verlust des Baustoffkonzerns sei mit 120 Mio. Euro dank des guten Wetters überraschend geringer ausgefallen als saisonal üblich. Auch beim Umsatz seien die Analystenerwartungen übertroffen worden. Viele andere Unternehmen hätten ebenfalls gute Zahlen bekannt gegeben, so dass die Quartalssaison trotz einiger negativer Ausreißer bislang sehr gut verlaufen sei.
Der DAX habe erfolgreich die Unterstützung bei 7.300 Punkten getestet und anschließend wieder kräftig zugelegt. Die Volatilität sei derzeit hoch am Aktienmarkt, ein Zeichen für die herrschende Verunsicherung wegen widersprüchlicher Wirtschaftsdaten. Alles in allem sei die Weltkonjunktur trotz aller belastenden Faktoren ziemlich robust. Mögliche erneute Kursrückschläge an markante Supports könnten zum Neueinstieg genutzt werden. (06.05.2011/ac/a/m)
Dennoch sei am Mittwoch wieder Sorge um die US-Konjunktur aufgekommen. Ein überraschend schwacher ISM-Index habe zu Gewinnmitnahmen bei DAX, Dow Jones & Co. geführt. Vor allem Rohstoffwerte hätten auf der Liste der Verkäufer gestanden. Am Freitag hätten dann überraschend solide US-Arbeitsmarktdaten die Börsen wieder steigen lassen.
Der ISM-Index sei ein vielbeachtetes Konjunkturbarometer. Während zumeist der Index für das Verarbeitende Gewerbe im Blickpunkt stehe, habe gestern jedoch der Index für die Dienstleister, der den Löwenanteil der US-Wirtschaft abdecke, Schlagzeilen gemacht. Der sei nämlich von 57,3 auf 52,8 Punkte nach unten abgesackt und habe damit die Analystenvorhersagen deutlich unterboten. An den Börsen seien in der Folge Gewinne mitgenommen worden, vor allem bei den Rohstoffaktien. Dies sei damit zu erklären, dass die Marktteilnehmer insbesondere die hohen Rohstoffpreise für die Stimmungseintrübung der Dienstleistungsunternehmen verantwortlich machen würden.
Die Europäische Zentralbank dagegen habe bereits die Zinswende eingeläutet. Zwar habe es auf der heutigen Sitzung erwartungsgemäß keinen neuen Zinsschritt gegeben, die Anleger hätten sich jedoch Hinweise darauf erhofft, wie die Europäische Zentralbank ihre Geldpolitik in nächster Zukunft ausgestalten werde. Ängste vor einer baldigen Zinserhöhung im Juni dürften übertrieben sein. Die EZB werde "sehr genau" beobachten, wie sich die Preisstabilität weiter entwickle, habe EZB-Chef Trichet in seinem Statement gesagt. Diese Formulierung könne als abwartende Haltung interpretiert werden und lasse eine Zinserhöhung schon im Juni unwahrscheinlicher werden. An den Märkten habe der EZB-Zinsentscheid kaum Auswirkungen gehabt, nur bei EUR/USD habe es einen spürbaren Ruck nach unten gegeben. Der Test des Widerstands bei 1,50 USD scheine damit vorerst verschoben.
Quartalszahlen habe es in dieser Woche ebenfalls wieder zur Genüge gegeben. Deutschlands größte Airline Lufthansa habe im ersten Quartal einen operativen Verlust von 227 Mio. Euro eingeflogen, obwohl der Umsatz von 5,2 auf 6,4 Mrd. Euro gestiegen sei. Grund seien die hohen Kerosinpreise sowie die Flaute bei Ferienflügen nach Nordafrika und Flügen nach Japan. Dennoch gehe die Lufthansa weiterhin von einer Steigerung des Ergebnisses im Gesamtjahr aus. Die Anleger würden das weniger optimistisch sehen, die Lufthansa-Aktie zähle seit Mittwoch zu den schwächsten Papieren im DAX.
Eine positive Überraschung habe es bei adidas gegeben. Der Sportartikelhersteller habe mit dem Gewinn von 209 Mio. Euro die Analystenschätzungen übertroffen und die Umsatzprognose für 2011 erhöht. Auch in der zweiten Reihe habe es Zahlen gegeben, so z.B. von HeidelbergCement. Der Verlust des Baustoffkonzerns sei mit 120 Mio. Euro dank des guten Wetters überraschend geringer ausgefallen als saisonal üblich. Auch beim Umsatz seien die Analystenerwartungen übertroffen worden. Viele andere Unternehmen hätten ebenfalls gute Zahlen bekannt gegeben, so dass die Quartalssaison trotz einiger negativer Ausreißer bislang sehr gut verlaufen sei.
Der DAX habe erfolgreich die Unterstützung bei 7.300 Punkten getestet und anschließend wieder kräftig zugelegt. Die Volatilität sei derzeit hoch am Aktienmarkt, ein Zeichen für die herrschende Verunsicherung wegen widersprüchlicher Wirtschaftsdaten. Alles in allem sei die Weltkonjunktur trotz aller belastenden Faktoren ziemlich robust. Mögliche erneute Kursrückschläge an markante Supports könnten zum Neueinstieg genutzt werden. (06.05.2011/ac/a/m)
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