DAX von holprigem Start in die Quartalssaison gebremst
15.04.11 13:55
DaxVestor
Gerbrunn (aktiencheck.de AG) - Eigentlich hatten sich die Anleger von Alcoa (ISIN US0138171014 / WKN 850206), die am Montagabend traditionell die Quartalssaison in den USA eröffneten, Hinweise gesucht, die weiter steigende Aktienkurse rechtfertigen, berichten die Experten vom "DaxVestor".
Nach guten Vorquartalen seien die Zahlen beim US-Aluminiumriesen Alcoa diesmal allerdings eher durchwachsen ausgefallen. Dies habe die Märkte zunächst auf Talfahrt geschickt.
Der vom Ex-Siemenschef Klaus Kleinfeld geführte Alcoa-Konzern habe in den ersten drei Monaten einen Nettogewinn von 308 Mio. USD verbucht, allerdings seien die Umsätze deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Da habe es auch nichts geholfen, dass Kleinfeld Optimismus versprüht habe: "Unser Ausblick für den Rest des Jahres 2011 und darüber hinaus bleibt sehr positiv", so Kleinfeld. Die Alcoa-Aktie sei am Dienstag um sechs Prozent eingebrochen und habe so einen eher enttäuschenden Start in die Quartalssaison markiert.
Wesentlich besser sei es dafür bei J.P. Morgan Chase gelaufen. Die US-Großbank habe einen Gewinn pro Aktie von 1,28 USD im ersten Quartal verbucht. Die Analysten hätten im Schnitt 1,16 USD erwartet. Auch bei den Einnahmen seien die Analystenschätzungen geschlagen worden. Die Erwartungen an die Bankwerte seien damit eher gestiegen. Allerdings habe Bank of America Merrill Lynch am Freitag enttäuschende Zahlen präsentiert. Vor allem aber drohe den Banken insgesamt neues Ungemach, denn die US-Regierung habe Fehlverhalten bei den Zwangsversteigerungen in den letzten Jahren moniert. Da könnte eine neue Schadenersatzwelle auf die Finanzinstitute zurollen. Die Bankenaktien seien daher heftig unter Druck gekommen. Die Gespenster der Immobilienkrise seien noch längst nicht vertrieben.
Auch in Europa seien erste Quartalsergebnisse veröffentlicht worden. Beim Schweizer Pharmakonzern Roche habe es einen Dämpfer gegeben. Der Arzneimittelproduzent aus Basel habe im ersten Quartal 11,12 Mrd. CHF und damit neun Prozent weniger umgesetzt als vor einem Jahr. Die Analystenschätzungen seien damit verfehlt worden. Einer der Gründe für die enttäuschende Entwicklung sei der starke Schweizer Franken. Doch auch unter Herausrechnung der Wechselkurseffekte hätten die Erlöse stagniert, was nicht zuletzt an den staatlichen Sparbemühungen im Gesundheitswesen in vielen Ländern gelegen habe. Konzernchef Severin Schwan sehe Roche dennoch auf Kurs. Die Jahresziele würden erreicht werden, so Schwan.
Kräftig unter Druck sei seit einigen Tagen die Commerzbank-Aktie (ISIN DE0008032004 / WKN 803200) geraten. Die Platzierung der Pflichtwandelanleihe scheine zwar insgesamt ganz gut gelungen zu sein, der Aktienkurs sei dabei aber kräftig unter die Räder gekommen. Die Aktie habe seit vergangenem Freitag in der Spitze fast 20 Prozent verloren. Die Commerzbank habe bislang rund 4,3 Mrd. Euro eingenommen und damit wesentlich mehr als erwartet. Die Wandelanleihe solle nach der Hauptversammlung am 6. Mai in Aktien getauscht werden. Die Papiere seien am Mittwochabend zu 4,25 Euro ausgegeben worden.
Bei der nun noch ausstehenden Kapitalerhöhung müsse die Commerzbank nach Ansicht der meisten Analysten nochmals einen deutlichen Abschlag auf den Aktienkurs offerieren. Dies dürfte für anhaltenden Druck auf die Aktie sorgen. Mit dem Geld möchte die Commerzbank die Schulden beim Bankenrettungsfonds Soffin zurückzahlen.
Doch nicht nur die Commerzbank brauche frisches Kapital. Die im MDAX gelistete Aareal Bank (ISIN DE0005408116 / WKN 540811) habe eine Kapitalerhöhung im Volumen von 269 Mio. Euro angekündigt, um ebenfalls einen Teil der staatlichen Stütze zurückzahlen zu können. Auch die Aareal-Aktie sei aufgrund dieser Meldung abgestürzt.
Angesichts des holprigen Starts der Quartalssaison und der weiterhin schwelenden Krisen sei auch der DAX in dieser Woche nicht richtig in Tritt gekommen. Der deutsche Leitindex habe oberhalb der Unterstützung bei 7.100 Punkten eine Verschnaufpause eingelegt, die aus charttechnischer Sicht das Ende der Aufholbewegung markiere, die nach dem Kurssturz im Zuge der Japan-Krise eingesetzt habe. Damit scheine sich beim DAX ein neues Seitwärtsintervall in den Grenzen 7.000/7.200 Punkte zu etablieren. Erst ein Ausbruch würde ein neues charttechnisches Signal in die eine oder andere Richtung generieren.
Die erhofften positiven Impulse von den Quartalszahlen seien bislang ausgeblieben. Diese seien jedoch nötig, solle der Markt weiter steigen. Allerdings stehe die Quartalssaison erst ganz am Anfang. Es sei daher immer noch gut möglich, dass der DAX neuen Treibstoff von den Unternehmen erhalte. (15.04.2011/ac/a/m)
Nach guten Vorquartalen seien die Zahlen beim US-Aluminiumriesen Alcoa diesmal allerdings eher durchwachsen ausgefallen. Dies habe die Märkte zunächst auf Talfahrt geschickt.
Der vom Ex-Siemenschef Klaus Kleinfeld geführte Alcoa-Konzern habe in den ersten drei Monaten einen Nettogewinn von 308 Mio. USD verbucht, allerdings seien die Umsätze deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Da habe es auch nichts geholfen, dass Kleinfeld Optimismus versprüht habe: "Unser Ausblick für den Rest des Jahres 2011 und darüber hinaus bleibt sehr positiv", so Kleinfeld. Die Alcoa-Aktie sei am Dienstag um sechs Prozent eingebrochen und habe so einen eher enttäuschenden Start in die Quartalssaison markiert.
Wesentlich besser sei es dafür bei J.P. Morgan Chase gelaufen. Die US-Großbank habe einen Gewinn pro Aktie von 1,28 USD im ersten Quartal verbucht. Die Analysten hätten im Schnitt 1,16 USD erwartet. Auch bei den Einnahmen seien die Analystenschätzungen geschlagen worden. Die Erwartungen an die Bankwerte seien damit eher gestiegen. Allerdings habe Bank of America Merrill Lynch am Freitag enttäuschende Zahlen präsentiert. Vor allem aber drohe den Banken insgesamt neues Ungemach, denn die US-Regierung habe Fehlverhalten bei den Zwangsversteigerungen in den letzten Jahren moniert. Da könnte eine neue Schadenersatzwelle auf die Finanzinstitute zurollen. Die Bankenaktien seien daher heftig unter Druck gekommen. Die Gespenster der Immobilienkrise seien noch längst nicht vertrieben.
Kräftig unter Druck sei seit einigen Tagen die Commerzbank-Aktie (ISIN DE0008032004 / WKN 803200) geraten. Die Platzierung der Pflichtwandelanleihe scheine zwar insgesamt ganz gut gelungen zu sein, der Aktienkurs sei dabei aber kräftig unter die Räder gekommen. Die Aktie habe seit vergangenem Freitag in der Spitze fast 20 Prozent verloren. Die Commerzbank habe bislang rund 4,3 Mrd. Euro eingenommen und damit wesentlich mehr als erwartet. Die Wandelanleihe solle nach der Hauptversammlung am 6. Mai in Aktien getauscht werden. Die Papiere seien am Mittwochabend zu 4,25 Euro ausgegeben worden.
Bei der nun noch ausstehenden Kapitalerhöhung müsse die Commerzbank nach Ansicht der meisten Analysten nochmals einen deutlichen Abschlag auf den Aktienkurs offerieren. Dies dürfte für anhaltenden Druck auf die Aktie sorgen. Mit dem Geld möchte die Commerzbank die Schulden beim Bankenrettungsfonds Soffin zurückzahlen.
Doch nicht nur die Commerzbank brauche frisches Kapital. Die im MDAX gelistete Aareal Bank (ISIN DE0005408116 / WKN 540811) habe eine Kapitalerhöhung im Volumen von 269 Mio. Euro angekündigt, um ebenfalls einen Teil der staatlichen Stütze zurückzahlen zu können. Auch die Aareal-Aktie sei aufgrund dieser Meldung abgestürzt.
Angesichts des holprigen Starts der Quartalssaison und der weiterhin schwelenden Krisen sei auch der DAX in dieser Woche nicht richtig in Tritt gekommen. Der deutsche Leitindex habe oberhalb der Unterstützung bei 7.100 Punkten eine Verschnaufpause eingelegt, die aus charttechnischer Sicht das Ende der Aufholbewegung markiere, die nach dem Kurssturz im Zuge der Japan-Krise eingesetzt habe. Damit scheine sich beim DAX ein neues Seitwärtsintervall in den Grenzen 7.000/7.200 Punkte zu etablieren. Erst ein Ausbruch würde ein neues charttechnisches Signal in die eine oder andere Richtung generieren.
Die erhofften positiven Impulse von den Quartalszahlen seien bislang ausgeblieben. Diese seien jedoch nötig, solle der Markt weiter steigen. Allerdings stehe die Quartalssaison erst ganz am Anfang. Es sei daher immer noch gut möglich, dass der DAX neuen Treibstoff von den Unternehmen erhalte. (15.04.2011/ac/a/m)
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