Europäische Börsen mit Gewinnmitnahmen
04.05.11 08:51
Bankhaus Ellwanger & Geiger
Stuttgart (aktiencheck.de AG) - Nachdem die europäischen Börsen acht Tage in Folge Kursgewinne aufweisen konnten, kam es nun zu Gewinnmitnahmen, so die Analysten vom Bankhaus Ellwanger & Geiger.
Am meisten hätten die Autowerte und die Automobilzulieferer darunter leiden müssen. Hier seien die Anstiege in den letzten Tagen wohl etwas zu optimistisch gewesen. Nicht übersehen werden dürfe, dass seit Mitte März der DAX gut 1.000 Punkte zugelegt habe und nun eine Verschnaufpause sinnvoll sei. Ob dies gleichbedeutend mit dem Börsenspruch "Sell in May and go away" umzusetzen sei, bleibe abzuwarten.
Aber auch die Wall Street habe erst einmal auf die Bremse gedrückt, hier sei es noch deutlicher zu erkennen, dass die Märkte überkauft seien, sodass ein Innehalten sinnvoll wäre. Allerdings sei damit zu rechnen, dass dies nur kurze Zeit anhalten werde, obwohl die US-Konjunkturdaten nach wie vor kein wirklich erfreuliches Bild zeigen würden. Dies gelte auch für Großbritannien. Hier sei der Einkaufsmanagerindex stärker zurückgefallen, als es erwartet worden sei, und habe damit das GBP massiv unter Druck gesetzt. Auch beim USD dürfte dies gegenüber dem Euro weiter so bleiben, da hier die Zinsdifferenz für die europäische Währung spreche.
Damit dürften die Aktien trotz kleiner Rücksetzer neben den Rohstoffen für die Anleger vorerst weiter die erste Wahl bleiben. Der DAX sei zwar von seinem Höchststand von knapp 7.600 Punkten wieder zurückgefallen, die 7.400er Punkte-Marke habe aber bisher gut gehalten werden können, sodass der Aufwärtstrend weiter intakt bleibe.
Der EURO STOXX 50 habe nur kurz die Widerstandsmarke von 2.650 Punkten überschreiten können, sei danach aber wieder etwas unter diese Linie gefallen. Dennoch sei auch hier der Aufwärtstrend noch nicht gebrochen, sodass ein weiteres Ansteigen bis 2.750 Punkte möglich wäre. Der Dow Jones-Index bleibe unbekümmert in seinem Aufwärtstrend, hier liege die nächste Widerstandslinie erst bei 13.000 Punkten.
Die meisten Anleger würden auf den kommenden Donnerstag schauen, an dem die EZB in Helsinki tage. Nachdem es im April zu einer ersten Leitzinssenkung gekommen sei und die Inflationsraten nach wie vor ansteigen würden (inzwischen liege die Jahresrate bei 2,8 Prozent), sei davon auszugehen, dass es zu weiteren Zinserhöhungen kommen werde. Wichtig werde sein, ob EZB-Chef Trichet die wichtigen Signalwörter wie "wir beobachten sehr genau", oder "wachsam" benutze. Im ersten Fall wäre dann davon auszugehen, dass in den kommenden Monaten keine Zinserhöhung anstehe und im zweiten Fall bestünde eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass der nächste Zinsschritt bereits im Juni angekündigt werde.
Diese Zinserhöhungen seien mit den Staatsschulden der Peripherieländer nur schwer in Einklang zu bringen. Nach wie vor erteile Griechenland einer Umschuldung mit einem Schuldenschnitt eine Absage und behaupte auch optimistisch, dass die Wirtschaft im kommenden Jahr aus ihrer dreijährigen Rezession herauskommen würde. Die Risikoaufschläge für die griechischen Staatsanleihen seien aber nach wie vor so hoch, dass der Markt unverändert mit einer Umschuldung rechne. Für zweijährige Anleihen müsse Griechenland inzwischen 25 Prozent Zinsen zahlen.
Bei Portugal sehe es nicht viel besser aus. Die Details des Hilfsprogramms würden in den kommenden Tagen bekannt gegeben. Es sei davon auszugehen, dass es mehr als 100 Mrd. Euro würden, darunter alleine 10 Mrd. an Unterstützung für die Banken dieses Landes. Den berühmten Goldschatz wolle Portugal scheinbar nicht angreifen. Die Zentralbank habe in ihren Tresoren immerhin 380 Tonnen Gold, das entspreche aktuell einem Gegenwert von circa 20 Mrd. USD. Da auch der größte Inflationsverursacher auf der Welt, die USA und damit die amerikanische Notenbank, sein 600 Mrd. Euro großes Förderprogramm zwar im Juni auslaufen lassen wolle, aber eine Leitzinserhöhung in weite Ferne rücke, würden die Aktien und Rohstoffe, wie bereits erwähnt, alternativlos als Sachwerte vorhanden bleiben.
Selbstverständlich mache es wenig Sinn, zu Höchstkursen zu kaufen, sodass ein DAX-Stand, der durch Gewinnmitnahmen wieder in Richtung 7.000 bis 7.200 Punkte kommen könne, in jedem Fall für Neukäufe genutzt werden könne. Aber selbst bei einem erhöhtem Niveau gebe es unverändert einige vernachlässigte Werte, die noch ein interessantes Kurspotenzial aufweisen könnten. Positiv sehe man unter diesem Gesichtspunkt die E.ON (ISIN DE000ENAG999 / WKN ENAG99), SAP, Klöckner & Co und Barrick Gold (ISIN CA0679011084 / WKN 870450). (04.05.2011/ac/a/m)
Am meisten hätten die Autowerte und die Automobilzulieferer darunter leiden müssen. Hier seien die Anstiege in den letzten Tagen wohl etwas zu optimistisch gewesen. Nicht übersehen werden dürfe, dass seit Mitte März der DAX gut 1.000 Punkte zugelegt habe und nun eine Verschnaufpause sinnvoll sei. Ob dies gleichbedeutend mit dem Börsenspruch "Sell in May and go away" umzusetzen sei, bleibe abzuwarten.
Aber auch die Wall Street habe erst einmal auf die Bremse gedrückt, hier sei es noch deutlicher zu erkennen, dass die Märkte überkauft seien, sodass ein Innehalten sinnvoll wäre. Allerdings sei damit zu rechnen, dass dies nur kurze Zeit anhalten werde, obwohl die US-Konjunkturdaten nach wie vor kein wirklich erfreuliches Bild zeigen würden. Dies gelte auch für Großbritannien. Hier sei der Einkaufsmanagerindex stärker zurückgefallen, als es erwartet worden sei, und habe damit das GBP massiv unter Druck gesetzt. Auch beim USD dürfte dies gegenüber dem Euro weiter so bleiben, da hier die Zinsdifferenz für die europäische Währung spreche.
Damit dürften die Aktien trotz kleiner Rücksetzer neben den Rohstoffen für die Anleger vorerst weiter die erste Wahl bleiben. Der DAX sei zwar von seinem Höchststand von knapp 7.600 Punkten wieder zurückgefallen, die 7.400er Punkte-Marke habe aber bisher gut gehalten werden können, sodass der Aufwärtstrend weiter intakt bleibe.
Die meisten Anleger würden auf den kommenden Donnerstag schauen, an dem die EZB in Helsinki tage. Nachdem es im April zu einer ersten Leitzinssenkung gekommen sei und die Inflationsraten nach wie vor ansteigen würden (inzwischen liege die Jahresrate bei 2,8 Prozent), sei davon auszugehen, dass es zu weiteren Zinserhöhungen kommen werde. Wichtig werde sein, ob EZB-Chef Trichet die wichtigen Signalwörter wie "wir beobachten sehr genau", oder "wachsam" benutze. Im ersten Fall wäre dann davon auszugehen, dass in den kommenden Monaten keine Zinserhöhung anstehe und im zweiten Fall bestünde eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass der nächste Zinsschritt bereits im Juni angekündigt werde.
Diese Zinserhöhungen seien mit den Staatsschulden der Peripherieländer nur schwer in Einklang zu bringen. Nach wie vor erteile Griechenland einer Umschuldung mit einem Schuldenschnitt eine Absage und behaupte auch optimistisch, dass die Wirtschaft im kommenden Jahr aus ihrer dreijährigen Rezession herauskommen würde. Die Risikoaufschläge für die griechischen Staatsanleihen seien aber nach wie vor so hoch, dass der Markt unverändert mit einer Umschuldung rechne. Für zweijährige Anleihen müsse Griechenland inzwischen 25 Prozent Zinsen zahlen.
Bei Portugal sehe es nicht viel besser aus. Die Details des Hilfsprogramms würden in den kommenden Tagen bekannt gegeben. Es sei davon auszugehen, dass es mehr als 100 Mrd. Euro würden, darunter alleine 10 Mrd. an Unterstützung für die Banken dieses Landes. Den berühmten Goldschatz wolle Portugal scheinbar nicht angreifen. Die Zentralbank habe in ihren Tresoren immerhin 380 Tonnen Gold, das entspreche aktuell einem Gegenwert von circa 20 Mrd. USD. Da auch der größte Inflationsverursacher auf der Welt, die USA und damit die amerikanische Notenbank, sein 600 Mrd. Euro großes Förderprogramm zwar im Juni auslaufen lassen wolle, aber eine Leitzinserhöhung in weite Ferne rücke, würden die Aktien und Rohstoffe, wie bereits erwähnt, alternativlos als Sachwerte vorhanden bleiben.
Selbstverständlich mache es wenig Sinn, zu Höchstkursen zu kaufen, sodass ein DAX-Stand, der durch Gewinnmitnahmen wieder in Richtung 7.000 bis 7.200 Punkte kommen könne, in jedem Fall für Neukäufe genutzt werden könne. Aber selbst bei einem erhöhtem Niveau gebe es unverändert einige vernachlässigte Werte, die noch ein interessantes Kurspotenzial aufweisen könnten. Positiv sehe man unter diesem Gesichtspunkt die E.ON (ISIN DE000ENAG999 / WKN ENAG99), SAP, Klöckner & Co und Barrick Gold (ISIN CA0679011084 / WKN 870450). (04.05.2011/ac/a/m)
Werte im Artikel
11:05
, Börse Global
DAX: Ifo-Index auf 84,4 Punkte gefallenSchlechte Konjunkturdaten, steigende Inflation und ein wackelndes Chartbild prägen das Umfeld. Der DAX steht vor ...
05:00
, Börse Global
DAX Midcap Price: Jungheinrich-Warnung bricht Ind [...]Der MDAX erlebte am Freitag einen deutlichen Kursrutsch. Während sich die Standardwerte im DAX robuster zeigten, ...
04:30
, Börse Global
DAX: Öl überschattet allesDer deutsche Leitindex hat eine turbulente Woche mit einem weiteren Minus abgeschlossen. Fünf rote Tage in Folge, ...


