Die ratlosen Börsen
25.09.23 10:40
fairesearch
Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Ziemlich ratlos zeigen sich gegenwärtig die Aktienmärkte bei der Abschätzung der weiteren Chancen und Risiken, so Dr. Eberhardt Unger von "fairesearch".
Der DAX notiere rund 1000 Punkte unter seinem erst am 31. Juli erreichten Allzeithoch von 1.646 Punkten. Die Hoffnung sei groß, dass die Talsohle der Konjunkturentwicklung bald durchschritten werde und im nächsten Jahr die Zinsen schon wieder fallen würden. Doch die jüngsten Ergebnisse der Konjunkturforscher würden diesen Hoffnungen einen fundamentalen und monetären Dämpfer geben.
Nach den deutschen Forschungsinstituten und der Europäischen Kommission habe jetzt auch die OECD ihre Vorhersagen veröffentlicht. Da sich die Auswirkungen der Geldpolitik zunehmend in der Realwirtschaft bemerkbar machen würden und die Erholung in China unerwartet schwach verlaufe, rechne die OECD mit einem Weltwirtschaftswachstum von 3,0% für 2023 und 2,7% für 2024.
Die Gesamtinflation habe mit dem Rückgang der Energie- und Nahrungsmittelpreise nachgelassen. Sie liege aber in vielen Ländern immer noch über dem Zielwert der Zentralbanken. Die OECD gehe davon aus, dass die Gesamtinflation im Jahresverlauf 2023 in den G-20-Staaten allmählich weiter sinke und von 7,8 Prozent in 2022 auf 6,0 Prozent in 2023 und 4,8 Prozent in 2024 zurückgehe. Der Dienstleistungssektor und die nach wie vor relativ angespannte Arbeitsmarktlage würden für eine anhaltend hartnäckige Kerninflation sorgen. Dies zwinge die Zentralbanken in vielen Ländern, an einer restriktiven Geldpolitik festzuhalten.
Ein Schwerpunkt der Prognoseunsicherheit liege in der Entwicklung in China, der neben den USA zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt sei. Eine weitere Abschwächung in China würde das Wachstum in Handelspartnerländern weltweit dämpfen und könnte das Geschäftsklima trüben. Sorgen bereite insbesondere der Immobiliensektor. Dieser weise wegen seiner Überschuldung auffällige Parallelen zu den USA in 2008 auf.
Neben diesen fundamentalen Einflussfaktoren auf die Aktienmärkte würden auch die monetären keinen Anlass zu sonderlichem Optimismus geben. Wie die OECD meine, müssten die Zentralbanken an ihrer restriktiven Geldpolitik festhalten. An den Geld- und Rentenmärkten aber seien die realen Zinsen unter 0%.
Folgerung: bestehende Bestände halten, aber nicht weiter aufstocken. Eine Alternative würden die Aktien erneuerbarer Energien bilden. Der Index der führenden Aktien dieses Sektors habe alle Erwartungen bisher enttäuscht. (Ausgabe vom 24.09.2023) (25.09.2023/ac/a/m)
Der DAX notiere rund 1000 Punkte unter seinem erst am 31. Juli erreichten Allzeithoch von 1.646 Punkten. Die Hoffnung sei groß, dass die Talsohle der Konjunkturentwicklung bald durchschritten werde und im nächsten Jahr die Zinsen schon wieder fallen würden. Doch die jüngsten Ergebnisse der Konjunkturforscher würden diesen Hoffnungen einen fundamentalen und monetären Dämpfer geben.
Nach den deutschen Forschungsinstituten und der Europäischen Kommission habe jetzt auch die OECD ihre Vorhersagen veröffentlicht. Da sich die Auswirkungen der Geldpolitik zunehmend in der Realwirtschaft bemerkbar machen würden und die Erholung in China unerwartet schwach verlaufe, rechne die OECD mit einem Weltwirtschaftswachstum von 3,0% für 2023 und 2,7% für 2024.
Ein Schwerpunkt der Prognoseunsicherheit liege in der Entwicklung in China, der neben den USA zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt sei. Eine weitere Abschwächung in China würde das Wachstum in Handelspartnerländern weltweit dämpfen und könnte das Geschäftsklima trüben. Sorgen bereite insbesondere der Immobiliensektor. Dieser weise wegen seiner Überschuldung auffällige Parallelen zu den USA in 2008 auf.
Neben diesen fundamentalen Einflussfaktoren auf die Aktienmärkte würden auch die monetären keinen Anlass zu sonderlichem Optimismus geben. Wie die OECD meine, müssten die Zentralbanken an ihrer restriktiven Geldpolitik festhalten. An den Geld- und Rentenmärkten aber seien die realen Zinsen unter 0%.
Folgerung: bestehende Bestände halten, aber nicht weiter aufstocken. Eine Alternative würden die Aktien erneuerbarer Energien bilden. Der Index der führenden Aktien dieses Sektors habe alle Erwartungen bisher enttäuscht. (Ausgabe vom 24.09.2023) (25.09.2023/ac/a/m)
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