DAX wird mit nach oben gezogen
30.09.24 13:04
Feingold-Research
Die Aussicht auf weitere geldpolitische Lockerungen rund um den Globus treibt die Aktienkurse weiter nach oben. Während die Rally in China nach dem angekündigten Maßnahmenpaket und nun startenden Zinssenkungen in atemberaubendem Tempo weitergeht, machen Inflationsdaten aus den USA ebenfalls den Weg für weitere Zinsschritte der Fed nach unten frei. So ist der am Freitag veröffentlichte PCE-Deflator der persönlichen Konsumausgaben im August nur noch mit 2,2 Prozent gestiegen, weniger als von den Ökonomen im Vorfeld erwartet. Investoren rechnen deshalb fest mit weiteren Zinssenkungen der Federal Reserve von jeweils 25 Basispunkten im November und Dezember.
Wir stellen den Marktkommentar von Jürgen Molnar, Kapitalmarktstratege bei Robomarkets, vor.
Auch in der Eurozone sieht es nach den Preisdaten aus Spanien und Frankreich so aus, als würde die Europäische Zentralbank mit erforderlichen Zinssenkungen gar nicht so schnell der fallenden Inflation hinterherkommen. Die Daten für Deutschland und Europa folgen heute und morgen. Für Oktober wird nun schon mehrheitlich mit dem nächsten Zinsschritt der EZB nach unten gerechnet. Niedrigere Zinsen machen im Ergebnis Aktien noch attraktiver als sie mit der KI-Fantasie eh schon sind, sorgen aber vor allem für niedrigere Bewertungen, ohne dass die Kurse fallen müssen.
Nun herrscht im Deutschen Aktienindex zwar wenig KI-Fantasie, aber der Markt kann vor diesem Hintergrund gar nicht anders als steigen, auch wenn hierzulande die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen mehr als mau sind. So ist der DAX aber auch am meisten gefährdet, sollte die Euphorie auf anderen Handelsplätzen wie in Asien oder den USA schlagartig aus dem Markt gehen und Gewinnmitnahmen einsetzen. Doch bis dahin dürfte vor allem die Skepsis der Anleger die Kurse in Frankfurt weiter nach oben treiben. Denn nichts ist für private, aber auch institutionelle Investoren schlimmer, als wenn andere Rendite mit steigenden Kursen erzielen, und man selbst nicht dabei ist. Nur gut 500 Punkte trennen den Index jetzt noch von der Schallmauer 20.000.
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