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Mo, 27. April 2026, 17:00 Uhr

RENK Group AG

WKN: RENK73 / ISIN: DE000RENK730

Die Iden des März


14.03.24 08:26
Ralf Flierl

Die Schulden steigen, der Goldkurs ebenso 


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Smart Money 


Plötzlich steigt der Kurs des Goldes und der Bitcoin haussiert. Bringt sich das Smart Money, das schlaue Geld, gerade in Sicherheit?! Und das auch noch exakt zur Monatsmitte, den Iden des März? Eine Erklärung für die auffälligen Marktbewegungen versucht der profilierte US-Analyst Charlie Bilello: 
Das US Federal Government schmeiße mittlerweile „mit dem Geld um sich wie ein betrunkener Seemann“. Bilello liefert Zahlen, erschreckende Zahlen. Vom Jahr 2000 bis zum letzten Jahr hat der amerikanische Staat seine jährlichen Ausgaben um insgesamt 243% erhöht. Die Inflation stieg im selben Zeitraum „nur“ um 83%. Bilello rechnet vor, dass damit die Staatsausgaben jährlich um mehr als das Doppelte der Inflationsrate wachsen. Woher nimmt der Staat das Geld? Er leiht es sich. Im Jahr 2000 stand die US-Staatsverschuldung bei 6 Bio. USD, heute werden satte 34 Bio. USD notiert … 
Jetzt reagiert der Markt. Womöglich stehen wir vor einem entscheidenden Richtungswechsel. Das Smart Money schichtet um. Weekly-Leser sind seit Längerem gewarnt. Erst in der Vorwoche boten wir eine vertiefte Analyse unter dem Titel „Zeit die Pferde zu wechseln?“ 


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Military Money 


Rüstung mindert Wohlstand. Niemand will Krieg, auch keinen kalten Krieg. Dennoch wird es zusehends kälter in Europa und die Realität ist unnachgiebiger Zuchtmeister auch friedliebender Anleger. Die schauen auf Kurse von Rheinmetall (WKN: 703000), Renk (WKN: RENK73), Hensoldt (WKN: HAG000), Safran (WKN: 924781), Leonardo (WKN: A0ETQX) und BAE Systems (WKN: 866131). Es sind börsennotierte, europäische Unternehmen mit Schwerpunkten in der Rüstungsproduktion. 
Obwohl die Kurse hier schon seit Monaten anziehen, sind die KGVs der Europäer im Vergleich zu US-Unternehmen dieses Segments noch immer vergleichsweise moderat. Von 32 NATO-Ländern schaffen es derzeit – gemäß öffentlich erreichbarer Zahlen – nur 18 Staaten, die selbstgesteckte 2%-Marke des Bruttoinlandproduktes in Rüstung zu investieren. Gleichzeitig verlangt die Ukraine schrill nach Munitionsnachschub aus der EU. Man mag darüber denken, wie man will. Aber: Die Okkasion ist offensichtlich. Europäische Politiker plädieren angesichts der weltpolitischen Lage zunehmend – und oft nicht weniger schrill – für eine umfassende Aufrüstung. Die Wähler, theoretisch höchste Instanz des demokratischen Prozesses, verkommt in der Debatte zur Fußnote.
Niemand muss als kritischer Anleger und Friedensanhänger auf anziehende Kurse von Rüstungsunternehmen setzen. Aber registrieren sollte man den Trend. Er kündet davon, wie viel uns der Frieden wert ist – und er lässt ahnen, wie teuer uns ein Krieg käme. 


Dumb Money 


Die Schlauesten eines Jahrgangs, die Uni-Absolventen mit den besten Noten, zieht es auffallend häufig in die Finanzdistrikte der Metropolen. Sie versuchen sich als Fondsverwalter, Vermögensberater, gar Chefstrategen großer Häuser. Doch oftmals sind ihre Erfolge, nun ja, bescheiden. Sie haben Mühe, überhaupt den Marktdurchschnitt zu erreichen, geschweige denn zu übertreffen. 
Woran liegt’s? Der amerikanische Investor und Finanznachdenker Morgan Housel wagt einen überraschenden Erklärungsversuch, warum „professionelle Geldmanager so lausige Renditen erwirtschaften“ (O-Ton Housel), obwohl doch die „Finanzindustrie derart intelligente Personen“ anzieht: Die alerten Geldmänner und -frauen sind zu schlau. 
So verheddern sie sich leicht in ihren komplizierten Theorien und mathematischen Konstrukten, welche eine komplexe (Börsen-)Realität zu beschreiben versuchen. Die Theorien funktionieren in der Rückschau und vielleicht auch noch ein bisschen in der Gegenwart … Nur: Der morgigen Überraschung, der Krise des nächsten Augenblicks, den überschäumenden Emotionen der Marktteilnehmer ist mit der Theorie von gestern schlecht beizukommen. 
Erschwerend komme hinzu, so Housel, dass es Menschen, die im bisherigen Leben dank ihrer Klugheit, ihren Rechenkünsten und Theorien viel Zuspruch erhielten und (Gehalts-)Erfolg hatten, dass es solchen Menschen schwer fallen kann, aus der Theoriewelt herauszufinden und blitzschnell in eine neue Realität einzutauchen. So beharren gerade Kluge gern auf ihren Annahmen. Sie wollen Recht haben, vielleicht mehr als Rendite, auf die es doch dem gemeinen Anleger ankommt. 


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Zu den Märkten


Und weiter geht es mit Allzeithochs beim DAX. Am heutigen Mittwoch riss der deutsche Leitindex sogar die Marke von 18.000 Punkten. Das ist bemerkenswert, denn erst vor gut einem Monat, am 6. Februar, schloss der Markt erstmals über 17.000 Punkten. Dieser Tausenderschritt wurde also in Rekordzeit genommen. Eine kleine einschränkende Anmerkung muss allerdings gemacht werden, da die Bedeutung dieser Stufen mit immer höheren Kursen abnimmt. Prozentual entspricht diese 1.00-Punkte-Stufe gerade einmal einem Plus von 5,88%.
Auf das Jahr hochgerechnet wäre aber sogar diese Prozentzahl atemberaubend. In einer geometrischen Betrachtung wären das auf Jahresbasis sage und schreibe +79% (1,0588^10,14-1), in einer arithmetischen Reihe immerhin noch +60% (0,588*10,14). Schon das macht deutlich, dass es in dieser Geschwindigkeit kaum weitergehen wird. Eine Aussage, die auch durch das Chartbild gestützt wird. Der Steigungswinkel des jüngsten Anstiegs ist zu steil, um nachhaltig sein zu können.


Fazit


Gold und Bitcoin, Bitcoin und Gold. Beide Anlagevehikel verkörpern keine Anteile am Produktivkapital, aber sie sind Parkpositionen außerhalb der Papiergeldwirtschaft, und die scheinen im Moment ganz besonders gefragt zu sein.

Ralf Flierl, Frank Sauerland, Ralph Malisch


 




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