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Fr, 17. April 2026, 6:24 Uhr

Klarna Group plc

WKN: A414N7 / ISIN: GB00BMHVL512

Klarna Aktie: Unter Druck


28.02.26 01:00
Börse Global

Klarna Aktie: Unter Druck

Klarna liefert Rekordwachstum – und steht trotzdem im Kreuzfeuer. Der Fintech-Konzern hat seinen geprüften Jahresbericht bei den US-Behörden eingereicht, nur wenige Tage nach einem harten Ausverkauf nach den Zahlen. Dahinter steckt ein Mix aus schwächerer Prognose, wieder roten Zahlen und zusätzlichem juristischem Gegenwind.


Jahresbericht bestätigt: Wachstum ja, Ergebnis kippt

Mit dem am 26. Februar eingereichten Form 20-F legt Klarna weitere regulatorische Details zu einem Geschäftsjahr vor, das operativ stark aussah, beim Nettoergebnis aber enttäuschte. Für 2025 meldet das Unternehmen ein Warenvolumen (GMV) von 127,9 Mrd. US-Dollar (+22% zum Vorjahr) sowie einen Umsatz von 3,5 Mrd. US-Dollar (+25%). Auf bereinigter Basis blieb immerhin ein kleiner operativer Gewinn von 65 Mio. US-Dollar (1,9% Marge) – unterm Strich stand jedoch ein Verlust je Aktie von -0,79 US-Dollar.


Besonders auffällig ist der Bruch im vierten Quartal: Klarna knackte erstmals die Marke von 1 Mrd. US-Dollar Quartalsumsatz (1,082 Mrd. US-Dollar, +38%). Gleichzeitig drehte das Ergebnis ins Minus: Ein Nettoverlust von 26 Mio. US-Dollar folgte auf einen Nettogewinn von 40 Mio. US-Dollar im Vorjahresquartal.


Was die 20-F-Risiken zeigen

Der Bericht zeichnet ein Bild eines Geschäftsmodells, das stark auf Skalierung setzt – und dadurch verwundbar bleibt. Klarna betont Risiken wie die Abhängigkeit von Händlerbeziehungen und Marke, den intensiven Wettbewerb (Banken, Kartennetzwerke, andere Fintechs) sowie die Komplexität von Regulierung und Lizenzen in vielen Ländern.


Ein weiterer Schwerpunkt: der starke Einsatz von KI und Machine Learning – inklusive neuer rechtlicher Anforderungen etwa durch EU-Regeln wie den AI Act und Datenschutzvorgaben wie die DSGVO. Dazu kommt die Finanzierungsseite: Einlagenfinanzierung senkt zwar im Schnitt die Kosten gegenüber Großhandelsfinanzierung, macht Klarna aber anfälliger für Wettbewerb um Sparzinsen und für Liquiditätsrisiken, wenn das Vertrauen kippt.


Auch die Bilanz wuchs deutlich: Die vorläufigen Zahlen zeigen für 2025 einen Umsatz von 3,509 Mrd. US-Dollar nach 2,811 Mrd. US-Dollar (2024). Die Vermögenswerte stiegen auf 18,797 Mrd. US-Dollar (Vorjahr: 13,804 Mrd. US-Dollar).


Prognose und Klage: Der doppelte Gegenwind

Für viele Anleger war weniger der Blick zurück als der Blick nach vorn entscheidend. Klarna stellt für 2026 zwar weiteres Wachstum in Aussicht (GMV-Prognose: 155 Mrd. US-Dollar; Q1-Umsatz: 900 bis 980 Mio. US-Dollar; bereinigte operative Marge: 6,9%). Laut mehreren Marktberichten lag vor allem die GMV-Prognose unter den Erwartungen – das nährt Sorgen, dass das Wachstumstempo nachlässt.

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Warum belastet das trotz Rekordquartal? Weil gleichzeitig die Risikovorsorge für Kreditverluste im Jahresvergleich um 59% sprang und das Management einräumte, dass bei steigender Produktnutzung zunächst Kosten anfallen, während Umsätze teils erst über Folgequartale realisiert werden. Das kann die ausgewiesenen Margen kurzfristig drücken, auch wenn die langfristige Profitabilität laut Klarna steigen soll.


Zusätzlichen Druck bringt eine Sammelklage: In den USA wurde eine Class Action im Zusammenhang mit dem Börsengang vom 10. September 2025 angestrengt. Der Vorwurf: In Prospekt und Registrierungsunterlagen seien wesentliche Informationen nicht ausreichend offengelegt worden – unter anderem das Risiko, dass sich Verlustreserven kurz nach dem IPO deutlich erhöhen könnten.


Am Markt spiegelt sich die Nervosität wider: Trotz einer Erholung in den letzten sieben Tagen (+9,37%) liegt die Aktie auf 30-Tage-Sicht klar im Minus (-43,14%).


Zum nächsten Stresstest wird die Umsetzung der 2026-Ziele: Entscheidend ist, ob Klarna die angekündigte Verbesserung der Transaktionsmargen in der zweiten Jahreshälfte 2026 tatsächlich liefern kann – und ob die höheren Kreditvorsorgen sowie die laufende Klage das Vertrauen weiter belasten oder sich der Druck Stück für Stück aus dem Kurs arbeitet.


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